Maria Mair
Wenn Sie als Innsbruckerin gelegentlich im Internet oder beim Faschingsgschnas mit Augenmaske ein wenig von der Anonymität des Augenblicks profitieren wollen, dann brauchen Sie einen Inkognitonamen. Ich empfehle hierfür die Kombination aus zwei häufigen Namensteilen. Als Vorname ist hierorts entweder Maria oder Anna zu präferieren, als Nachname stehen Gruber, Berger oder Mair zur Verfügung. Im Oberland Riml oder Schöpf, im Unterland Moser oder Egger.
Solcherart in die Ungooglebarkeit entrückt, könnte, wenn wir von den 1950-er Jahren sprechen als Beruf die Krämerin dienen, ein paar Kolonialwaren, Delikatessen, Reiseproviant und Südfrüchte. So steht es auf dem Geschäft, das hier von einem Profifotografen abgelichtet wurde und offenbar in der finalen Werbekarte noch ordentlich entlang des deckweißen Rahmens beschnitten werden sollte.
Mit diesen Angaben finde ich normalerweise jede Innsbrucker Kauffrau, in diesem Fall könnte es am Innrain sein, in der Innstraße, in der Liebeneggstraße oder der Neurauthgasse in Wilten, in der der Höttinger Kirch-, später Daxgasse… alles Ladnerinnen namens Maria Mair.
Ich habe sie nicht gefunden. Das Haus und die hübsche Beschriftung mit der Eigentümerin an ihrer Obstwaage sind mir unbekannt. Ich rätsle über Maria, Anna, Mair, Gruber, Egger, die ja vielleicht gar nicht so hieß sondern sich einen Spass draus gemacht hat, hinter einem Namen zu verschwinden, der einen iin Geschichte und Gegenwart unauffindbar macht.
(Archiv Markus Wilhelm)