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Von Der Herzoglichen Wasserleitung Zur Mühlauer Brücke (III.)

Von der herzoglichen Wasserleitung zur Mühlauer Brücke (III.)

Nachdem man sich für ein gutes Jahrhundert mit Halblösungen durchgeschlagen hatte, nahm man 1838 den Bau der neuen Brücke in Angriff. Unter der Leitung des Ingenieurs Josef Duile wurde im Laufe von fünf Jahren und für beinahe 200.000 Florin die erste Kettenbrücke des Landes errichtet. Zur selben Zeit wurde in Budapest die Széchenyi-Kettenbrücke erbaut, die, trotz mehrmaliger Umbauten und Zerstörungen bis heute erhalten bleibt.

Ende des Jahres 1842 wurden die Ketten gespannt, am 15. Juli des folgenden Jahres wurde sie schließlich eröffnet. Man ließ eine Reihe mit Stein und Schotter beladener Wagen über die Brücke fahren, um die Tragfähigkeit zu testen, ehe man den Verkehr dort fahren ließ. In den zeitgenössischen Artikeln wurde auch berichtet, dass jede der Stangen der einzelnen Glieder individuell auf ihre Tragfähigkeit geprüft wurden. Es wurde auch mehrmals versichert, dass die Brücke das Gewicht, das sie nun tragen musste, auch problemlos halten konnte – anscheinend war den Innsbruckern zu Beginn nicht ganz wohl bei der neuen Konstruktion.

Doch weshalb entschied man sich überhaupt für eine Kettenbrücke, anstatt einer klassischeren Konstruktion aus Holz oder Stein? Hätte man eine Brücke mit zwei bis drei Pfeilern errichtet, wäre eine gewisse Wölbung notwendig gewesen, die dazu geführt hätte, dass man für größere Fuhrwerke immer zusätzliche Pferde hätte anspannen müssen. Weniger Steigung wäre nur mit mehr Pfeilern möglich gewesen, auf die man aber aufgrund der Flutgefahr, wegen der man sich schon früher Sorgen gemacht hatte, verzichten wollte.

So entschied man sich, trotz der beträchtlichen Kosten, für eine Kettenbrücke. Die Ketten hielten über senkrecht herabhängende Eisenstangen 46 Durchzüge aus Lärchenholz in der Luft, auf denen die Brücke ruhte. Jedes der einzelnen 1,85 m langen Glieder bestand aus sieben einzelnen Stangen, die in der Mitte durch einen Bolzen zusammengehalten wurden. Eines der Glieder wurde aus dem Inn geborgen und befindet sich bis heute im Stadtarchiv.

(Signatur Ph-6945)    

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Sehr spannend ist auch die Frage, was mit der Rotunde geschehen soll.
    Dieses Juwel rottet ja seit vielen Jahren als Leerstand ohne Perspektive vor sich hin.
    Die Kronenzeitung schrieb im Oktober über die Rotunde sogar als einen der Verwahrlosung anheimgefallenen „Schandplatz“.

  2. Für die Widerlager der heutigen Mühlauer Brücke wurden interessanterweise die Nagelfluhsteine der alten Kettenbrücke recyclet und wiederverwendet. So lebt die alte Kettenbrücke in der neuen Brücke teilweise weiter.

  3. Fast alle Arten von Verkehrsteilnehmern sind vertreten. Auch wenn man den Verlauf des Gehsteigs auch auf anderen schon hier gezeigten Fotos erkennen hätte können, so richtig fällts mir erst beim jetzigen Titelbild auf. Der Radfahrer wäre auch ohne den hinderlichen Knick des Gehweges bei den Pfeilern damals nicht auf die Idee gekommen, auf dem Gehsteig zu fahren.

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