Eine große Feier zur Hungerburgbahn-Eröffnung
Zur Eröffnung der Hungerburgbahn am 12. September 1906 gab es im Hotel Mariabrunn auf der Hungerburg eine große Feier bei der die für den Bau Verantwortlichen geehrt wurden. In den Innsbrucker Nachrichten wurde am 13. September 1906 ausführlich über diese Veranstaltung berichtet: „Die Hungerburgbahn wurde gestern, am Eröffnungstage, trotz des schlechten Wetters von über 200 Personen benützt. Namentlich der erste Wagen war stark besetzt; um die Karte Nr. 1 herrschte ein förmliches „Gerisse“. […] Im Hotel „Mariabrunn“ (Hungerburg) vereinigte gestern ein interner Abend die Vertreter des Betriebes, der Bauleitung, der „Union“, des städtischen Elektrizitätswerkes und der Presse zu fröhlichem Zusammensein. Ingenieur Innerebner gedachte hiebei des derzeit in Karlsbad zur Kur weilenden Schöpfers der Bahn, Herrn Ingenieurs Riehl. Die Schöpfung desselben möge blühen und gedeihen. Er empfahl sie der Obsorge derjenigen, in deren Pflege sie gegeben wurde: der Obsorge der Betriebsleitung. Vor sechseinhalb Jahren hat Betriebsinspektor Twrdy nur die Lokalbahn Innsbruck – Hall übernommen; seit dieser Zeit sind vier Bahnen aller Systeme hinzugewachsen: die Mittelgebirgsbahn, die Stubaitalbahn, die elektrische Tramway und nunmehr die Drahtseilbahn auf die Hungerburg. Der Erfolg zeigt, daß die Bahnen von bewährter Hand geführt werden. [Der] Redner gedachte auch der tausend fleißigen Hände, der Arbeiter, die die neue Drahtseilbahn schufen und des Leiters, der die Schöpfung ohne Unfall zu Ende führte, des Ingenieurs Leitempergher, ebenso der Elektrizitäts-Gesellschaft „Union“. Betriebsinspektor Twrdy erhob sein Glas auf die Bauleitung und beantragte die Absendung eines Begrüßungstelegrammes an Ingenieur Riehl, dem Schöpfer des neuesten Meisterwerkes moderner Ingenieurskunst. Auch der Presse brachte er sein Hoch! Ingenieur Pircher vom städt. Elektrizitätswerk dankte im Namen der Gäste für die Einladung, ließ den Bauherrn „leben“ und sprach die Hoffnung aus, daß dieser zu Nutz und Frommen der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol noch viele ähnliche Schöpfungen schaffen möge. Ingenieur Tauschek brachte sein Hoch dem wackeren Mitarbeiter des Herrn Ingenieur Riehl, dem Ingenieur Innerebner. – Treffliche Gesang-, Zither- und Guitarrevorträge des Herrn Hermann Gürtler und des Fräulein Mizzi Hupfauf brachten weitere Abwechslung in den Abend, der auch die Leistungsfähigkeit des Hotels „Hungerburg“ im besten Lichte erscheinen ließ. Erst nach Mitternacht wurde die Rückfahrt unternommen.“
Das Titelbild, eine Glasplattenfotografie aus der Sammlung Walter Kreutz, dürfte auch um 1906 herum entstanden sein. Abgebildet ist das Hotel Mariabrunn samt Aussichtsterrasse.
(Stadtarchiv Innsbruck, KR-PL-276)