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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Panorama Mit Rätsel

Panorama mit Rätsel

Heute gibt es von mir ein zugebenermaßen jahreszeitlich nicht wirklich passendes Bild mit Blick von der Hungerburg (?) auf den Saggen, Pradl, Amras und das östliche Mittelgebirge. Der Villensaggen ist schon weitgehend verbaut, im Blocksaggen geht noch was. Das Riesenrundgemälde steht schon, auch die Talstation der Hungerburgbahn schaut hinter den Bäumen hervor. Das Innufer ist hingegen noch unverbaut, bzw. scheint dort zum damaligen Zeitpunkt eher Gemüse angebaut zu werden; es fehlen noch der Hans-Psenner-Steg sowie die zahlreichen Baracken, die später diesen Bereich für eine Zeit lang prägen werden.

Hängen geblieben bin ich bei dem Bild aber aus einem anderen Grund, nämlich den beiden kreisrunden Vertiefungen auf dem Plateau am unter Bildrand. Hier im Forum weiß man bestimmt, worum es sich dabei handelt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum RM-PL-2619)

Dieser Beitrag hat 28 Kommentare
  1. Die beiden kreisrunden Vertiefungen könnten Flak Stellungen aus dem 1.WK sein und sind hier wohl erst im Bau. Dann wären wir zeitlich etwa 1917 ±.

      1. Das Bild in Innsbruck informiert ist allerdings nicht das Gleiche wie in unserem Beitrag, es ist etwas weiter westlich aufgenommen.

  2. Das Bild kann frühestens mit dem Jahr 1923 datiert werden, da das Haus Haydnplatz 9, früher Erzherzog-Eugen-Straße 13 im Jahr 1922/23 erbaut wurde.

  3. Von wegen Hans-Psenner-Steg und den zahlreichen Baracken! Das alles wurde ja erst im Zuge der Luftschutzstollenbauten 1943 errichtet. Aber es fehlt zum Beispiel auch noch der Pembaurblock aus dem Jahre 1926 / 27!

  4. Könnten die Kreise vielleicht zu den früheren Fischteichen bzw. Parkanlagen der Weiherburg gehören? Luftangriffe im 1. Weltkrieg auf Innsbruck waren – wenn überhaupt – nur sehr selten, zudem wären die ‚Flakstellungen‘ sehr eng nebeienander gebaut – würden sich im Ernstfall eher behindern als ergänzen. Leider lässt sich am linken Bildrand nicht erkennen, ob der erste Flughafen (1925) bereits in Betrieb war.

      1. Ich überlege mir die strategischen Überlegungen dort Flak Stellung zu bauen. Direkt anfliegen konnte man sie nur von weitem, zu nahe gingen wohl nicht weil im Gegensatz zur Anlage am Lanser Kopf gleich dahinter der Hang droht. Feindlicher Anflug war andererseits von der Nordkettenseite auch kaum zu erwarten. Also zwar gut geschützt aber sonst eher ungünstig positioniert. Möglicherweise als Ergänzung zum Lanser Kopf gedacht um Feinde in die Zange zu nehmen, ganz in der Manier der kuk Militärs und der Kavallerie. Stop. Bevor jetzt die Pferde mit mir durchgehen werd ich mir für heute weitere Überlegungen verkneifen.

  5. Möglicherweise schreibe ich jetzt den größten Blödsinn meines Lebens hin, aber –
    Ich glaube sogar, dies einmal erwähnt zu haben! – soweit mir bekannt ist, habe hier der Pensionsinhaber W. ein Hotel hier erbauen wollen. Zu diesem Zweck sei der „Judenbichl“ planiert worden. Vor Baubeginn sei leider der erste Weltkrieg ausgebrochen. Und die schlechten Zeiten danach???
    Mein Gedankengang: Wasser kann man überall hinleiten – oder? Aber welche Kanalisationsmöglichkeiten hätte man an dieser Stelle gehabt? Alles in den Inn hinunterleiten?
    O d e r 2 „Sickergruben“ mit Ableitung des flüssigen Anteils – und einem in regelmäßigen Abständen mit seinem Sur-Wagen vorbeikommendem Bauern, der die beiden Gruben wieder freimachte und den Inhalt Richtung Ecke Amthorstraße – Langer Weg abführte?
    Ich hoffe, die Sternsinger haben heute genügend Weihrauchduft verbreitet, daß mein Kommentar keinen allzu üblen Geruch hinterläßt.
    (Wie heißts in der Archäologie? „NICHTS IST DAUERHAFTER ALS EIN LOCH!“)

  6. Trotz der Ähnlichkeit mit der frühen Fliegerabwehrstellung am Lanser Köpfl bin ich etwas skeptisch. Was sollen dort zwei Kanonen, die nahe Bahn und den Viaduktvor Bombenangriffen schützen? Mit den damaligen aviatischen Mitteln war man froh, wenigstens eine große Fläche wie den Bahnhof zu treffen. Naja, Franzensfeste war auch niemals in Gebrauch. Im „Fischnaler“ steht jedenfalls nichts.
    Man sieht außerdem andeutungsweise eine dritten Ring am Rand des Bichls und rechts neben dem hellen Rechteck am unteren Bildrand eine weitere Baustelle.
    Was ist rund und wird eingegraben? Kläranlage wäre eine Antwort, aber grade im sensiblen Bereich jüdischer Grabstätte hätte man das irgendwo lesen müssen (diente als Kläranlage, mit gedachtem Pfui-Finger).

