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Edelweiß Und Tod

Edelweiß und Tod

Für diese Postkarte wurde ein ungewöhnliches und sehr düsteres Motiv gewählt, so dass es eigentlich nicht verwunderlich ist, dass sie niemals versandt wurde. Abgebildet ist ein Bergsteiger im Hochgebirge, der auf einem Felsvorsprung steht und auf einen steilen, schneebedeckten Hang blickt. Bekleidet ist er mit einer Lodenjacke, einem Hut mit Gamsbart, kurzer Hose, Wollkniestrümpfen mit Stulpen und Bergschuhen mit Steigeisen. Er trägt ein Seil, einen Pickel, und einen Rucksack bei sich. Rechts neben ihm steht der Tod, der in einer Hand eine Lampe und in der anderen Hand eine Sense hält. Das Motiv soll wohl eine Erinnerung daran sein, dass im Hochgebirge immer der Tod lauert, vor allem wenn das Wetter schlecht ist oder plötzlich umschlägt. Auf die Postkarte wurden im unteren Drittel drei Edelweiß und Moos aufgeklebt. Die Karte, die zwischen 1905 und 1915 hergestellt worden sein dürfte, trägt den Titel „Innsbruck“ und halb von den Blumen verdeckt steht „memori“ (Erinnerung).

Früher gab es den Brauch, dass junge Burschen – oft unter Einsatz ihres Lebens – auf Berge kletterten, um ihrer Liebsten als Beweis ihrer Zuneigung ein Edelweiß zu pflücken. Um das Aussterben zu verhindern, wurde das Edelweiß in Österreich zwar bereits 1886 unter Naturschutz gestellt, wie an der in diesem Beitrag gezeigten Postkarte zu sehen ist, wurde dieses Verbot aber immer wieder umgangen.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer-50-017)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Die Lampe ist eher eine Sanduhr.
    Es wäre interessant alte Zeitungsmeldungen danach auszuwerten, ob das Plücken von Edelweiß oder Platenigel höhere Opferzahlen verursachte. Ich kann mich jedenfalls bei einer Archivrechereche daran erinneren, dass mir zweimal eine Kurzmeldung „Beim Plateniglpflücken abgestürzt“ (glücklicherweise jeweils mit glimpflichesn Ausgang) auffiel.
    Wenn man z.B. von der Pflegermahdhütte zur Eggermahdhütte (Thaur) aufsteigt, kommt man in ein eher kritisches felsdurchsetztes Gelände (>45°) – im Frühjahr komplett bedeckt mit Platenigl, während man die Edelweiß am Blaser oder am Schmalzkopf meist auf fast horizontalen Flächen antrifft.

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