Wieder einmal einer für die Auto-Freaks
Wir befinden uns in der Fallmerayerstraße und schauen auf das Rathaus. Nein, tun wir nicht. Wir schauen uns die Autos an. Viel altes Blech. In einer Zeit ohne Sicherheitsgurte und Kopfstützen. Kindersitze? Sehr lustig.
Eine Besonderheit sind die Klimaanlagen in Autos. Jahrzehntelang fuhr man im Sommer mit heruntergelassenen Fenstern und gut war´s. Heute zieht eine arktiskalte Luft auf Gesicht, Knie und Nacken. Wenn man vorher geschwitzt hat, ist das eine garantierte Verkühlung. Mindestens. Aber die ganzen Autoliebhaber wollen ihre teuren Extras zeigen.
Zurück zu unserem Foto. Frühe 1960er Jahren? Keine Ahnung. Wenn ich richtig gezählt habe sehen wir 12 Autos. Und nun ergeht der Aufruf an die Wissenden: Was sind das für Modelle?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph/A-24.488-1-69)
Obwohl ich mir zwei Prinzipien einzuhalten geschworen habe, nämlich 1.) nie mehr ein unscharfes Foto zu kommentieren und 2.) niemals einen Sonntagmorgen mit Herumraten zu verplempern, hat mich neben der Natur des Hepperger Geschäfts (Fahrradhändler) das davor stehende, einzig interessante Auto meine Prinzipien über den Haufen werfen lassen. Austin Cambridge, Morris Oxford, Hillman Minx – alles Nieten. Am ehesten ein Peugeot 403, aber sooo ausgeklinkt kann doch nicht einmal der skurrilste Engländer sein.#, dass er sich linksgelenkt durch Wales (s.u.) plagt.
Sein tut es dann ein Rover P4. Mit dem Hinweis auf die dreiteilige Heckscheibe konnte ich sogar die google lens von ihren falschen Vorstellungen (auch auf Peugeot 403 hereingefallen) überzeugen…Dafür hat sie mit ihrer FBI Software das Nummernschild zugeordnet: „Die Buchstabenkombination AX wurde historisch für Fahrzeuge aus der Region Monmouthshire in Wales vergeben.“
Halb interessant, aber auch erwähnenswert sind die Fahrkünste des Fahrers des Opel Kapitäns, der dieses Schiff als einziger rückwärts eingeparkt hat. Spielend kam er so an der frech abgestellten Vespa vorbai, die den gradeaus eingeparkten Dauphinefahrer mächtig geärgert haben wird,
Übrig gelassenes Rätsel: Weist das ganz rechts sichtbare „O“ damals schon auf einen Optiker hin? Der heutige Isser wirds ja nicht gewesen sein.
An erkennbaren Autos sehe ich natürlich den Opel Rekord im Vordergrund, links neben der Vespa einen Peugeot 404, dann eine Renault Dauphine, oder Gordini und rechts neben dem kuriosen Engländer noch einen Fiat 1100.
der Peugeot 404 hatte zwar eine ähnliche Frontpartie, aber keine Windschutzscheibe mit Panoramaknick und gegenläufige Scheibenwischer.
Lieber Karl, bei dem Peugeot 404 hast Du mich verunsichert, aber ein 403 ist es nicht. Die hatte auch keine Panoramascheibe vorn. Vielleicht hilft uns ja wer weiter, Experten gibt es hier ja einige.
Ich zweifle auch an meiner Kapitän Theorie, ähnlich mit dem Panoramaknick, aber wenn man dann ein Bild dieses Autos sieht https://postimg.cc/sBbtzV32 🙂 ?? Wahrscheinlich also auch ein Exote. Die Google Bildersuche, die mir schon den Rover als Peugeot verkaufen wollte, behauptet hartnäckig, in diesem Auto einen Ford Thunderbird zu sehen, glaub ich aber nicht.
Warten wir auf das Urteil echter Experten, die auch die 1100er Fiat in einzelne Untertypen unterscheiden können.
An den Ford Thunderbird glaube ich auch nicht, aber ich bin gespannt, ob wer den Schlitten erkennt.
„Echter Experte“ wäre für mich eine Anmaßung, da wäre ein Sachverständiger gegenüber vom Gasthaus Schupfen mit kleinem Museum prädestiniert, aber bei den geparkten Autos ganz links und ganz rechts ein FIAT 1100. Beim linken kann es nur ein FIAT 1100 N gebaut von 1953 bis 1956, oder ein FIAT 1100 M gebaut von 1956 bis 1957. Um ein Haar wären die hinteren Blinker zu erkennen, dann wüsste ich welches Modell. Der FIAT 1100 ganz rechts mit der Zweifarbenlackierung ist ein 1100 RL oder ein 1200 Gran Luce. Die 1100 R 1100 Speciale und 1100 Export sahen auch so aus, die gab es meines Wissens in keiner Zweifarbenlackierung, zumindest nicht ab Werk, bitte um Berichtigung wenn ich falsch liege. Zu bedenken ist auch, daß viele in Innsbruck zugelassene FIAT Steyr-FIAT waren.
Jetzt hat‘s mich grad g’rissen. Auf den ersten Blick, noch vor dem Vergrößern, dachte ich in dem 1100-er Fiat das Auto meines Bruders zu erkennen. Der hatte einen solchen mit dem Kennzeichen T 1.313. Wäre schon ein mords Zufall gewesen, aber gefreut hätte es mich.
Links neben dem Kapitän/Peugeot/Rover/Thunderbird glaube ich noch einen Ford Anglia zu erkennen. Den fand ich als Kind immer lustig. Ich war mir sicher, dass durch die nach vorne ausgerichtete Heckscheibe im Wageninneren viel weniger Platz wäre als bei anderen Autos.