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„Tourist-Center In Flammen“

„Tourist-Center in Flammen“

Wer am Montag, den 5. Juni 1972 die TT aufschlug, konnte auf Seite 3 einen ausführlichen Bericht über die zwei Tage zuvor abgehaltene Großübung lesen:

Dicke Rauchschwaden dringen durch die Türen und Fenster des Hochauses. Schreiende Menschen fliehen auf das Dach und die Balkone. Um 14:30 wird Großalarm gegeben. Innerhalb weniger Minuten trifft die Innsbrucker Berufsfeuerwehr ein. Durch Lautsprecher schallen Weisungen an die in höchster Not befindlichen Insassen [sic] des Hotels. „Verhalten Sie sich ruhig, warten Sie das Eintreffen der Feuerwehrmänner an ihrem Standort ab! Versuchen Sie die freien Balkone und Dächer zu erreichen! Schließen Sie die Türen und Fenster!“

Zahlreiche Statisten beteiligten sich an der Übung. Starke Rauchentwicklung und aufwendig geschminkte Verletztendarsteller sorgten für realitätsnahe Übungsbedingungen.

Inzwischen wurden die Nachbarfeuerwehren, Rettung und Bundesheerhubschrauber alarmiert. Eine dröhnende Geräuschkuliusse entwickelte sich um den angenommenen Katastropenort. Folgetonhörner schreien auf, schwere Motoren rattern, Anweisungen erschallen, der erste Militärhubschrauber läßt die Luft erzittern.

Blick auf das Übungsobjekt. Ganz links im Bild erkennt man ein Rarissimum – das versuchsweise gelb lackierte TLF 4000 der Berufsfeuerwehr.

Es gilt 90 Verletzte – Statisten der Tiroler Bergwacht, die graueneregend maskiert [sic] sind – aus ihrer Zwangslage zu befreien. 50 Einsatzfahrzeuge haben sich um die Unglücksstelle versammelt. Schon werden die ersten Verletzten, die über Leitern oder mit Hebebühnen geborgen wurden, in großer Eile abtransportiert.

Die Sanitäter hatten alle Hände voll zu tun.

In unglaublich kurzer Zeit sind alle Hotelbewohner geboregen. Insgesamt 20 Rettungsfahrzeuge bringen die Verwundeten quer durch die Stadt zu dem in der Bienerstraße bereitstehenden Hilfszug der Bundesbahnen. Ein schaurieges Bild bietet sich dort den zahlreichen Schaulustigen, die bei dieser Einsatzübung erwünscht sind, im Ernstfall jedoch erhebliche Schwierigkeiten bereiten würden. Die zum Teil schweren Verletzungen der Brandopfer sind so gut vorgetäuscht, daß die Übung fast den Eindruck eines Ernstfalles erweckt.

Übergabe eines Verletzten an die Rettung.

Der Berichterstatter der TT war sichtlich beeindruckt von den Leistungen der Blaulichtorganisationen und zog ein durchwegs positives Resümee:

Einen kräftigen Beweis dafür, daß die Bevölkerung in einem Katastrophenfall sofortiger Hilfe und Rettungsmaßnahmen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in kürzest möglicher Zeit gewiß sein kann, lieferten […] die Innsbrucker Berufsfeuerwehr, die Freiw. Feuerwehren der Bezirke Innsbruck-Land und -Stadt, die freiw. Rettungsgesellschaft Innsbrucks und der umliegenden Orte sowie Bundesheer-Feldambulanz und zwei Hubschrauber.

(Text: TT v. 5.6.1972, S. 3 / Fotos: StAI, Archiv der Feuerwehr Innsbruck, Fotoarchiv der BFI)

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  1. Die Tankstelle (oder war das doch das Entree zum damaligen Holiday Inn?) am Casinovorplatz – haben sie da noch ein Photo in fertigem Zustand? Die Architektur hatte was (heute wäre es wahrscheinlich und SOS Brutalism vermerkt)

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