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Marika Rökk In Innsbruck, Teil 2

Marika Rökk in Innsbruck, Teil 2

Marika Rökk reiste am 13. Oktober 1947 mit dem Zug zu einem vom 14. bis 18. Oktober in Innsbruck veranstalteten Gastspiel an. Bei ihrer Ankunft am Innsbrucker Hauptbahnhof entstand das folgende Foto, das dann aber erst am 16. Oktober 1947 in der Tiroler Tageszeitung veröffentlicht wurde.

Die Künstlerin bezog ihr Quartier in dem – auf der Hungerburg gelegenen – Hotel Maria Brunn. Dort wurde sie bereits kurz nach ihrer Ankunft von Reportern der Tiroler Tageszeitung interviewt. In einem Artikel, der am 14. Oktober 1947 in der Tiroler Tageszeitung veröffentlicht wurde, berichteten die Reporter über das Gespräch mit Marika Rökk unter anderem Folgendes: „Eine knappe Stunde nachdem der Arlberg-Expreß Marika Rökk zu ihrem Gastspiel nach Innsbruck gebracht hat, sitzen wir ihr bereits in der Halle des Hotels „Maria Brunn“ gegenüber. Dieses „Wunder“ hat ihr rühriger Manager Hermann Alexovics zustande gebracht. Aber auch Frau Rökk selbst ist nicht im entferntesten das, was man sich gemeinhin unter einer „Diva“ vorstellt. Angefangen von der Kleidung: ein einfaches, aber nettes blaues Jackenkleid – selbst entworfen – kein Luxuspelz, keine blitzenden Brillanten. […] Im übrigen ist aber Marika Rökk ganz so, wie wir sie aus den Filmen kennen. Temperamentvoll, natürlich, ungekünstelt. Sie plaudert im selben frischen, von lebhaften Gesten begleiteten Gesprächston über künstlerische Probleme wie über Kind und Familie, die zur Zeit in Gastein leben. Ihr Humor scheint sich auch durch die schwersten Belastungsproben des Schicksals nicht unterkriegen zu lassen. […] Freude am Schönen, Freude an der Freude, die sie anderen bereiten kann, ist das Lebenselement dieser Frau, die Sensationsgier zur dunkel-geheimnisvollen Spionin stempeln wollte. Das, was jeden, der Gelegenheit hat, mit ihr zu sprechen, unweigerlich gefangen nimmt, ist nicht düster-schwüle Faszination, sondern die schier unglaubliche Energie, mit der sie ihr Leben meistert und der Zukunft hoffnungsfroh entgegenblickt. „Eines habe ich jedenfalls in diesen zweieinhalb Jahren erzwungener Ruhe gelernt“, sagt Marika Rökk mit nachdenklichem Blick, „Das Wartenkönnen. Alles im Leben braucht Zeit. Und Mut. Besonders der ganz jungen Künstlergeneration möchte ich das ins Stammbuch schreiben: Nie müde werden, nie verzagen! Und wenn es weh tut – dann erst recht. Verzichten können, heißt das Leitwort des Künstlers, gerade in der Jugend. Verzicht aber nicht als Opfer empfinden, sondern als Glück – das erst ist Berufung.“ Angesprochen auf ihre bevorstehenden Auftritte vor dem Innsbrucker Publikum meinte sie: „Ich freue mich – aber ich habe Lampenfieber! Ob ich das Tiroler Publikum gewinnen werde? – Die großen Erfolge in Vorarlberg haben mir Mut gemacht: Ich glaube, es wird alles gut gehen!“

Das Titelbild zeigt das Plakat für die von Marika Röck angesprochene Veranstaltung, die den Titel „Rendevouz mit Marika Rökk“ trug. Neben ihr traten noch zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler auf. Das Tiroler Publikum und ganz besonders der Reporter, der am 16. Oktober 1947 in der Tiroler Tageszeitung über das Ereignis berichtete, waren von der Aufführung restlos begeistert. Er schrieb: „Vielleicht ist das Wort „Rendezvous“ nicht ganz zutreffend, denn ich war nicht allein mit der Frau meiner Träume. Nicht nur einer störte mich, nein, viele, die alle kamen um Marika zu bewundern. Ungeduldig harrte die Menge auf Einlaß, auch König „Schleich“, der sich mit schwarzen Karten beschäftigte, war darunter. […] Und nach all diesen Höhepunkten und Superlativen [damit sind die beachtlichen Leistungen der Künstlerinnen und Künstler, die vor Marika Rökk auftraten] noch der höchste Höhepunkt: Marika Rökk. Nicht den großen Filmstar spielend, nein, eine entzückende Frau, die, ganz gleich ob sie sang, plauderte oder steppte, die Herzen der Zuschauer – nicht nur der Männer – im Sturme nahm. […] Und nun zu meinem Rendezvous: ich war begeistert. Und die anderen: noch mehr.“

(Stadtarchiv Innsbruck, Pt-1442)

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