Reisezeit – Unterwegs unter gutem Schutz_ Teil 4
Die Christophorus-Darstellungen sind sehr unterschiedlich. Hier sehen Sie den bärtigen Heiligen muskelbepackt und nur mit einem Lendentuch bedeckt, dessen Ende im Wind weht. Mit seinen Händen stützt er sich auf einen Baumstamm, der aus einem im Fluss liegenden Felsen wächst. Hinter dem Wasser erhebt sich eine Berglandschaft. Wäre da nicht das Jesuskind auf seiner Schulter, könnte man glauben, es handle sich um Herkules.
Das Jesuskind sitzt auf den Schultern des Heiligen. Mit einer Hand streichelt es das lockige Haar des Christophorus, in der anderen hält er die Weltenkugel.
Die Szene befindet sich in einem goldenen Rundmedaillon. Signiert ist die Darstellung mit Winkler Sistrans. Frau Steppanek hat in einem anderen Beitrag einmal den Maler Rudolf Winkler aus Sistrans erwähnt – vielleicht ist es derselbe Künstler.
Wissen Sie, wo diese Darstellung in Innsbruck zu finden ist?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-29357, 2002)
Ja, ja, da bin ich mir sicher – wegen der Nase(nlöcher) des Heiligen. Und weil wir gerade „in“ Sistrans sind – das letzte Mal war ich vor 5, 6 Jahren oben – und habe zu meiner Enttäuschung bemerken müssen, daß Wandbilder übermalt wurden und verschwunden sind. Offenbar fand man sie scheußlich.
Aber – wer weiß? – vielleicht werden sie einmal „wiederentdeckt“?
Schließlich fand man ja zur Renaissance- und Barockzeit die gotischen Wandmalereien nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechend und hat sie übermalt. Und so konnten sie in unserer Jugend „wiederentdeckt“ werden. Zum Teil, weil der Putz bei einem Bombenangriff abgeblättert war (Schloß Trautson).
Und dann würde man vielleicht jubeln „Ein naiver Maler des 2.Drittels des 20.Jahrhunderts“. Falls überhaupt die Häuser dann noch stehen…
Für mich ist diese Darstellung gewissermaßen die Illustration des Spruchs: „Mei, des war a guater Kerl! Den Arm hat der sich buchstäblich ausg’rissen, wenn wer a Hilf braucht hat!“
(Keine Ahnung, ob ich den Spruch eher von einem Maler und Anstreicher oder von einem Eisenbahner gehört habe. Also unklare „Quellenangabe“)
Man könnte auch fragen, wo es ein Haus mit weißen Fensterrahmen und ziegelroter Fassade gibt.
Unfreiwillig komisch der argwöhnische Blick des Christophorus auf den bedrohlich wurfbereit gehaltenen Weltapfel. Bei Kindern weiß man ja nie…
Einer Lösung harrt ja auch das Rätsel Nr. 2, welches trotz Herauszoomen unbekannt zu sein scheint. Wunderts wen?
Hl. Christophorus (und Hl. Florian) in der Dorfgasse. Siehe auch diesen Beitrag > https://innsbruck-erinnert.at/heute-nicht/