  7. Eine Möglichkeit wäre noch, dass für die Trinkwasserversorgung von Innsbruck Hochwasserbehälter geplant waren. Aus irgendeinem Grund wurden diese nie fertiggestellt und übererdet. Etwas spekulativ …

  8. Ich glaube, dass wir bei den „Flakstellungen“ derzeit auf keinen grünen Zweig kommen, also einstweilen auf die Seite legen! Es gibt aber auf dieser Aufnahme noch so viel andere Details zu sehen, die zumindest für Pradler interessant sind.
    Zum Beispiel: Der dunkle Fleck im nordwestlichen Eck der Kreuzung Reichenauerstraße – Pembaurstraße war eine Miniatur-Bocksiedlung, eine Ansammlung von Holzhütten und Schupfen, umgrenzt von einem Bretterzaun (zumindest so habe ich es noch in Erinnerung), das Reich des Alteisenhändlers Faschang (nicht Fasching!). Zu ihm brachten wir nach dem Krieg in unserem Leiterwagele alles Metallene, das wir fanden, legten es auf seine Dezimalwaage und bekamen sofort den Gegenwert in Bar ausbezahlt. Fundstellen waren Haus und Hof, bei uns und den Nachbarn, aber besonders in den Ruinen der zerbombten Pradler Volksschule. Hier waren aber die größeren Buben aus den Südtirolerbauten unsere Konkurrenten!
    Einmal ergatterte ich ein bleiernes Abflussrohr und erhielt dafür ein Mehrfaches des Alteisenpreises! Knapp an einer Watschen vorbei kam ich dagegen, als ich einen der Eisenkeile, den mein Onkel Vinzenz für das Spalten der Backofenscheiter benötigte, verwerten wollte.

  9. Auf der anderen Straßenseite sieht man die riesige, noch leere Fläche zwischen Pembaurstraße – Reichenauerstraße – Gabelsbergerstraße – Egerdachstraße. Heute steht hier der Pradler Kindergarten und die Doppelhauptschule Pradl, die ja als Schuschniggschule gebaut, Schemmschule während des Krieges und Rennerschule nach dem Krieg hieß.
    Meine Tante, die jüngste Schwester meiner Mutter, erzählte mir noch vor ihrem Tod im Jahre 2014, dass hier in ihrer Kinderzeit ein großer Türkenacker war, ein herrlicher Platz zum verstecken spielen und von dem sie so manchen Türkenkolben mitgehen ließen. Sie glaubte, dass alles zum Hörtnaglhof gehörte.
    Die Schwarz – Kinder sind ja im Stöcklgebäude von Reichenauerstraße 17 aufgewachsen
    Leider ist das Bild unscharf, ich habe es schon etwas vergrößert und bearbeitet, ich kann es aber doch nicht richtig ausmachen: Wird hier schon gegraben??
    Interessant wäre schon (und ich habe ja schon öfters das Stadtarchiv darum gebeten), ob es Baustellenfotos gibt. Wahrscheinlich wurde ja alles von Hand ausgegraben und auf Fahrzeuge verladen!!

    1. Ja, und „in die Türggnacker ummi“ auf dem Arm getragen hat den kleinen Heini, geb 1932, die „Gasser-Oma“, die Stiefmutter meiner Schwiegermutter, die Zenzi Gasser geb. Theis….

        1. …..was einer Schwiegertochter gegenüber natürlich unerwähnt zu bleiben hatte und geblieben ist. Ic hab auch diesmal nichts gehört, gell!

          1. Die Gasser – Oma ist auch nur DURCH den schönen Gastgarten mit seinen Kastanienbäumen gegangen, vorne eini, hinten ausi, der kürzeste und schattigste Weg „zu die Türggnacker ummi“!
            Der Schlögl hat dann leider aus dem Gastgarten eine Kegelbahn gemacht – 1967, also ein Jahr vor Ihrer „Einbürgerung“ war das laut https://innsbruck-erinnert.at/goldener-winkel/ (ich habe gerade diesen Beitrag wieder einmal durchgelesen und gestaunt, wieviel wir beide damals über Altpradl geschrieben haben)

    2. Damit es irgendwo steht und ich nicht wieder suchen muss:
      Pembaurblock (den man ja auf diesem Foto auch noch nicht sieht): 1926 / 27
      Pradler Kindergarten Herbst 1928 (Baubeginn im selben Jahr!!)
      Pradler Doppelhauptschule Planung ab 1928, Baubeginn ?? (vielleicht findet das jemand heraus) – 1931 Rohbau fertig – Bauunterbrechung wegen Geldmangel – 1936 Fortsetzung der Bauarbeiten und erste Unterrichtsstunden 1937

  10. Rätselkreise in die Landschaft zu stellen scheint ein beliebtes Hobby der alten Koatlackler gewesen zu sein. Der Kreis um Herbert Geiler hat sich an der Deutung des Zwecks eines weitern, bei Büchsenhausen zu sehenden schon die Zähne ausgebissen.
    https://postimg.cc/GTLDyCKh

  11. Gerade ist mir das Rätselbild eingefallen, auf dem eine Gruppe Menschen rund um ein ein von Brombeeren (und was weiß ich, was noch) übeWeg rwuchertes kreisrunden Loch stehen – in Gramart oben – und gespannt hineinschauen.
    Ja, bei so einer Führung von Dr Peter Gstrein, dem Bergwerksspezialisten, waren wir im Oktober 1986 auch einmal mit.
    Wissen Sie, wo diese Führung geendet hat?
    Am Hohen Weg im Luftschutzstollen. Denn dort habe man auch geschürft, allerdings vrgeblich. Wie weit hinein (und hinüber nach Westen) weiß ich nicht mehr – oder weiß man nicht mehr. Und g’fundn hams nix!
    Wie gesagt – Gramartboden-kreisrundes Loch – Bergwerksstollen drunter… wäre eine mögliche Deutung.

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