Duell in der Rüstkammer
Bei diesem Exponat aus der Sammlung von Schloss Ambras handelt es sich um einen Turnierharnisch, genauer gesagt um ein sogenanntes Rennzeug.
Das „Rennen“ war eine besondere Form des Turniers, bei der es darum ging, den Gegner aus dem Sattel zu stoßen oder dessen Schild abzureißen beziehungsweise zu zersplittern. Die dafür benötigte Ausrüstung wurde von Maximilian I. standardisiert; wobei er und Erzherzog Sigismund selbst geneinsam vierzehn Exemplare besaßen.
Die Rüstung stammt aus dem späten 15. Jahrhundert. Besonders typisch für diese Zeit ist der Helm, ein sogenannter Schaller. Weniger typisch ist hingegen die asymmetrische Ausführung des Harnischs. Gerade daran lässt sich erkennen, dass es sich um eine Turnierrüstung handelt – neben weiteren charakteristischen Bauteilen. Feldharnische waren im mitteleuropäischen Raum, anders als in Italien, meist symmetrisch gestaltet.
Die Fotografie ist offensichtlich bereits älter, leider jedoch nicht datiert. Heute befindet sich die Rüstung in der Ausstellung von Schloss Ambras, im Unterschloss in der Rüstkammer 1, wo sie ein Turnier mit ihrem roten Zwilling ausfechtet.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-G-1424)
„ausfechten“ aber nur im übertragenen Sinn. Der Mann in der Rüstung hielt eine Lanze.
Die achteckigen Holzsockel gibt es immer noch, aber wann wurde der „Turnierplatz“ mit den beiden Pferden in die Ausstellung integriert? Ende 1990er/Anfang 2000er?