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Zwei Männer Im Schnee

Zwei Männer im Schnee

Wir wissen zwar nicht genau, worüber sich diese zwei Innsbrucker Schutzmänner im Schneegestöber unterhalten, aber wir können ja einmal spekulieren …

Vielleicht tauschen sie sich über die Einführung des dreiteiligen Dienstes bei der Schutzmannschaft aus. Dieser wurde in Innsbruck 1920 eingeführt und fortan hatte jeder Schutzmann einen 12-Stunden-Dienst gefolgt von 24 Stunden Freizeit. „Dies bedingt[e] eine Teilung der Schutzmannschaft in drei Gruppen, von denen jeweils eine durch 12 Stunden hindurch im Dienste“ stand.

Oder sie unterhalten sich über die Vor- und Nachteile der neuen Uniformen bei Winterwetter. Im Jahr 1921 wurden bei der städtischen Sicherheitswache die altösterreichischen Uniformen eingemottet und die Schutzmannschaft nach preußisch-deutschem Vorbild neu eingekleidet. So löste die Pickelhaube den Tschako ab, die Kragenspiegel verschwanden, dafür wurden Achselklappen eingeführt. Wenn man dem damaligen Innsbrucker Polizeichef, Dr. Rudolf Brix, glauben darf, wurde die „Uniformierung und Ausrüstung der Innsbrucker Polzei […] von allen Fachleuten als äußerst schmuck und praktisch anerkannt.“ Ob das die beiden Herren auch so gesehen haben? Gleichzeitig mit den neuen Uniformen wurden in Innsbruck auch die deutschen Dienstgrade eingeführt – zweifelos Ausdruck der starken Anschlussbestrebungen an das Deutsche Reich.

Möglich auch, dass sie sich über die großzügigen neuen Diensträume am Burggraben unterhalten. Waren die Verhältnisse im Rathaus sehr beengt gewesen, konnten nach dem Bezug des neuen Polizeigebäudes im Jahr 1922 die Ausbildung, Ausstattung und Ausrüstung der Sicherheitswache auf den Stand der Zeit gebracht werden. Auch ein Lehrsaal für die sogenannte „ständige Polizeischule“ war dort untergebracht.

Gut möglich aber, dass sie sich über profanere Dinge, wie das nasskalte Winterwetter oder die Feierabendpläne, ausgetauscht haben …

(StAI, Slg. Kreutz-Newesely, ohne Sig.)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
    1. Dann ist halt 1921 falsch. Jedenfalls gab es seit dem Ende des Ersten Weltkriegs garantiert keine Kaiserjäger mehr. Pickelbehaubte kuk Exekutivorgane liefert google ab 1850.

      1. Als Traditionsverein haben die Kaiserjäger offenbar noch an späteren Umzügen teilgenommen, zum Beispiel bei der 150-Jahr-Feier von Anno Neun im Jahre 1959.
        Im Rahmen von Vereinen werden die Kaiserjäger-Uniformen sogar heute noch getragen.

        Der Verein Tiroler Kaiserjäger Schwaz, 1. Regiment wurde 1922 gegründet.

      2. Wie Herr Auer zutreffend schreibt, rückten nach 1918 und rücken auch heutzutage, über 100 Jahre nach dem Untergang der Monarchie, sog. Traditionsverbände in den historischen Uniformen aus. Auch beim Begräbnis des Kaiserjägeroffiziers Ludwig Tschan, elf Jahre nach dem Untergang der Monarchie, sieht man zahlreiche Kaiserjägeruniformen https://innsbruck-erinnert.at/ein-kaiserjaeger-begraebnis/

        Abgesehen davon muss man zw. der k. k. Gendarmerie und der städtischen Sicherheitswache unterscheiden. Erstere war eine staatliche (nach 1867 eine cisleithanische) Institution und die Gendarmen trugen tatsächlich eine Pickelhaube (allerdings mit Doppeladler). Die 1866 aufgestellte Sicherheitswache war hingegen eine städtische Einrichtung mit eigener Uniformierung…

      3. Ok, wenn das so ist, dann ist die Datierung innerhalb eines großen Intervalls wieder völlig offen.

        Da ich mich für Militär nie besonders begeistern konnte, bestehen auch betreffen Traditionsvereinen und sonstiger freiwilliger Uniformträger Wissenslücken, die ich nicht noch weiter verteidigen möchte. Dass man so bald nach dem grauenvollen Weltkriegsdebakel schon wieder Sehnsucht nach monarchischer Subordinationsmode hatte, wundert mich trotzdem.

  1. Im Hintergrund sieht man die Hofburg mit dem ehemaligen Wappenturm.

    Vielleicht ergibt sich ja irgendwann die Gelegenheit, in einem anderen Beitrag mehr über den Wappenturm zu erfahren. Diese verschwundene Sehenswürdigkeit wäre bestimmt eine Reminiszenz wert.

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