Pubquiz für Boomer
Vor gut drei Wochen besuchte eine Gruppe erstsemestriger Studierender das Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck. Auch bei größter kollektiver Anstrengung gelang es den Teilnehmer:innen und auch dem rund 40-jährigen Archivar nicht, sich zu erinnern, wie denn das Lokal Jellyfish früher geheißen haben könnte. Erst durch Beiziehung eines fast pensionsreifen Kollegen wurde die Lösung gefunden: Der Bogen 13!
Danke, aber nein danke, bitte keine Schilderung, wie es in Innsbruck früher war. Dabei wären hier so viele Geschichten zu erzählen von einer Generation, die um 1 Uhr in der Früh aus dem Utopia geworfen wurde und dann in einer Art loser Wochenendprozession kollektiv das für diese Gruppe neu gestaltete Rauch- und Trinklokal aufsuchte. Die Architektur von Reinhardt Honold und Wolfgang Pöschl gibt es noch heute zu sehen, der Wirt, den man nur unter „Bogen-Hans“ kannte, wandelte seine Nachtbar später in das partytaugliche Jellyfish-Mietlokal um. Wenn man Hans kannte und so wie er Verehrer des Hausmusikers Joe Malinga war, legte er gelegentlich beim Eintreffen der Partie dessen Opus magnum „Kipit“ auf.
Dieses Lied war wie die 1990-er. Es dauerte zwanzig Minuten, der Musiker bekam alle Zeit der Welt über sein Thema zu improvisieren. Dank eines Schubladenfunds einer Zeitzeugin sind rund um das Bogenfest einige frühe Farbfotografien aus dieser Dekade zu uns gelangt. Außer dem Umstand, das wir damals alle noch etwas jünger waren, fallen Nachgeborenen die vielen Tschickpacktln auf deren Inhalt nicht draußen vor der Tür sondern direkt am Tisch im Laufe dieses Abends konsumiert werden würden. Die Zeitzeugin und ihre Entourage zogen bei diesem Fototermin durch die damals überschaubare Meile und so entstand eine Serie von Lokalen, von denen die erstsemestrigen Architekturstudent:innen nolens volens nur mehr in Jugenderinnerungen von ihren Eltern und Großtanten hören werden.










(Archiv Esther Pirchner)
Bögen-History. Herrlichst. Meine Hood, da komm‘ ich her. Klarerweise habe ich in den Bögen ebenfalls in den 1990ern und 2000ern zu viele Schachteln Lucky Strikes, Gauloises und West verheizt, und natürlich bin ich den Bögen auch nach dem Wegzug aus Dreiheiligen treu geblieben, auch heute spült es mich ab und zu spätnachts dort hin, vor allem im Sommer, wenn Lokale und Clubs weniger überfüllt sind. Aber Nostalgie schwingt da bei mir wenig mit, ich mag Nostalgie eigentlich nicht. Nostalgie ist zu oft wirklich was für Boomer, und zwar (zu) oft für vor allem für die ungute Sorte Boomer des Typs „Früher war alles besser -Schimpfen und Nörgeln auf Facebook“. Die, die unseren Planeten kaputtgedieselt haben und die alten Zeiten gerne wieder hätten, zu oft leider auch die ganz alten vor so 85 Jahren. Da muss man aber differenzieren, es gibt ja auch genügend Boomer, die völlig in Ordnung sind, und wir wollen keinen Ageism praktizieren. Mir als Gen X gefällt halt das Heute und das Neue immer noch besser, nicht nur weil es in diesem Fall rauchfrei ist und Faschist:innen in den Bögen keinen Platz (mehr) haben. Ich hoffe sehr, dass die ÖBB die Bögen nicht mit irgendwelchen Schnöselläden kaputtgentrifizieren.
