Erinnerung an die Brennerbahn – Nächster Halt Klausen/Chiusa
Im letzten Beitrag haben wir bereits die Ansicht von Klausen im Erinnerungsalbum der Brennerbahn betrachtet. Ein kleines Detail hat dabei allerdings gefehlt. Unsere treuen Leser*innen wissen natürlich sofort, welches: der Bahnhof.
Der Bahnhof von Klausen liegt etwas außerhalb des historischen Stadtkerns auf der anderen Seite des Eisack und ist deshalb auf den meisten Stadtansichten gar nicht zu sehen. Der Blick der Reisenden fiel damals wie heute zuerst auf das hoch über der Stadt thronende Kloster Säben. So ergeht es leider auch unserer Sammlung. Sie enthält zahlreiche Ansichten von Klausen, doch auf keiner einzigen ist das Bahnhofsgebäude zu erkennen.
Das ist besonders schade, denn der Bahnhof zählt zu den schönsten historischen Empfangsgebäuden entlang der Brennerbahn. Er wurde 1867 nach Plänen des uns allen inzwischen gut bekannten Eisenbahnarchitekten Wilhelm von Flattich errichtet. Das Gebäude besteht aus hellem Brixner Granit, während Sockel und Eckquader aus Porphyr gefertigt wurden. Seine charakteristischen hölzernen Giebel verleihen ihm bis heute ein unverwechselbares Erscheinungsbild.
Besonders erfreulich ist, dass der Bahnhof die vergangenen rund 160 Jahre nahezu unverändert überstanden hat. Seit 2004 steht das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz. Im Zuge einer umfassenden Restaurierung in den Jahren 2008 und 2009 wurden spätere Einbauten entfernt und viele Bereiche wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Heute informieren museal gestaltete Räume über die Geschichte des Bahnhofs und der Brennerbahn.

Mit der Modernisierung der Strecke verlor Klausen zwar seine Funktion als Betriebsbahnhof und wird seit 2006 nur noch als Haltepunkt geführt, für Reisende und Eisenbahnbegeisterte ist der Bahnhof dennoch bis heute eine der schönsten erhaltenen Stationen entlang der Brennerbahn.

Auch wenn wir diesmal leider keine historische Aufnahme des Bahnhofs aus unserem Bestand zeigen können, möchten wir die Gelegenheit nutzen, einige weitere Ansichten von Klausen zu präsentieren. Viele dieser Aufnahmen würden in unserem Archiv in Innsbruck vermutlich nur selten entdeckt – dabei erzählen auch sie ein spannendes Stück Geschichte der Stadt und ihrer Verbindung zur Brennerbahn.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-12047, KR-NE-4612, KRNE-4176, Ph-Pl-1699-10)