skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Quod Licet Bovi? (IV.)

Quod licet bovi? (IV.)

Ein möglicher Ausweg aus dem Fleischpreis-Problem war natürlich dem Fleischkonsum abzuschwören. Vegetarier gab es schon damals und sie wurden auch schon so genannt – zuvor wurden sie als Pythagoräer bezeichnet, da die Anhänger des Pythagoras ebenfalls kein Fleisch aßen. Das lag übrigens daran, dass diese an Seelenwanderung glaubten, speziell dass man auch als Tier wiedergeboren werden konnte.

Die Motive für den Fleischverzicht waren damals wie heute vielfältig. Oft wurde der „Vegetarismus“ allerdings nicht nur als Verzicht auf Fleisch gesehen, sondern als ganzheitlicher Lebensentwurf. Die pflanzliche Ernährung war für viele nur Teil eines Projektes zur moralischen Besserung des Individuums, die auch Arbeit, körperliche Ertüchtigung, Abstinenz und den Verzicht auf Tabak inkludierte.

Eine der wenigen Stimmen, die aber speziell im Hinblick auf die Fleischteuerung zum Verzicht aufrief, war der Schriftsteller Peter Rosegger, dem Namensgeber der entsprechenden Straße in Pradl. In der von ihm gegründeten Zeitschrift Heimgarten schrieb er: „Gegen die ganz brutale Fleischteuerung ist schon vielerlei versucht worden, nur nicht das Richtige. Vegetarier werden!“ Seine Position gründete sich dabei neben dem ökonomischen Argument v.a. auf die gesundheitlichen Vorteile, die er selbst bemerkt habe, seit er größtenteils vegetarisch lebte.

(Signatur Ph-7444, die Roseggerstraße in den 50er Jahren)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche