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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Ehrenberg – Eine Tiroler Grenzburg Am Oberen Weg

Ehrenberg – Eine Tiroler Grenzburg am Oberen Weg

Es freut uns sehr, dass künftig an dieser Stelle in regemäßigen Abständen auch Beiträge von den Kolleginnen und Kollegen des Tiroler Landesarchives erscheinen. Damit werden unsere Spaziergänge durch die Innsbrucker Stadtgeschichte um Streifzüge durch die Tiroler Landesgeschichte ergänzt und erweitert. Zum Auftakt nimmt uns Kollege Dr. Tobias Pamer mit zur Burg Ehrenberg und wir wünschen gute Unterhaltung!

Seit der Besiedlung des Westtiroler Raums im Spätneolithikum bildete der Fernpass eine der zentralen Verkehrs- und Handelsrouten über das Gebirge. Mit der Entstehung der Grafschaft Tirol im 13. Jahrhundert und dem Erwerb des Oberinntals und des Außerfern durch Graf Meinhard II. 1266 hatten die Tiroler Landesfürsten ein zunehmendes Interesse daran, die Kontrolle über diese wichtige Verkehrsachse zu erlangen. Neben dem Brenner bildete der hier durch das Oberinntal verlaufende Obere Weg (Via Claudia Augusta) die wesentliche zweite Nord-Süd-Verbindung über die Alpen.

Wohl zwischen 1280 und 1296 wurde daher zur Sicherung des oberen Lechgebietes und des über den Pass verlaufenden Handelsweges die Burg Ehrenberg samt der darunter liegenden Sperrklause errichtet. Die Kosten trugen der Landesfürst, der Marktort Imst sowie die Einwohner der Gerichte St. Petersberg und Hörtenberg. Im Jahr 1296 wurde schließlich der Ritter Heinrich von Starkenberg als erster mit der Hauptmannschaft des castrum novum am Katzenberg und dem Richteramt im Außerfern (extra Verren) belehnt. Die Starkenberg – wie auch der Landesfürst – nutzten die Burg in den nachfolgenden Jahrzehnten als Ausgangspunkt von Militärkampagnen im bayerischen Gebiet, doch auch Belagerungen der Anlage selbst sind belegt, etwa am Beginn des 15. Jahrhunderts durch die Appenzeller oder 1546 durch den Schmalkaldischen Bund.

Die strategische Bedeutung der Grenzburg führte dazu, dass sie im 17. Jahrhundert zur neuzeitlichen Festungsanlage ausgebaut wurde. Zur Bewährungsprobe kam es im Dreißigjährigen-Krieg als 1632 das 6.000 Mann starke Heer des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar die Ehrenberger Klause attackierte, jedoch von den Tiroler Truppen unter Führung Erzherzog Leopolds V. zurückgeschlagen wurde. Exakt 150 Jahre später erklärte man die Festungsanlage schließlich für obsolet. Mit Erlass Kaiser Josephs II. wurden 1782 nämlich alle Festungen im Land (mit Ausnahme von Kufstein) aufgelassen und bald als Materiallagerstätten von der lokalen Bevölkerung verwendet.

Autor: Tobias Pamer, Tiroler Landesarchiv

Titelbild: Burg Ehrenberg auf dem Katzenberg samt der Klause im Tal darunter in Blickrichtung Breitenwang, ca. 1600 vor dem Ausbau zur Festungsanlage. TLA/BBÄ MIB Karten und Pläne 141g.

Quellen (Auswahl)

TLA/BBÄ MIB Handschriften 280
TLA/BBÄ MIB Pestarchiv Akten II 110
TLA/BBÄ MIB Inventare A 158/18
TLA/BBÄ MIB Kunstsachen I 1642
TLA/BBÄ MIB Karten und Pläne 141

Literatur

Trapp, Oswald (Hg.): Tiroler Burgenbuch. VII. Band: Oberinntal und Außerfern, unter Mitarbeit von Magdalena Hörmann-Weingartner, Bozen–Innsbruck–Wien 1986.

Keller, Katrin / Scheutz Martin (Hg.): Die Habsburgermonarchie und der Dreißigjährige Krieg (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 73), Wien 2019.

Rebitsch, Robert / Höbelt, Lothar / Schmidl, Erwin A. (Hg.): Vor 400 Jahren. Der Dreißigjährige Krieg (Innsbrucker Historische Studien 32), Innsbruck 2019.

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