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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Sankt Nikolaus Versus Sankt Nepomuk

Sankt Nikolaus versus Sankt Nepomuk

In der Ausstellung „Weltentfaltung. Zeichnungen des Tiroler Barock“ ist ein spannendes Blatt aus den Beständen der grafischen Sammlung des TLMF zu sehen. Die Zeichnung stammt von Johann Evangelist Holzer und zeigt die beiden „Rivalen“, den Heiligen Nikolaus und den Heiligen Johannes von Nepomuk. Die beiden sind anhand ihrer Attribute leicht zu identifizieren. Bischof Nikolaus ist mit drei Kugeln auf dem Buch, Mitra und Krummstab dargestellt; Johannes von Nepomuk trägt als Priester das Chorhemd mit Mozetta (einem kurzen Schulterumhang) und hält das Birett, die typische vierkantige Kopfbedeckung der Geistlichen, in der Hand.

Als Schutzpatron der Seefahrer und Schiffer war der Heilige Nikolaus ursprünglich auch für den Schutz der Brücken zuständig.
Im 18. Jahrhundert wurde er jedoch sukzessive vom Heiligen Nepomuk abgelöst, der seither als klassischer „Brückenheiliger“ gilt. Der böhmische Priester wurde 1729 heilig gesprochen und von den Jesuiten zu ihrem zweiten Ordenspatron erwählt.

Das Haus Habsburg nutzte die Popularität des Heiligen bei den niederen Ständen in Böhmen und Mähren für ihre politischen Zwecke. Mit der gezielten Förderung des barocken Nepomuk-Kultes sollte der bei Hofe unbeliebte böhmische „Nationalheilige“ Jan Hus aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt werden.

Kommenden Dienstag, 16.06.2026 um 18.30 Uhr führt Kurator Ralf Bormann durch die Ausstellung.
 

(Tiroler Landesmuseen, TBar-179)

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