skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Der Erste Mann

Der erste Mann

Als ich auf der Suche nach Bildmaterial für einen Beitrag war – genau genommen für diesen hier –, erschien plötzlich dieses Bild auf meinem Bildschirm. Eigentlich hatte es überhaupt nichts mit dem zu tun, wonach ich gesucht oder welchen Suchbegriff ich eingegeben hatte. Dennoch weckte es sofort mein Interesse und rief innerhalb eines Augenblicks eine Assoziation hervor: eine Szene aus dem Filmklassiker The Third Man – auf Deutsch „Der Dritte Mann“ – mit Orson Welles in der Hauptrolle. Vielleicht teilt jemand meine Assoziierung.

Worum handelt es sich aber wirklich bei dieser Aufnahme? Das Bild ist Teil eines Glasplattenbestandes zum Um- oder Ausbau des Eisenbahn-Viaduktes in Innsbruck aus den 1930er Jahren.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-Pl-1678-184)

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare
  1. Ich gehe davon aus, dass hier nicht der Schatten von Harry Lime zu sehen ist, sondern der des Fotografen, der die Gesteinsschichten zwecks Baustellen-Dokumentation festhält.

    Das Titelbild eines anderen Beitrages aus Rettenbacher’scher Feder hat mich schon einmal an den „Dritten Mann“ erinnert. Schwarz u. weiß, Licht u.Schatten, Dunst u. Wasser. Fehlt nur noch der Anton Karas. https://innsbruck-erinnert.at/wie-aus-einem-thriller/

  2. VORSCHLAG:
    Blick von der Anhöhe des Kapuzinerbergls in das trockene Bett des ehemaligen Sillkanals – nach der Mittagspause.

    1. Genau darauf hätte ich auch getippt. Wenn das stimmt, ist es eine spannende Detailaufnahme dieser Jahrhunderte alt gewordenen, aber viel zu selten fotografierten urbanen Struktur, die einst so wichtig war für die Entwicklung dieser Stadt.

      1. Über den Abbruch des Kapuzinerbergls wurde in der TT vom 19.11.64 berichtet. Wegen der Länge des männlichen Schattens und wegen der von der straßenseitig zuvor dort befindlich gewesenen kurzen „Zumauerung“ schien mir das eine mögliche Erklärung zu sein.
        Wie immer warte ich gespannt auf die Auflösung!

        1. Wie hat das denn dort ausgesehen, Frau Stepanek? Sie haben das ja alles noch selber gesehen. Das hätte mich immer schon interessiert. War dieser Durchlassbogen für den Sillkanal offen, oder war das alles zugemauert und verborgen? Was war auf der Dreiheiligen-Seite?
          Der südliche Dreiheiligen-Arm des Kanals befand sich dort, wo heute die Hofeinfahrt des Gebäudes Jahnstraße 25 ist, in dem meine ganze Sippe ab ca. 1940 lebte und später auch ich aufgwachsen bin. Die uralte Gartenmauer dort – sie existiert immer noch – dürfte den dortigen Garten, oder was auch immer dort davor war, vom Sillkanal getrennt haben. Meine Mutter hat immer darauf bestanden, dass sich in dem Kanalbett, das direkt unterhalb ihres Kinderzimmerfensters gewesen war (als es Jahrzehnte später mein Kinderzimmerfenster geworden war, war natürlich alles spurlos verschwunden), in ihrer Kindheit noch Wasser befunden hätte. Sie hat öfter die Geschichte erzählt, dass ihre etwas ältere Schwester vom Fenster ins Wasser gefallen und fast ertrunken wäre. Das muss um 1945, 46 herum gewesen sein. Eigentlich muss der Kanal schon abgedreht gewesen sein, sonst hätte ihre Schwester das, nach allem, was ich über den Sillkanal weiß, wohl kaum überlebt, weil das Wasser tief und schnell war.
          Ich hoffe immer noch, dass irgendwann irgendwo doch noch mal Fotografien auftauchen, die den Sillkanal in Dreiheiligen zeigen.

