Wer bin ich_Teil 24_Heinz Huber
Gesucht war der Dompropst Heinz Huber. Manchen auch später bekannt unter Heinz Wildauer.
Der 1908 in Bozen geborene Heinz Huber besuchte das humanistische Gymnasium in Innsbruck. Sein Studium absolvierte er an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Am 26. Juli 1933 wurde er in der Jesuitenkirche in Innsbruck zum Priester geweiht. Als Religionsprofessor unterrichtete er am humanistischen Gymnasium sowie am Pädagogium.
In den Kriegsjahren übernahm er zunächst als Rektor die Betreuung der Jesuitenkirche, nachdem die Jesuiten aus Innsbruck vertrieben worden waren. Ab 1941 wirkte er als Pfarrvikar an der Propsteikirche St. Jakob zu Innsbruck. Rechtzeitig vor den schweren Bombardierungen Innsbrucks rettete er die berühmte Mariahilf-Madonna von Lucas Cranach dem Älteren, indem er sie in einem Rucksack verpackt und in Sicherheit brachte.
Am 30. September 1956 trat Dr. Huber die Nachfolge von Propst Josef Weingartner an. Anlässlich dieses neuen Amtes wurde ihm in Rom der Titel Protonotarius apostolicus ad instar participantium (lateinisch für „den beisitzenden/wirklichen Protonotaren gleichgestellt“), der zweithöchste päpstliche Ehrentitel für Priester in der römisch-katholischen Kirche verliehen. Der Zusatz ad instar war dabei jenen hohen Geistlichen vorbehalten, die ihre Aufgaben außerhalb Roms erfüllten.
Das Aufgabengebiet von Heinz Huber war groß und vielseitig:
Er war Propst der Hauptstadtpfarrkirche St. Jakob sowie Dekan für weitere 22 Pfarreien im Stadtbereich und 13 Pfarreien des Dekanats Innsbruck-Land. Unter seiner Leitung wurden die letzten Kriegsschäden in der St. Jakobskirche beseitigt und die Spitalskirche restauriert. Zusätzlich unterrichtete er weiterhin Religion.
Mit der Erhebung der Apostolischen Administratur zur Diözese Innsbruck-Feldkirch im Jahr 1964 wurde auch die Propsteikirche St. Jakob zum Dom ernannt. Die Gründung der eigenständigen Diözese Feldkirch folgte im Jahr 1968.
In der Literatur ist folgende Beschreibung über ihn zu finden: „Heinz Huber kann als der letzte Propst von St. Jakob bezeichnet werden, der in barocker Manier im besten Sinn des Wortes Seelsorge betrieb und, trotz aller Pontifikalien, die er sehr liebte, immer mitten unter dem Volke war und blieb.“
Für sein vielfältiges Engagement, unter anderem als Diözesandirektor des Päpstlichen Missionswerks und Obmann der Tiroler Krippenfreunde erhielt Heinz Huber öffentliche Ehrungen. So wurde ihm 1964 das Ehrenzeichen des Landes Tirol und 1968 der Ehrenring der Stadt Innsbruck verliehen, bevor er 1978 zum Ehrenbürger der Landeshauptstadt ernannt wurde.

(Verleihung der Ehrenbürgerschaft durch Bürgermeister Alois Lugger. Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Foto Frischauf, Ph-14006, 1978)
Nach seiner Pensionierung im Jahr 1979 heiratete er und nahm den Geburtsnamen seiner Mutter an. Unter dem Namen Heinz Wildauer verstarb er am 22. Juni 1989 in Innsbruck.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Inge C. Pohl, 1969, Bi-99)
„Freilich!!! Sie sein der neue Propstweingartner!!! – aber der Namen fallt mir grad nit ein…“ habe damals in der Altstadt ein altes Weibele gesagt, als Propst Huber, bald nach seiner Amtseinführung, nach einer kurzen Unterhaltung zur Sicherheit gefragt habe: „Sie kennen mi aber schon, gell?“
„Propst Weingartner“ wäre eh ein schöner Amtstitel für einen „Vorarbeiter im Weinberg des Herrn“, oder?
Und damit auch das nicht verlorengeht: Sie wissen schon, wo in der Marienwallfahrtskirche von Gries im Sulztal bei Längenfeld das wertvolle Cranach-Gemälde, das Maria Hilf – Bild von Innsbruck, so gut versteckt war?
Ich sag es lieber nicht, denn – wer weiß? – womöglich muß es wieder einmal irgendwohin in Sicherheit gebracht werden – und dann wüßten „die“, wo sie suchen müßten…!
Na sag i doch, der Huaber Heinz !