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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Bürgermeister Von Inspruck (XII.)

Die Bürgermeister von Inspruck (XII.)

Im Mai 1877 wurde Josef Dinter zum Bürgermeister gewählt, nachdem er bereits neben Tschurtschenthaler als Vizebürgermeister amtiert hatte. Während seiner Amtszeit verschob sich die Grenze zwischen Innsbruck der damals noch eigenständigen Gemeinde Wilten ein Stück nach Süden, wofür die Stadt 30.000 Gulden (ca. 0,5 Mio. EUR) Ablöse bezahlte. 1879 wurde die Handelsschule, die Vorgängerin der Handelsakademie eröffnet.

Obwohl er von den Gemeinderäten hoch gelobt wurde, war seine Amtszeit für ihn offenbar kein sonderlich schönes Kapitel. Noch vor der Wahl im Mai 1880 kündigte er an, keinesfalls für eine neuerliche Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Er sah sich zahlreichen Anfeindungen und Vorwürfen ob seiner Amtsführung ausgesetzt. Auf die Dankbekundung, die von Altbürgermeister Carl Adam verlesen wurde, erwiderte Dinter mit hörbarer Verbitterung: „Sie haben mir hiermit erklärt, daß Sie mir Ihre Achtung nicht versagen können und daß ich als Ehrenmann meine Pflicht getan habe. Mehr bedarf es nicht. Ich danke Ihnen.“

Der Gemeinderat Florian Blaas (1828–1906) kommentierte die Situation: „Unser Dankesvotum hat gezeigt, daß der Gemeinderath keine Schuld daran haben will, wenn unser verehrter Herr Bürgermeister die Empfindung von der Wahrheit des bekannten Sprichwortes hat: Undank ist der Welt Lohn. Diese Empfindung dürfte auch für den Nachfolger des Herrn Bürgermeisters, sei er wer immer, nicht sehr ermunternd sein.“

(Josef Dinter mit seiner Gattin Emma, gemalt von August Pezzey 1890, Signatur Bi-477)

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