          1. Ja. auf alten Plänen sieht man den Verlauf sehr gut, auch das Teilstück Clara Pölt Weg von der Brücke über den Kanal zw. Universitäts- und Dreiheiligenstraße. Und gegenüber jenes Endes des nördl. Teils des Klara Pölt Weges, wo der Kanal die Ing.Etzel Straße unterquerte, waren – nach meiner Erinnerung zwei – zugemauerte Bögen, die sozusagen im „Kapuzinerbergl“ drin steckten, ohne Tür oder Fenster… War da eine verwitterte Firmenaufschrift drauf? Ich bin mir nicht mehr sicher. So oft fuhr man ja nicht in den Saggen. Ein Holperer war es schon.
            Westlich der Voglsanger-Feigenfabrik (jedenfalls stand das noch auf diesem Gebäude nördlich des Kolpinghauses, wie ich mich erinnere) unterquerte der Kanal die Viaduktbögen und teilte sich bald. Eine Brücke überquerte die Kohlstattgasse. Das Haus Kapuzinergasse 15 (mit dem kleinen Treppengiebel), sein Stöcklgebäude und der Garten mit dem sechs- (oder acht)eckigen hölzernen Gartenhäuschen – dieses romantische Anwesen, das stand auf einer Insel…
            Dann führte der Kanal der Häuserzeile entlang weiter, unterquerte die Zeughausgasse, folgte der Nordmauer des Zeughausareals und mündete westlich der Pembaurbrücke in die Sill. Man sah noch bis vor kurzem die Steinblöcke, mit welchen man die Mündung zugeschüttet hatte. Nach 1968 jedenfalls.
            Und da das Haus, in welchem Sie aufgewachsen sind, in der Jahnstraße genau hinter dem östlichen Teil des Kanals lag, gegenüber der Rückseite des Hauses auf dieser Kanal- Insel, waren die Ängste Ihrer Familienangehörigen durchaus berechtigt!

          2. Tatsächlich erinnere ich mich nicht daran, diesen Kanal jemals wirklich f l i e ß e n gesehen zu haben. Dnn in der Adamgasse beim Mühlrad stand er bereits vor der Bombardierung still. Ja, da stand das Wasser nur. Und nach dem Krieg hieß es, der sei zu sehr „beschädigt“, als daß man das Wasser wieder einleiten hätte können.
            Eine Erinnerung 1946, ich habe es schon einmal erwähnt, ist diese: Unter den zwei kleinen Brücken über den Kanal, nördlich der Museumstraße, befanden sich Hasenställe über Hasenställe… oder „-steigelen“.
            Wirklich f l i e ß e n gesehen habe ich ihn auch nicht mehr.
            Und die beiden gänzlich leeren Bögen waren – eine Enttäuschung…
            Bei der Beseitigung des „Bergls“ kam zuerst die Osthälfte dran, die Tram fuhr eingleisig über die Westhälfte. Da sah man in die leeren Bögen hinein. Und dann wurde auch die Westhälfte eingeebnet.
            Der von mir oben erwähnte ZEITUNGSAUSSCHNITT vom 19.11.64 zeigt die bereits über die eingeebnete Oststrecke fahrende Straßenbahn, während auf dem Schuttkegel westlich der Straßenmitte, dem Rest des Kapuzinerbergls, noch ein Schaufelbagger tätig ist.
            Im „Schönegger“ Seite 211 – 214 ist dieser Verlauf des Kanals gut zu erkennen – und wenn man es weiß, glaubt man seinen Verlauf heute noch da und dort ein bißchen zu „sehen“, zumindest am Zeughausareal – der kleinen Böschung entlang.

          3. Eine Frage, Herr Schneiderbauer – hat Ihre Mutter etwas über das „Anwesen“ auf der Insel unseres Innsbrucker CANALE GRANDE, des großen Sillkanals, erzählt – von dem Haus Kapuzinergasse 12 und dem dazugehörigen Stöcklgebäude Kapuzinergasse 14 mit dem hölzernen „Salettl“ am östlichen Ende dieses Gartens auf der spitz zusammenlaufenden Insel?
            Hat sie zwei Bewohnerinnen erwähnt?
            Ich frage das deshalb, weil mir dieses Haus zwischen den Kanalarmen als Kind immer so „venezianisch“ vorgekommen ist – die rote Farbe, die es damals noch hatte – ich weiß auch nicht warum…
            Erst im Juni 1984 habe ich erfahren, daß es tatsächlich einen Bezug zur Riva degli Schiavoni in Venedig gab…

          4. Wie weit bei Hochwasser der großen Sill das Wasser in den trockengelegten, aber noch offenen Kanal zurückgestaut wurde und dann durch den langsamen Abfluß dieses Wasser die abwärts zusammengespülten und im Kanalbett liegengebliebenen Sedimente zusätzlich zum Regenwasser zum steten Wasserspiegel wurden, läßt sich nur vermuten.

