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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Nochmals Ein Häusl

Nochmals ein Häusl

Diese Photoplatte ist einfach mit „Innsbruck, Innbrücke gegen Norden“ bezeichnet. Eine Postkarte wird aus der Glasplatte werden. Das ist formal auch richtig.

Aber eigentlich ist es auch eine zentrale Aufnahme einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. Bereits kürzlich wurde an anderer Stelle über den Standort gerätselt. Nun haben wir eine Aufnahme deren Lokalisierung unbestritten ist. Aber ist es das gleiche Häusl? Fröhliches vergleichen.

Wenn es das aber nicht ist, müssen wir uns eingestehen, dass es früher mehr solcher (gratis-)Einrichtungen gegeben hat als heute. Gratis ist heute – glaube ich – gar keins mehr. Wissende helfen sich mit öffentlich zugänglichen Einrichtungen (Uni, Klinik, Friedhöfe etc.).

Abseits dieses Themas erkennen wir auch noch zwei Standln an der Brücke. Vielleicht ein Maroni-Brater und ein Obsthändler. Auch der Rettungsreifen an der Brücke scheint keine blöde Einrichtung, wenn auch etwas zu hoch gehängt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Kr/Pl-3893)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. (und ich dachte schon, MEIN TABLET spinnt!)
    Interessant ist jedenfalls, daß der „Häusl“-Standort seit den Tagen der Monarchie gleichgeblieben ist, wie die Häuser im Hintergrund beweisen (Ecke Höttingergasse links, bezw. Innstraße 3 rechts)
    Auf dem 1955-er Foto hat Innsbraße 3 noch einen einfachen flachen Spitzgiebek – dieser wurde in der Folge an den geschwungenen von Nr 1 angeglichen – also nach 1955, wie das Foto bewies.
    Wunderbar die Innbrücke! Das Foto muß vor dem 1. Weltkrieg entstanden sein. 2 Kutschen – aber ein Verkehrspolizist.
    Wann wohl diese alte Innbrücke asphaltiert wurde? Die Fahrbahn hatte schon einen Belag. Aber ich erinnere mich, daß ich noch den Inn zwischen den Brettern durch unter mir sah – nicht ganz so unheimlich wie auf der Karwendelbrücke, aber… ein bißchen wackelig wars schon! Holz „arbeitet“ ja und verändert sich je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit…
    Ich freue mich schon auf einen Beitrag über die alte dreiteilige Innbruggn!

  2. Grad weil ich so gerne bastle (stimmt nicht, ich bin Meister der Improvisation, Klebebänder, Klemmkartone und Drahtwickeleien), hab ich mir nochmals die im Hintergrund des innsbruck-erinnert.at/doppelt-und-dreifach-haelt-besser/ Häusls angesehen, es sind wirklich Fragmente der Häuser Mariahilfstr. 14/16. https://postimg.cc/phqqYvnv (Streber! Streber!)

  3. Aber müßte dann nicht der neuere „Läuterungstempel“ weiter westlich „angesiedelt“ gewesen sein als der von Anno 1910(?) an der alten Innbruggn mit den Beiden Kutschen?

    1. Nicht notwendigerweise, wenn der Fotograf weiter östlich gestanden ist, etwa da, wo der Maronibrater sein Provisorium aufgestellt hat. Das Foto wurde in westliche Richtung aufgenommen. Ob der Mast noch links vom Baum ins Bild gekommen wäre, wenn er an der selben Position stehen geblieben wäre, geht sich aber nicht aus, oder?
      https://postimg.cc/mhZGQL1b

      Zum früheren 2x 3x Beitrag:

      Ob der „(D)amen“zettel am Baumstamm noch aus der Zeit der Frauen und Männer stammt? Wenn man nämlich direkt vor dem Entleerungsgebäude stand, sah man vermutlich die zuordnenden Tafeln nicht. Die Renovierung hats dann samt neuer Anrede korrigiert.

