Mutige Frauen
Skeleton ist – aus meiner Sicht – ein Sport für freundlichsten Falls recht mutige, mehr oder weniger verrückte Sportler. Kopf voran einen ruppigen Eiskanal mit Höllengeschwindigkeit hinunter zu donnern ist nicht jedermanns Sache, aber „wilde Hunde“ hat es immer schon gegeben. Lenken scheint man nur mit Gewichtsverlagerung zu können. Also so gut wie gar nicht. Bremsen? Wozu denn?
„Mad dogs and Englishmen“ sagt man in Australien angeblich dazu. Von den Engländern wurde der Sport auch erfunden.
Seit Mitte der 1970er Jahre gibt es den „Ersten österreichischen Skeleton-Club Innsbruck-Igls“,welcher seit dieser Zeit zahlreiche nationale und internationale Rennen organisiert hat. Ende 1977 fand in Igls die Tiroler Meisterschaft statt.
Heute unvorstellbar ist die Möglichkeit für die männliche Jugend zu diesem Anlass „diesen rasanten Sport selbst zu probieren! Schlitten wird vom Club beigestellt. Bitte, wenn möglich, Helm mitbringen!“ Man will sich die Haftungsfrage gar nicht vorstellen. Vermutlich hat der Verein keine (nennenswerte) Versicherung abgeschlossen.
Aber was hat das Alles mit mutigen Frauen zu tun? Wie auf dem Plakat zu lesen ist, hat man nur männliche Interessenten angesprochen.
Gemäß dem damaligen Reglement waren Frauen im Skeleton-Sport nicht zugelassen. Dabei gab es immer wieder einige Frauen, die sich sogar mit aufgemalten Schnurrbärten und ähnlichen Täuschungen unter die männlichen Teilnehmer gemischt haben.
Meist waren das die Ehefrauen oder Freundinnen der Aktiven. „Leider“ wurden diese von den Funktionären nicht erkannt…
Eine der Ersten war die Kellnerin Traudl vom „Lewisch“, dem Stammlokal der Skeleton-Piloten.
(Foto: privat)