Fahrbahnverengung beim Templwirt
Es gibt in Wilten eine ganze Reihe von Kreuzungen und Zebrastreifen, auf denen man sich als Füßgänger:in sprichwörtlich jeden Tag drei Mal überfahren lassen könnte. Aus Sicht der Autors sind dabei jedenfalls die beiden Zebrafallen in der Maximilianstraße zu nennen, die nach Befund der Autofahrer mit Innsbruck-Land-Kennzeichen völlig unnötigerweise errichtet wurden oder schlicht unsichtbar sind, weshalb ein Verringern des gerade mühsam aufgenommen 60ers nicht vorgesehen ist. Auf der Fischerstraße Höhe Tschamlerstraße ists auch recht gut überfahren werden, bei der Speckbacherstraße nähe Pizzeria blinkt nun seit kurzer Zeit ein Blinklicht, um den Menschen die rasch in den Bezirk Schwaz oder Imst zurück müssen und in scharfer Lebensentwurf-Opposition zu blechkistenlosen Stadtbenützer:innen stehen, die Notwendigkeit einer Reduktion auf etwa 30, inklusive der – selten gewählten – Option auf Drüberlassen von Alten oder Müttern mit Kinderwägen, nahezulegen.
Hier im Bild, Ecke Templ- und Fischerstraße, herrscht ob der nicht schnurgeraden Verkehrsführung samt nicht linearer Vorrangregel bis zum heutigen Tag Konfusion, wer wann gehen oder fahren sollte. Für die wenig später von der Südringbaustelle an den Rande des Nervenzusammenbruchs gedrängten Wipptaler Chauffeure beginnt hier schon das Aufwärmen für den täglichen Car-Rage. Dieses Phänomen, dass außerhalb ihres Autos freundliche und achtsame Zeitgenossen beim Starten des Motors in unbändige Wilde mit den Manieren eines Neandertalers verwandelt werden, harrt noch einer für mich verständlichen volkpsychologischen Deutung.
Frau Stepanek hat kürzlich die Engstelle hier erwähnt, das Bild aus der Sammlung Markus Wilhelm (aus einem Album der Mayers) hat mich daran erinnert.
Guter Blogpost und gutes Statement 🙂 Ich sehe das als mobilitätspolitischen Input und gebe dir obendrein völlig Recht, in Wilten gehört noch viel entschleunigt, entsiegelt und entblechkistet. Es gibt auch schon Projekte, auch wenn wir in Österreich leider weniger flexibel sind beim Umbau das öffentlichen Raums, etwa was Wasserflächen und „urban jungle“ betrifft, als das z.B. in Frankreich der Fall ist, wo viele Städte inzwischen schon sehr weit sind in der Transformation. Leider ist der menschenfreundliche Umbau der Stadt bei uns eher ein Jahrhundertvorhaben und heute sind Umsetzungen langwieriger denn je geworden. Aber du kannst dir sicher sein, dass es langsam, aber sicher passiert. In Wilten wurden immerhin unter den grünen Mobilitätsstadträtinnen Sonja Pitscheider und anschließend Uschi Schwarzl schon fast alle Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet, jetzt sind unter Mobilitätsstadträtin Janine Bex Superblocks und damit Durchfahrtssperren für den mIV auch dort ein Thema, der Kaiserschützenplatz und die Leopoldstraße harren einer menschenfreundlichen, autoarmen Neugestaltung und der südringbegleitende Radweg ist in einem Abschnitt in Bau, in einem weiteren in Planung. Die automobilen Windmühlen ächzen schon ein wenig.
Empfohlene aktuelle Lektüre dazu: https://www.oekom.de/buch/gruene-staedte-9783987265105