Erinnerung an die Brennerbahn – Nächster Halt Bahnhof Brennero/Brenner
Der Bahnhof am Brenner wurde 1867 im Zuge des Ausbaus der Brennerbahn nach Plänen von Wilhelm von Flattich eröffnet. Anfangs eher unbedeutend, gewann er durch steigende Fahrgastzahlen schnell an Bedeutung und wurde bereits 1888 erstmals erweitert.

Mit der Annexion Südtirols durch Italien nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Bahnhof zu einem Grenzbahnhof zwischen zwei Staaten. Im Titelbild ist der in den 1930er-Jahren unter Architekt Angiolo Mazzoni entstandene repräsentative Neubau im Stil der faschistischen Architektur, ergänzt durch weitere Erweiterungen und Zollanlagen zu sehen. Während des Zweiten Weltkriegs hatte der Bahnhof die zweifelhafte Ehre als Schauplatz für politischer Treffen zwischen Hitler und Mussolini zu dienen. Bei einem Bombenangriff im März 1945 wurde der Bahnhof schwer getroffen.

Nach dem Krieg erfolgte ein langsamer Wiederaufbau, und der Betrieb wurde 1948 wieder aufgenommen. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu technischen Modernisierungen und baulichen Anpassungen.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verlor der Bahnhof zunehmend an Bedeutung: Der Verkehr verlagerte sich auf die Straße, Grenzkontrollen entfielen durch EU-Beitritt und Schengen-Abkommen, und viele Teile des Gebäudes stehen heute leer. Mit dem Bau des Brennerbasistunnels dürfte die Rolle des Bahnhofs weiter abnehmen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-Pl-9325, KR-PL-3950, Ph-23996)
Bei Bild 1 freut mich der schöne Blick zum Padauner Kogel (von dem es ganz schön steil zum Bahnhof Gries am Brenner hinuntergeht.
Und bei Bild 2 steigen die Erinnerungen auf an die Erzählungen meiner Mama, als der Älteste, mein Onkel Konstantin, (wegen der Staatsbürgerschaft nach dem 1.Weltkrieg) als Beamter der FS in einem dieser Häuser bekommen hatte.
Sie war von den hohen schmalen Fenstern insoferne beeindruckt, als dadurch das Sonnenlicht auch im Sommer „bis ganz hintn ins Zimmer eini“ schien und es trotzdem schön kühl war (was am Brenner ja kein besonderes Kunststück zu sein pflegt) Und wie schnell man am Brenner auf einer Alm oben ist – und wie schön der Spaziergang auf der Straße nach Gossensaß…
Wann das war? Zwischen 1928 und 1932. Denn Tante, Onkel und Cousin übersiedelten 1932 nach Fornovo di Taro. So hatte ich eine Sousine, die im Nov 1932 in Parma zur Welt gekommen ist –
– wo auf der Wochenstation schon das „Rooming in“ praktiziert wurde . das Bettchen mit dem oder der Neugeborenen blieb neben dem Bett der Mutter…
(„Deswegn sein des da untn alls sölche Fratzn. Weil die Erziehung fangt mitn erschtn Tag an! De wern scho sechn, was da außerkimmt!“)
Weitere 4 Jahre später dann Versetzung nach Pontremoli im gebirgigen Magra-Tal, nördlich von La Spezia. Im Sommer “
„Wohnungsschlüsseltausch“ mit der Ibker Familie K., die hier im Gebirge urlauben konnte und dafür ihre Wohnung für einen Meeresurlaub in Civitavecchia zur Verfügung stellte. Ein großes gegenseitiges Vertrauen, gell, Herr K.!
Aber am Brenner war man halt näher bei Innsbruck, bei der Herkunftsfamilie gewesen – und auch die Gemeinschaft oben an der Grenze…
„Am Brenner es ist gewesen wie eine Familie, alle miteinander. Alles Eisenbahner, egal ob es deutsch oder italienishc. Ich war gerne oben mit meine Mann“ erzählte mir Frau Luigina, die ich hier in Pradl kennengelernt habe.
Ja, drei Fotos – und ein ganzer Schwanz ZEITGESCHICHTE hängt daran. Oral Hystory – oder so. Mosaiksteine, die vom Leben erzählen.