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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Ausflugsziel Landeck

Ausflugsziel Landeck

Durch Zufall bin ich in der Zeitschrift „Österreichische Alpenpost: Reise- und Fremdenzeitung für Tirol und Vorarlberg“ auf einen im Jahr 1900 in Heft 8 abgedruckten Artikel über Landeck gestoßen, der richtig Lust macht, wieder einmal einen Ausflug mit der Bahn nach Landeck zu machen. Hier einige Artikelauszüge: „Zu den hervorragendsten Stationen des internationalen Reiseverkehrs in Tirol gehört seit jeher und gewiß noch mehr in der Zukunft der schön gelegene Ort Landeck an der Arlbergbahn: Hier rollen die von London – Paris durch die Schweiz, dann aus Norddeutschland, Belgien, Holland nach Osten verkehrenden Schnell­züge nach der Durchfahrt durch den Arlberg aus dem alpenhaften Stanzerthal in das Innthal und weiter nach Innsbruck – Salzburg – Wien, so­wie südab über den Brennerpaß, wäh­rend anderseits von Landeck über die ro­mantische Finstermünzstraße der Zu­gang sich öffnet ins Engadin, dann hinüber in die firn­prangenden Glet­scherregionen am Ortler und Stilfserjoch, und auch von dort noch weiter zu den oberitalienischen Seen. Landeck (816 m) liegt 20 Minuten von der gleichnamigen Station der Arlberg­bahn, 78 km von Innsbruck entfernt, sehr malerisch auf beiden Seiten des Innflusses in einem von hohen Bergen umragten weiten Thalkessel, in welchem sich die vom Arlberg kommende Sanna mit dem Innflusse vereinigt. An Sehenswürdigkeiten besitzt der Ort vor allen die interessante gothische Pfarrkirche, welche u. a. einen reichgeschnitzten Altar und das in röthlichem Marmor gemeißelte Grabmal des letzten Ritters von Schrofenstein enthält. Darüber thront dominirend auf einem Felskopfe das Schloß Landeck, welches dem Orte (der früher aus zwei Gemeinden: Angedair und Perfuchs bestand) den Namen gegeben hat. Die Burg Landeck ist ein mächtiger Bau mit zwei Stockwerken, zwei Zingeln mit Rundthürmen an den Ecken, Innenhof, hohem, rhombischen Berchfrit und einer Kapelle im Erdge­schoß. Vom Schlosse, das jetzt als Waffendepot dient, eröffnet sich eine sehr schöne Aussicht auf Berg und Thal, auf den in Obstgärten gebetteten Ort unten in der Niederung und auf den mittendurch­ strömenden Inn. […] Obgleich mitten in der Hochgebirgswelt gelegen, besitzt Landeck doch ein äußerst mildes und gleichmäßiges Klima und im Winter sehr wenig Schnee. Es vereint alle Vorbedingungen zu einem klimatischen Curort Windstille, vortreffliches Wasser, prächtige Spazier­wege, reine milde Luft und wurde auch bereits von hervorragen­den Capacitäten mehrfach als solcher geschildert und empfohlen. […] Einen weiteren Beweis für das milde Klima bilden auch die Rosen-Culturen und Obstanlagen, welche als der Stolz des Herrn Josef Müller, Besitzers des Posthotels, in außerordentlichem Maaße gedeihen. Als Sommerstation nimmt der Ort einen besonders hervorragenden Platz ein, da er Centralpunkt einer mit wundervollen Partien begnadeten Gegend ist und man von hier aus per Bahn, mit Wagen, zu Pferd und zu Fuß, sowie auch mit dem Fahrrad eine solch‘ große Zahl herrlicher Aus­flüge unternehmen kann, daß ein Sommer wahrlich zu kurz ist, die Reize der nähern und ferneren Umgebung vollständig kennen zu lernen. […]“

Das Titelbild zeigt eine Postkarte mit einer Ansicht von Landeck. Die Karte ist am 16. November 1900 gelaufen. Auf der Bildseite rechts unten erkennt man das Stempelrelief „Fritz Gratl, Photographie & Verlag Innsbruck“.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer 4-39)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. …Und links im Vordergrund:
    „Dieses Landecker Kirchenjuwel steht auf dem BURSCHL, einem bewaldeten Hügel, der sich in die Stadt fast bis zur Einmündung der Sanna in den Inn schiebt. Es wurde zur Pestzeit Mitte des 17. Jhdts errichtet“ (Rampl „Alle Kirchen Tirols“ Band 3)
    Und beeindruckend natürlich der Blick auf die Eisenbahnbrücke über den Inn!

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