Am Innrain vor über 100 Jahren
Das Titelbild dieses Beitrags zeigt eine am 1. Februar 1914 gelaufene Postkarte auf der die Fassaden der Häuser Innrain 54a bis 62 sowie das Eckhaus Innrain 54 / Rechengasse 1 abgebildet sind. Im Haus Innrain 54a befand sich zur Zeit der Fotoaufnahme die „Werk- und Rohstoff Genossenschaft der Tischler Innsbrucks“. Gegründet wurde diese im Jahr 1898. In den Innsbrucker Nachrichten vom 3. Februar 1898 wurde die Gründung der Genossenschaft öffentlich bekanntgegeben: „Beim k. k. Landesgerichte Innsbruck als Handelssenat wurde im Genossenschafts-Register, Band II, Fol. 90, die Firma: Werk- und Rohstoff-Genossenschaft der Tischler Innsbrucks, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, mit dem Sitze in Innsbruck, eingetragen. Das Unternehmen beruht auf dem Gesellschaftsvertrag vom 8. December 1897 (Beilagen-Buch Nr. 88.) Gegenstand der Unternehmung ist die Herstellung von gewerblichen Tischlerwerkstätten mit mechanischem Betriebe und die gemeinschaftliche Benützung der mechanischen Betriebsmittel im Wege der Vermiethung derselben an die Mitglieder, sowie der Ankauf der erforderlichen Rohstoffe für gemeinschaftliche Rechnung und Verkauf derselben an die Mitglieder. Den ersten Vorstand bilden: Josef Wöll, Tischlermeister in Innsbruck, Obmann; Franz Greßl, Tischlermeister in Innsbruck, Cassier; Josef Petrowitsch jun., Tischlermeister in Innsbruck, Controlor. Die Zeichnung der Genossenschaftsfirma geschieht in der Weise, dass zu der von wem immer geschriebenen oder vorgedruckten Firma zwei Vorstandsmitglieder ihre Namensfertigung hinzufügen. Ein Geschäftsantheil ist auf 100 fl. festgesetzt. Kein Mitglied der Genossenschaft darf mehr als einen Geschäftsantheil haben.“
(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer 4-244)
Sehr schön wieder der Grenzstein Innsbruck/Wilten im Kellerausschnitt zu sehen.