Erinnerung an die Brennerbahn – Nächster Halt Freienfeld/Campo di Trens
Nachdem wir Sterzing hinter uns gelassen haben, ist der nächste planmäßige Halt auf der Strecke vom Brenner gen Süden der Bahnhof oder besser gesagt der Haltepunkt Freienfeld. Das von Wilhelm von Flattich entworfene Aufnahmegebäude ist bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten. Besonders prägend sind das Mauerwerk aus Brixner Granit, das Giebeldach sowie die kunstvoll gestalteten Holzdetails an den Giebeln.
Eröffnet wurde der Bahnhof im Jahr 1867 gemeinsam mit der Brennerbahn zwischen Innsbruck und Bozen. Später entwickelte sich die Anlage zunehmend zu einem wichtigen Güter- und Militärbahnhof. Die umfangreichen Gleisanlagen zwischen Freienfeld und Sterzing wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe weitgehend zerstört.
1995 erfolgte eine Modernisierung mit neuen Bahnsteigüberdachungen, einer Unterführung und der Sanierung des historischen Gebäudes. Seit 2004 steht der Bahnhof unter Denkmalschutz und erinnert bis heute an die große Zeit der Brennerbahn. seit 2005 ist der ehemalige Bahnhof allerdings nur mehr ein „Haltepunkt“. Ein Foto des Bahnhofes fehlt wie jetzt leider immer öfter in der Serie, aber selbiger kann natürlich noch vor Ort oder über Google maps besichtigt werden. Das einzige Foto von Freienfeld in unserer Sammlung ist das Titelbild aus der Sammlung Kreutz aus den 1950er Jahren, das auch perfekt zu unserem nächsten Beitrag überleitet.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum KRNE-6282)
Wie gut, daß unser junger Landsmann cin der ersten Hälfte (oder sogar im ersten Drittel) der Fünfzigerjahre seine Fahrt Richtung Süden kurz unterbrochen hat, um im Bannkreis des Wallfahrtsortes Maria Trens dieses Foto zu schießen!
Das war ein bißchen knapp und ungenau.
Der Außerferner Landsmann hat soeben den Eisack überquert- und die Geleise der Bahn (falls es nicht schon eine Unterführung gab) ebenfalls. Oder mußte er noch bei einem Bahnschranken warten?
Jedenfalls – der Hang links ist der Fuß des Burgkegels von Schloß Sprechenstein.
Daß wir hier in einer Bucht des ehemaligen großen Sees sind, vvon dem das „Sterzimnger Moos“ das letzte Überbleibsel war, ist ohnedies jedem geläufig – und vielleicht sagt uns ein Botaniker, daß dieser hohe Grasbewuchs in der Wiese ebenfalls noch auf einen immer noch feuchten Untergrund hinweist.
Man beachte ferner die glänzend schwarze „Clothschürze“ der Frau. Gibts heute auch nicht mehr. Cloth – der Erfinder der merzerisierten /glänzend gemachten) Baumwolle war ein Brite namens Mercer. Daher das Ti-äidsch bei der Stoffbezeichnung.
Es lebe das überflüssige Wissen!
Ich liebe das überflüssige Wissen einfach – danke dafür!!!
Und – weil wir gerade beim überflüssigen Wissen sind: Diese Feuchtwiesen, die nach der Trockenlegung des Sterzinger Mooses noch übrig sind, nennt (oder nannte man zumindest vor 50 Jahren) die “ M Ö S E R „
Ja, ich habe mich gefragt, w a n n dieses hübsche Foto wohl entstanden sein mag – und wen befragt man da? Natürlich Mr Google – und der erzählt, daß das Teilstück der Brennerautobahn zwischen Bozen und Trient 1968 freigegeben wurde – und jenes zwischen Grasstein und Vahrn 1972. Und dann war die Autobahn fertig, meint er.
Also müßte der Herr aus dem Bezirk Reutte das Foto so um plus – minus 1970 gemacht haben. Denn sonst wäre dieses Straßenstück – die gute alte Brennerstraße – vom Autoverkehr ziemlich verstopft. Und? Sehen Sie auch nur einen einzigen Kraftwagen? Sind alle auf der Autostrada. Und hier herrscht Ruhe. Bis auf einzelne Genußbiker.
