Abgebrannt …
… ist in den frühen Morgenstunden des 7. Dezember 1959 der Dodl-Stadel in Pradl. Gegen 5:40 hatte an diesem stürmischen Dezembertag eine Nachbarin das Feuer bemerkt und den Notruf gewählt. Nur fünf Minuten später trafen die ersten Einsatzkräfte beim Brandobjekt ein, das nicht mehr für landwirtschaftliche Zwecke, sondern als Lagerschuppen genützt wurde, und nun bereits in Vollbrand stand. Für die Feuerwehrmänner begann ein äußerst fordernder und gefährlicher Einsatz:
Ein heftiger Westwind schürte das Feuer, das in dem bis auf einige Mauerrippen aus Holz gebauten Stadel und am Lagermaterial reiche Nahrung fand. Das einige Meter nördlich stehende Wohnhaus und noch mehr eines etwa 20 Meter östlich in der Mitterhoferstraße waren durch Wind und Funkengestiebe in Gefahr. Sofort wurden sie von der Feuerwehr gesichert, die zugleich den Brand mit mehreren Schlauchleitungen von außen bekämpfte. Ein Eindringen war vorerst unmöglich, denn im Tiroler Hauptlager einer Kühlmaschinenfirma im Stadel standen zwei Schweißeinrichtungen und etwa zwanzig Gasflaschen. Etliche explodierten, einige konnten später ins Freie gebracht werden.

Mit nicht weniger als acht Rohren wurde der Großbrand bekämpft. Wie anstrengend und gefährlich die Löscharbeiten waren, verdeutlicht der folgende Bericht recht plastisch:
Schon um 6.10 Uhr waren vom Dach nur noch die verkohlten Sparen übrig. Um 6.30 Uhr hatten die Wasserstrahlen so weit ihre Wirkung getan und auch die Holzwände waren weitgehend verkohlt, so daß der Brand äußerlich weitgehend unter Kontrolle war. Aber innen lohten die Flammen noch auf, besonders bei der Westfront. Es war angsteregend, wie hier die Feuerwehrmänner, vom Feuerschein hell beleuchtet, in einem Loch kauerten, um aus nächster Nähe in die Flamen zu spritzen und Brandnester auseinanderzureißen, während ganze Funkengarben um sie aufstoben und an ihnen vorbei brennende Teile auf die Straße hinauszischten. Eine gefahrvolle Arbeit war das für die Berufsfeuerwehr und die helfende Amraser Gruppe, mußten sie doch ständig neuer Explosionen oder Einstürze gewärtig sein. Es regnete Brocken auf die Helme und und brennende Stücke flogen umher. Dazu waren die Männer völlig durchnäßt, während ein scharfer Wind blies, der das Löschwasser auf der Straße sofort zu Eis erstarren ließ.
Gegen 7:00 Uhr war die Lage schließlich auch im Innenbereich unter Kontrolle, sodass die Männer des B-Zuges der Berufsfeuerwehr die erschöpften Kollegen vom A-Zug und der FF Amras ablösen konnten. Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in die Mittagsstunden hinein, die Brandwache rückte um 19:00 ein. Damit ging nach über zwölf Stunden auch dieser Einsatz zu Ende.


(StAI, Archiv der Feuerwehr der Stadt Innsbruck)