Orientierungslos auf Nummer 18
Wieder einmal scheitert der vermeintlich lokalversierte Archivar bei der genauen Zuordnung einer Adresse. Und dies obwohl hier auch eine Hausnummer mit ins Bild gerückt ist. Architektonische Randelemente deuten dezent auf die Altstadt, aber wo steht oder stand dieser Bogen? Hinweise erwünscht, letzte Woche dauerte es etwas länger bei der Geolokalisierung durch das Forum und doch ist sie gelungen; hier wird es wohl wieder sehr rasch möglich sein auch wenn uns Einbahnschild, Trafik-Vitrine und Leiterwagen auch nicht wirklich helfen.
https://innsbruck-erinnert.at/das-kann-nicht-innsbruck-sein-xxix-eine-hilfestellung/
Oh das war fix. Danke Frau Pöll!
Meines Erachtens handelt es sich um die Schlossergasse 18 !!!
Hallo Herr Habicher, d a s hab ich auch die längste Weile gedacht, dass dich die Schlossergasse über die Seilergasse hinweg unter dem Bogen hindurch verlängert. Leider läßt auch auf amtlichen Plänen die Nummerierung aus. Gerade die Nr. 12 ist offiziell eingetragen, dann kann man selber zählen.
Im „Häusermeer“ https://haeusermeer.stadtarchiv-innsbruck.at findet man endlich Antwort, die Nr. 18 ist nach 1888 zur Seilergasse 17 geworden. Die Nr. 16 gehörte 1896 als Nr. 8 zur Kiebachgasse. Und die Evangelische Kirche war als Schlossergasse 14 dann die Kiebachgasse 10 wo sie heute kein Mensch findet (Früher gehörte sie zur Schule in der Kiebachgasse)….Ich hoff, wenigsten die Feuerwehr kennt sich aus.
Mein Blick für Randständiges blieb am Vitrinchen der Trafik hängen. Da sind einmal – no na – diverse Zigarettenschachteln ausgestellt. Aber was ist das andere, diese „Klötzchen“ in der Reihe vor den Zigaretten?
Weltproblem, ich weiß.
Heute ist das immer noch ein Vitrinchen, wenn auch ein anderes, ein Aushang der Speisekarte einer Pizzeria. ebenfalls Hausnummer 18. Das sollte auch die Adresse der ehemaligen Trafik sein. Im Adressbuch hab ich 1935 und 1939 Nosko Heinrich, Seilergasse 20 gefunden. Weiß wer etwas über diese Trafik in späteren Jahren?
Ich vermute, Herr Hirsch, dass es sich beim „Trafikanten“ Heinrich Nosko um den späteren Kaffe Nosko „… ist doch der Beste“ handelt. Dass dieses Geschäft in den Adressbüchern z. T. auch unter den Trafiken aufscheint, liegt vielleicht daran, dass auch Kolonialwaren- und Spezereiwarenhändler Stempel- und Postwertzeichen verkaufen durften, wie auch die Fa. Unterberger in der Herzog-Friedrich-Straße. Jedenfalls wird die Fa. Heinrich Nosko in div. Adressbüchern (z. B. 1924 – 1928) sowohl unter den Spezereiwarenhändlern als auch unter den Kaffeeröstereien genannt.
Die Personensuche in den AB nach Nosko Heinrich wirft mit der Adresse Seilergasse 18/20 als Beruf immer nur einen Kaufmann aus. Auch auf der Webseite der Firma gibt es keinen Hinweis auf eine frühere Tabaktrafik:
https://www.nosko.at/seit-1751/
Falls mehr von diesem Haus interessiert, hier gäbe es ab Seite 3 noch ein wenig darüber zu erfahren:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19291026&seite=4&zoom=33&query=%22Heinrich%2BNosko%22~2&ref=anno-search
Der mir auch bekannte Heinrich Nosko ist schon als Kaffee und Kolonialwaren Händler vermerkt, aber auf Nr. 18, also hinten im Hof nach dem Bogen.
Ich habe eigentlich nur nach der Trafik gesucht, die nach der Zahlenfolge die Adresse Seilergasse 20 haben sollte. Und da fand ich mitten unter den Trafiken eben den Herrn Nosko. Vielleicht eine Abbildung des Hausherrn auf die artfremde Trafik. Denn das ist eine solche, die Nr. 18 gehört zum Hinterhof und die nächste Nummer ist dann 20.
Danke für die Anno Links.
Das war mir schon klar, Herr Hirsch, dass Ihnen der „Kaffe Nosko“ ein Begriff ist 😉 Ich dachte bei den beiden unterschiedlichen Hausnummern entweder an eine Änderung der Nummerierung, wie sie auch in anderen Straßen erfolgte, oder an eine tatsächliche Übersiedlung von 1911 bis 1918 nach Haus Nr. 20. Allerdings ist die Firma danach wieder im Haus Nr. 18 zu finden: https://www.innsbruckerinnen.at/suche.php?name=Nosko+Heinrich&beruf=&strasse=&nummer=&jahr1=1897&jahr2=1976&limit=1000&was=name
In P. Helfers Häusermeer scheint H. Nosko nicht als Hausherr auf, in den Karten von innsbruckerinnen.at wird er ab 1897 als Einwohner von Haus Nr. 18 genannt. Eigenartigerweise gibt es die HNr. 20 weder im Häusermeer noch in den Karten.
Jetzt erst habe ich Ihren Kommentar von gestern 20:34 Uhr entdeckt, Herr Hirsch, und dadurch bemerkt, dass Sie das Häusermeer und die Karten von innsbruckerinnen.at schon durchgesehen hatten. Zu wenig hochgescrollt, tut mir leid.
Dafür kann ich (bzw. die folgende Zeitungsmeldung) jetzt Ihre Frage bzgl. des Vitrineninhaltes beantworten:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19320510&query=%22Seilergasse+20%22~1&ref=anno-search&seite=6
Eine Trafik hat es in der Seilergasse 20 jedenfalls gegeben. Sie wurde im Dezember 1927 und im September 1928 zur Besetzung ausgeschrieben:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19280907&query=%22Seilergasse+20%22~1&ref=anno-search&seite=6
Leider war kein Artikel zu finden, in dem berichtet wurde, wer denn den Zuschlag bekommen hat.