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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Unscharf Aber Gut. Besonderes Aus Der Sammlung Kreutz – XL

Unscharf aber gut. Besonderes aus der Sammlung Kreutz – XL

Manche der Schätze aus der Sammlung von Walter Kreutz sind so wunderbar unspektakulär. Da kann man der Aufnahme gerne verzeihen, dass sie so unscharf sind, dass man zwei Mal schauen muss, was man eigentlich sieht.

Also. Es ist die Linie vier in Richtung Hall. Ein mächtiger Pilot ist hinter der Windschutzscheibe zu erahnen. Hinter dem Triebwagen ducken sich zwei kleine Anhänger. Wie viele Passagiere passten da wohl hinein? 50? 100?

Rechts ein Sperrmüllcontainer. Ich denke, die tauchen erst in den letzten Jahren der 4er auf. Sind wir vielleicht um 1970?

Aber warum zeige ich das Foto? Weil mich interessieren würde, wo sind wir eigentlich? Ist das eine Haltestelle oder nur eine Durchfahrt?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Slg. Kreutz)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Ich glaube, da ist eine Haltestellentafel am nächsten Masten hinter dem Triebwagen. Außerdem glaube ich, dass die Linie zwar stimmt, die Zieltafel aber wieder einmal in bester IVB-Tradition Zieltafel Bullshit anzeigt. Genaueres mögen andere erraten.

  2. Der Kollege Schneiderbauer hat recht, der Zug ist in Fahrtrichtung Innsbruck unterwegs.

    Das Haus am rechten Bildrand ist Hallerstraße 180 und existiert heute noch praktisch unverändert.

  3. Könnte schon eine Haltestelle sein, man sieht eine Andeutung von Verkehrsinsel. Achselzucken damals. Man mußte halt schauen, wie man mit ein- und aussteigen zurechtkommt. Zwischen den Haltestellen Rumer Hof und Etab gab es laut altem Fahrschein noch die wahrscheinlich hier zu sehende Haltestelle Landesschießstand.

    Das Holzhaus schräg gegenüber steht eventuell als Nr. 219 auch noch? Das von Bäumen umgebene Haus mit dem Krüppelwalm stand bis Ende 80er am Eingang zur Dörrfabrik.

    Inzwischen hab ich mir im glücklicherweise scharf gedruckten Buch von Kreutz die Passagierkapazitäten zusammengeklaubt: Triebwagen 30/30, Spielzeugbeiwagen 16/16, in Erinnerung gefühlte 30/60 und 16/26 bei Hochbetrieb. Wenn der Stehbereich in den Beiwagen voll war, war es dann sehr unbequem, auf den längs eingebauten Sitzplätzen zu ruhen.

  4. Das ist die Haltestelle Neu-Arzl, früher Landeshauptschießstand. Das große Haus mit EG+2 ist der sogenannte Schererhof (Neu-Arzl 105). Dort gab es einst im EG ein Gasthaus (Klingenschmid), eine Trafik (Huber) und eine Metzgerei (Winkler?, später Bacher).

    Das Haus Hallerstraße 180 war das Wohn- und Geschäftshaus der Fam. Humer. Im EG waren das Lebensmittelgeschäft im linken, größeren Geschäftsbereich und eine Milchtrinkstube im rechten Teil untergebracht. In dieser Milchtrinkstube konnte man noch mit einer Kanne die Milch abholen. Sie wurde mit einer handbetriebenen Pumpe in das Gefäß befördert.

    Im Haus Neu-Arzl 264, östlich des heute noch existierenden Holzhauses, betrieb Herr Camillo Seppi eine kleine Fahrzeug-Reparaturwerkstätte, hauptsächlich für Fahrräder, Mopeds und Motorräder. Wenn ich mich recht erinnere stand dort auch eine einzelne Zapfsäule.

    Zwischen Rumer Hof und Etab gab es neben der Haltestelle Neu-Arzl auch noch jene an der Reichenauer Brücke.

    1. Beeindruckendes Detailwissen wieder mal, Frau Stolz! Beim Thema „verpackungsfrei“ waren wir vor Jahrzehnten jedenfalls schon mal viel besser als heute, das durfte ich als Kind zum Teil auch noch beim Greißler „Braunegger“ in Dreiheiligen erleben.
      Die von Ihnen erwähnte Haltestelle bei der Reichenauer Brücke sah ungefähr zur selben Zeit so aus: https://postimg.cc/1nWVxQGy
      Ich glaube, dieses Foto hab ich hier in einer anderen Diskussion schon mal gepostet, aber das Dia war auf eBay eh so unfassbar teuer, dass es möglichst oft möglichst viele Betrachtende erfreuen sollte.

      1. Erst nachdem ich Ihre Aufnahme gesehen hatte – danke dafür, Herr Schneiderbauer – erinnerte ich mich wieder daran, dass es quasi 2 Haltestellen gab. Die östlich der Brücke hatte ich gar nicht mehr auf dem Radar. Vielleicht auch deshalb, weil das Ein- und Aussteigen auf der gegenüberliegenden Seite bei der Hst. für die Fahrtrichtung Hall auf mich als Kind etwas spektakulärer wirkte. Vor allem, wenn 4 Waggons angehängt waren, kamen die letzten dort zu stehen, wo zwischen Einstiegstelle (kein Bahnsteig, nur ein ziemlich schmaler Schotterweg) und Böschungskante zum Inn hinunter nicht mehr viel Platz war. Und damit die schwarz lackierten Eisengitter ganz geöffnet werden konnten, mussten die Einsteigenden auch noch einen Schritt zurücktreten. Aus der Bahn heraus wirkte die Distanz aber womöglich ein wenig knapper als für die einsteigenden Fahrgäste selbst.

        1. Zur Datierung: Es handelt sich beim abgebildeten Triebwagen um die Nr. 8; er war der einzige, der dem Generalumbau in den 50er Jahren entgangen war. Ich erinnere mich als „Kindergartler“ (Jahrgang 1960) noch an die alte Holzlattenverschalung des Wagenkastens mit den aufgeschraubten Messingziffern (wie es der von den TMB rekonstruierte TW 4 derselben Serie nun wieder hat). Um 1965 wurde der Wagenkasten mit Blech verkleidet, behielt jedoch die typische Frontpartie mit dem Bogen über dem Mittelfenster. Auch im Inneren war noch die Trennwand vorhanden, nur die Schiebetür war entfernt worden. Das Bild muss also zwischen 1965 und 1974 entstanden sein. Das Fehlen von Autos auf der Hallerstraße erlaubt mir leider keine genauere Angabe.

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