Zapfen beim Jörgele
Wenn sie in den letzten Tagen auf die Nordkette geschaut haben sollten, wird Ihnen oder Ihrer Begleitung vermutlich ein „schau wie weit es oba gschneit hat“ ausgekommen sein. Das Titelbild ist sehr wahrscheinlich nicht Mitte Mai entstanden, auch wenn sich die Bildunterschrift dazu ausschweigt. Die Adresse des frostigen Stillebens ist dank der Gasthausbeschriftungen dafür leicht zu eruieren: Herzog-Friedrich-Straße 13. Das Ehepaar Mayer hat das Naturschauspiel dokumentiert, als sich in einem Winter (etwa 1935 bis 1950) wirklich außergewöhnliche Eiszapfen am Haus gebildet hatten. Bausachverständige könne wahrscheinlich gleich sehen ob verstopfte Dachrinnen dafür zuständig waren oder einfach eine seltene Schmelz-Frost-Folge zu solchen Phänomenen führen kann.
Der bekannteste Wirt des Jörgele war Josef Peer, der diese Berufsbezeichnung auch auf seiner Heimtrollen-Karte trug. Aus seiner Familie sind kürzlich einige Erinnerungsstücke ans Stadtarchiv gelangt, die noch eine genaue Aufarbeitung verdienen.

Im Mai 1950 geht die Pacht der von der Besitzer-Familie Ghedina gehaltenen Gasthauskonzession nicht ganz freiwillig an die Familie Dengg über, wie zwei untereinander liegende Annoncen in der Tiroler Bauernzeitung erzählen.