Am meisten freut mich, hier Fotos vom Spektrum zu sehen. Weiß jemand, von wann bis wann dies existiert hat? Und wo wurden das erste und das fünfte Foto aufgenommen? Ich komme einfach nicht mehr drauf…
Das Spektrum bestand auf jeden Fall Mitte der 1990er-Jahre. Vorläufer am selben Ort war, glaube ich, das Lambada, Nachfolger das 10 Grad. Das fünfte Foto könnte aus dem Café Schnappschuß in der Kapuzinergasse sein, also ein kleiner Sidestep von den Bögen. Das erste fällt mir nicht mehr ein. Das Lokal gab es nicht sehr lange, es war noch weiter stadtauswärts als Plateau und Spektrum und es gab ein großes Pop-Art-Bild mit einer Hand, die auf die Betrachterin zeigt.
Komisch, wenn ich auf den Link der Kommentarliste klicke, sehe ich keine Kommentare,
wenn ich statt
https://innsbruck-erinnert.at/pubquiz-fuer-boomer/comment-page-1/#comment-78945
https://innsbruck-erinnert.at/pubquiz-fuer-boomer/#comment-78945 aufrufe, sehe ich die beiden Kommentare…
Es spukt im Moment einwenig bei der Darstellung der Kommentare. siehe Hinaus ins Land, Säben
Früher war eben alles besser LOL
Es sieht so aus, als würden die Links in der Liste der Kommentare nicht nur wie bisher ein wenig zeitverzögert zu den entsprechenden Kommentaren führen, sondern erst 24 Std. (?) später. Ist insofern etwas mühsam, als es in dieser Zeitspanne passieren kann, dass ein Kommentar dann bereits aus der 10-er-Reihung rausfällt. Im „Forum der ExpertInnen“ kann man auch nicht nachsehen, dort ist seit Tagen als letzter Eintrag ein Kommentar zum Beitrag „Eine verschwiegene Bar? – Die Lösung“ vom 2026/06/25, 11:19 pm zu sehen.
Zu einem neueren Kommentar kommt man dzt. anscheinend nur über die Übersichtsseite (Home), in dem man dort den gewünschten Beitrag sucht, in der Hoffnung, dann auch einen aktuellen Kommentar zu finden.
So stellt es sich für mich jedenfalls dar. Ich hoffe, liebes Stadtarchiv, es liegt nur an der Hitzewelle oder der Urlaubszeit …
So brachte es der großartige Heinz Erhard einst auf den Punkt:
„Früher war alles gut.
Heute ist scheinbar alles besser.
Aber es wäre noch besser,
wenn alles wieder gut wäre.“
Bitte weiter um Rückmeldungen, ich kann das nicht genau nachvollziehen was Ihnen da an Forumshindernissen widerfährt.
Ich habe jetzt einmal alle Zwischenspeicher gelöscht, vielleicht war es das ja schon. Technisch habe ich im letzten Monat nchts geändert… das läuft und läuft und läuft. Ihr Webseiten-Mechaniker N.H.
Ah, jetzt hat sich etwas getan, danke für Ihre rasche Hilfe, lieber Herr Webseiten-Mechaniker!
Seit dem 25. 06. 2026 wurden für das „Forum der ExpertInnen“ über 60 Kommentare aus irgendeinem Grund blockiert. Die hat es jetzt allesamt hineingespült. Und die Links aus der Kommentarliste verlinken jetzt auch wieder 😉
Danke, Frau Stolz, dass Sie diese Reparatur beim Herrn Webseiten-Mechaniker angeregt haben und danke, Herr Hofinger, dass Sie diese so rasch und kompetent durchgeführt haben. Ich wollte schon am 1. Juli auf diese Unannehmlichkeiten aufmerksam machen, löschte dann aber wieder alles, was ich schon geschrieben hatte! Herr Morscher hatte mir ja einmal, als ich gemeckert habe, mitgeteilt, dass all die Arbeit mit „innsbruck erinnert“ von den Damen und Herren des Stadtarchivs in der Freizeit durchgeführt werden. Da wollte ich nicht allzu lästig sein.