Ich hatte so auf unsere Herren gehofft, daß sie Modell und Baujahr der „Kraxn“ erkennen und uns mitteilen…!!!
Liebe Frau Stepanek, ich möchte mich wirklich nicht wichtig machen, den Außerferner darf ich aber korrigieren. Meines Wissens waren die Nummern bis 11.999 für Innsbruck vorgesehen, die für Reutte 5-stellig mit dem 7er vor dem Punkt.
T 1.000 bis T 9.999 war Innsbruck-Stadt, ab T 10.000 zählte dann die Tausenderstelle (also vor dem Punkt). 0 und 1 Innsbruck-Stadt, 2 Innsbruck-Land, 3 Imst, 4 Kitzbühel, 5 Kufstein, 6 Landeck, 7 Reutte, 8 Schwaz, 9 Lienz. Ausnahme war bei sechsstelligen Nummern, wenn die Zehntausenderstelle 0 war, war das auch Innsbruck-Stadt.
@Sebastian – stimmt natürlich, meine 11.999 sollten 9.999 heißen. Sorry
Ja, danke, das ist mir sehr Recht (schreibt man jetzt groß, gell), daß ich berichtigt wurde. Als komplett führerscheinloses Wesen habe ich mir die ganzen langen Jahrzehnte her nur das mit der STELLE VOR DEM PUNKT gemerkt – und bin in die Feinheiten gar nicht eingefrungen…
Ja, wenns eh an Inschbrugger war – dann muß er mir nicht derbarmen, gell, wegen der weiten Strecke. Dann wars ein Ausflug (mit einem schönen Bild für uns, das mehr über die Umgebung und die Zeit der Aufnahme verrät, als man auf den ersten Blick vermuten würde)
….um zurück zu den Feuchtwiesen zu kommen – ich bin zwar kein Botaniker, aber häufig mit der hierfür zuständigen Behörde unterwegs – ohne den Ort genau zu kennen, könnte es mit Hintergundinfo „Feuchtwiese“ ein Seggenried oder eine Borstgraswiese sein. Natürlich kann es auch ganz anders sein! 🙂
Auffallend sind diese sehr massiven Begrenzungspoller – da hätte ein Pkw, der drauffährt, sicher einen Totalschaden! Im Bild schön plaziert zwischen Motorrad und Bäuerin mit dem Hornvieh und den zwei Kindern, die die Szene aufmerksam beobachten zu scheinen
Sehen Sie, da sind wir schon zwei, die keine Botaniker sind – und ich gestehe, daß bei mir auch nur die erinnerung an die Elzenbaum-Urlaube im Sommer einfließt – und was halt aus den Gesprächen zwischen der Bauernfamilie und meinem Mann so bei mir hängengeblieben ist, Das erstemal – 1976 – herrschte eine so große Trockenheit, daß überall vor großer Brandgefahr gewarnt worden ist. Tatsächlich war es in den nasse(re)n Wiesen
grün. Ein Leiterwagen aus Holz kam (hier herüben in Elzenbaum) mit den Hinterrädern in einen kleinen Entwässerungsgraben – mein Mann half ihn herauszuziehen.
Und dann hieß es „Morgen, um sechse in der Früh, isch Bittmess in Maria Trens“
Wir sind damals hinüber.
Die Gegend war, wie gesagt 1976, noch so bäuerlich geprägt, daß eine ganze Traube von Menschen nicht mehr in die übervolle Kirche hineinkam. Aber man roch – anfangs – daß sie geradewegs von der morgendlichen Stallarbeit gekommen waren.
Wie die Experten der Sinnespsychologie bestätigen werden, gewöhnt sich die Nase schnell an jeden Geruch – und nimmt ihn bald nicht mehr wahr, was Ursache für die tödlichen Gasunfälle ist…
Ja, diese Gegend des ehemaligen großen Sees, deren Talgrund nur wenige Häuser hat und deren alte Straßen erhöht am Hang entlang führen und deren Siedlungen sich auf den Schuttkegeln der Bäche (trockener Schotter + Frischwasserversorgung) befinden.
Maria Trens – „Maria torrentes“ – am Wildbach, oft auch vermurt worden…
Herunten waren die Böden zu naß im Talgrund.