Unscharf aber gut. Besonderes aus der Sammlung Kreutz – XXXIX
Ein Baustellenfoto ohne richtiger Baustelle, aber doch mehr als ein Lager. Immerhin steht links am Rand ein ordentlicher Kran, der in einem Lager liegen würde. Das Schild der Universale Bau, aber auch von der Baufirma Stolz und von einer Firma Hueber, deren Branche ich aber nicht kenne. Ein doch eher seltsamer Ort.
Vermutlich ist das oben eine Oberleitung, obwohl die Straße nicht sonderlich breit zu sein scheint. Ob Bus oder Bahn lässt sich hier zumindest von mir nicht sagen.
Auch die Bauzeiten der umgebenden Häuser sind mannigfaltig. Rechts wohl ein Gründerzeitbau; oben mit sichtbaren Backsteinen. Links könnte – sehr, sehr spekulativ – ein Gebäude der späten Gründerzeit bis 1930er Jahre sein. Die Häuser im Hintergrund könnten jünger sein. 1960er? Ist das ein großer Balkon oder sind das Pawlatschen?
Wo gehen wir eigentlich um? Hinten einigermaßen nahe die Rumer Spitze.
Wer kann diese fesche Aufnahme besser erläutern?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Slg. Kreutz)
Ganz hinten, zwischen den zwei markanten schrägen Ästen sieht man undeutlich ein ebenso markantes Gebäude, welches vielleicht jemandem bekannt ist. Jedenfalls scheint das eine Nord-Süd-Straße mit stadteinwärts fahrender Obus Linie zu sein. Linie B? Zumindest hat der B die längsten einseitigen Linienabschnitte gehabt. Der A fuhr zwar auch eine lange Strecke einseitig, aber wo sieht man dort so gut zur Rumer Spitze, gesäumt von Altbauten? Und der C war ohnehin nur im Bereich der Hin- und Rückfahrt zur und von der Endstation begegnungsfrei unterwegs.
Also, bessere Frage, kennt wer das Gebäude im Hintergrund?
Vielleicht Baustelle bei der Israelitischen Kultusgemeinde in der Sillgasse?
Links Palais Pfeiffersberg, rechts Sillgasse 17
Es bedarf keines weiteren Beweises, das ist es. Die „Steinquader“ gehören zum Haus Sillgasse 17 https://innsbruck-erinnert.at/innsbrucker-haeuser-xvii/ . das Haus im mittleren Hintergrund mit den V-förmigen Dachkanten ist das Haus Universitätsstraße 18. Was ich im ferneren Hintergrund entdeckt habe suche ich jetzt nimmer,
Und der „C“ fuhr dort aber beidseitig? Kleiner Rätselrest.
Und Herrn Morschers „Pawlatschen“ sind die großzügigen Balkonanlagen vom Palais Tannenberg-Enzenberg in der Universitätsstraße 22-24:
https://innsbruck-erinnert.at/raetsel-fast-geloest-mit-den-augen-des-unbekannten-fotografen-xvi/
und da sieht man das Haus mit den Eselsohren aus nächster Nähe, was schon wieder ein kleines Erratum notwendig macht: Haus Nr. 20, nicht 18.
Der Rätselrest der einseitigen Oberleitung: Könnte die zweite Oberleitung durch den Blick von unten aus dem Foto gerutscht sein? Oder hat man wegen der Baustelle die Oberleitung abgebaut? Oder: Die Baustelle hat moderne Continer, es war sicher nicht der Bau des zurückgesetzten Hauses Sillgasse 15b. Wobei das eigentlich stadtauswärts Sillgasse 19 sein sollte. Die Häuser rund um die Synagoge wurden doch lange nach Demontage der Oberleitungen gebaut (1993 eröffnet). Rätsel auf das Niveau der Bedeutungslosigkeit reduziert,