      Die Fahrverbotstafel scheint den Abschneider hinter dem „Currasco“ und der Fleischbank verhindern zu wollen. Ob die Radler den Vorschlag angenommen haben? Vorsichtshalber hat man den Durchschlupf zwischen Mast und Häusl mit baugleichem Gitter abgeriegelt. Und der amenzettel zeigt, dass es jetzt vornherum hineingeht?

  4. Ich glaube nicht, dass die beiden Objekte ident sind: unterschiedliche Färbelungen der „Fassaden“, unterschiedliche Aufschriften (Frauen/Männer bzw. Damen/Herren), unterschiedliche Aufstellung (parallel bzw. quer zum Innufer). So scheint es mir jedenfalls.

    Die Geschichte dieser öffentlichen Bedürfnisanstalten in Innsbruck ist eine lange und wie es sich nach den Protokollen der GR-Sitzungen liest, eine recht mühsame Angelegenheit, bis endlich ein solches „Häusl“ an einem weiteren Standort angedacht, beschlossen, genehmigt und aufgestellt war. Dazwischen gab’s noch Renovierungen, Demolierungen, vorübergehende Schließungen und Wiedereröffnungen.

    Zur Diskussion hier werfe ich noch ein, dass im GR und in ANNO-Berichten auch die Rede von einer derartigen Anlage sowohl beim Innsteg („bei den englischen Anlagen“) als auch auf der gegenüberliegenden Seite der Innbrücke beim Waltherpark war. Allerdings konnte ich von keiner der beiden einen Bericht zur Eröffnung oder Schließung finden.

    Das „Doppelt und dreifach“-Titelbild wird von Herrn Rettenbacher auf 1954 datiert. Für dieses Titelbild hier fehlt noch eine Datierung. Anhaltspunkte? Asphaltierung, Beleuchtung, Vergleichsbilder, Zeitungsberichte, …

    Die Asphaltierung der Innbrücke fand 1932 statt: „1932 Anbringung eines Wellblechbelages mit Leichtbeton und Gußasphalt“. (Wilhelm Eppacher in Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck, Nr. 1, Jänner 1954, S. 6)

    Die Beleuchtung erfolgte zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Lampen: „Acht Kandelaber zur Anbringung von Gaslaternen bildeten einst ihre bescheidene Zierde.“ (Wilhelm Eppacher, s.o.)
    1929 folgten dann Kugellampen: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19290408&query=%22Innbr%c3%bccke+Beleuchtung%22~15&ref=anno-search&seite=5

    Hier eine Aufnahme aus der lampenlosen Zeit, wohl kurz vor der Anbringung der Kugellampen: https://innsbruck-erinnert.at/frankfurter-messe/

    Und hier, immer noch Gaslaternen trotz der von Herrn Pechlaner entdeckten Strommasten, oder alte Laternen mit neuer Energie? https://innsbruck-erinnert.at/auf-entdeckungsreise/
    Am gegenüber liegenden Innufer müsste eigentlich rechts vom Baum das Titelbild-Häusl -– zumindest ein Teil davon -– zu sehen sein. Dann wären allerdings mit dem pavillonähnlichen Gebilde zwischen Haltestelle und Kiosk gleich zwei Bedürfnisanstalten in unmittelbarer Nähe vorhanden gewesen, bei dem eher zähen Ringen um jedes „Örtchen“ für mich nicht wirklich denkbar.

    Zu guter Letzt noch eine Ansichtskarte, gelaufen im Jänner 1907, auf der Beleuchtung UND Titelbild-Häusl zu sehen sind: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:19070107_innsbruck_mit_frau_hittgebirge.jpg?uselang=de

    Vorausgesetzt, die (vermutete) Datierung des Fotos aus „Auf Entdeckungsreise“ mit März 1902 stimmt tatsächlich, dann wäre das Titelbild-Häusl zwischen 1902 und 1906 hier aufgestellt worden. Auf jeden Fall stand es dort bis 1954/55:
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19540108&query=%22Bed%c3%bcrfnisanstalt%22&ref=anno-search&seite=3

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