  3. Also ich sehe darin einen Carabineri, wie immer der daher gekommen ist (ich weiß, gab es nach den WK I einmal).

    Den Vogel schießt aber google lens ab, der ich dieses Foto https://postimg.cc/ppwrWWjk vor die Nase hielt-

    Zitat KI:
    „Es handelt sich um ein bekanntes Foto, das oft im Zusammenhang mit der Weltraumforschung diskutiert wird:
    Hintergrund: Das Bild wurde vom Mars-Rover Curiosity der NASA aufgenommen.
    Interpretation: Während Verschwörungstheoretiker darin oft fälschlicherweise eine menschliche Figur oder einen Astronauten sehen wollen, handelt es sich technisch gesehen um den Schatten des Rovers selbst oder Teile seiner Ausrüstung auf der Marsoberfläche.“

    1. Man lernt aus Fehlern nur, daß man aus Fehlern nichts lernt!
      In meiner Schulzeit habe ich mir nämlich schon einmal den groben Faux pas erlaubt, einem Rechenlehrer, der sich an der Schultafel verrechnet hatte, nach einem „gst!!“ das richtige Resultat zuzuflüstern. Oh! Da b i n ich aber in der Pause von meinen wohlerzogenen Mitschüleinnen zusammengeschimpft worden, daß ich in keinen Schlapfschuh mehr paßte!
      Und so bitte ich um Verzeihung, daß ich schon wieder nicht an mich halten kann und sage:
      „Die Ein-zahl-form (Latein kann ich nämlich nicht, sonst schiebe ich „Singular“) von „Carabinieri“ ist ein „CARABINIERE“.
      (Nichts für ungut – aber, wie gesagt, UNBELEHRBAR2

  4. In den 1930er Jahren war der Sillkanal doch noch in Betrieb, oder irre ich mich ? Kann aber trotzdem von dort sein. Den Fotografen kann ich verstehen, die Stange da unten weckt auch mein Interesse. Für ein Rohr ist sie nicht rund genug, Die Augen wollen zwar unbedingt einen Holzstecken sehen, der Kopf sagt nein, was tät denn der da, muss bestimmt aus Eisen sein und lässt die Frage nach dem Zweck offen.

    1. Ich halt das schon für ein Brett, rechts sieht man noch die Schnittkante, links , wo es im Natursteinfundament zu stecken scheint, ist es angefault. Allerdings scheint es absichtlich angespitzt zwischen die Steine gesteckt worden zu sein. Sinn null. Irgendwann einmal liegengelassen und zugeschüttet? Am zwischen die Steine hineinstecken vermute ich Absicht. Ganz rechts sieht man den Schatten einer dünnen Strebe, was das Rätsel nur verschlimmert.
      Der Fotograf wußte entweder genau, was da aufgetaucht ist, oder er ergetzte sich an diesem Holzbrett/pfahl.

      1. Das Foto verdeutlicht jedenfalls, dass eine Sanierung der Fundamente dringend geboten war.
        Dem von Frau Pöll verlinkten Zeitungsartikel zufolge wurden die Bögen wie folgt saniert: „Die bestehenden Pfeiler werden neu fundamentiert und durch Einspritzung von Zement gefestigt.“
        Vielleicht sondiert da jemand mit dem Holzstecken oder Brett das lockere Fundament bevor die Zementspritze zum Einsatz kommt. Oder eine gegenüber bereits gesetzte Injektion wird abgestüzt.

  5. Der Schatten des Mannes zeigt entweder nach Nordwest (Aufnahme an der Ostseite des Viadukts oder Nordost, dann ist das aber eine andere Mauer oder die Sonne im Norden. Oder am Ende spiegelverkehrt?

  6. Ein kleines Stück Sillkanal, oder zumindest sein Wasser zum Antrieb einer Säge, in der Kohlstatt.
    unmittelbar neben der Bahn, sieht man am Bild Nr. 3 im Beitrag https://innsbruck-erinnert.at/raritaeten-aus-der-sammlung-kreutz-viii/ . Ich halte den Bogen für einen Extradurchlass des Sillkanals vom Pöltweg herüber.

    Inzwischen glaube ich, dass das Foto nicht längs des Viadukts aufgenommen wurde, sondern quer in einem der Durchgänge. Die Pfeiler (eigentlich die Schmalseite der Bogenfundamente, sind nicht so breit, wie man die ungefähren Maße vom Titelbild her vermuten kann. Der Schatten des Fotografen ist ja recht klein, und das Holztrum armdick oder breit, wenn nicht massiver. Und der Schatten könnte dann wieder aus der Etzelstraße einfallen. Es bleibt spannend.

    1. Bitte um Entschuldigung, daß ich Sie schon frühmorgens – „auf nüchternen Magen“ – korrigiere – aber das war wohl keine Säge, sondern das Rad setzte eher das Getriebe für die Feigenkaffeerösterei und – oder – das Mahlwerk des gerösteten „Ersatzkaffees“ zum Zwecke der Verpackung – in Schwung…

  7. Weil hier mittlerweile so viel vom Sillkanal die Rede ist, hab ich mich gefragt wie es dort wohl früher aussah und  seit wann es das Kapuzinerbergl eigentlich gibt. Der Wasserspiegel der Kleinen Sill dürfte  in diesem Bereich  jedenfalls schon immer über dem Niveau des gewachsenen Bodens gelegen haben. Immerhin nutzten auch flussabwärts noch zahlreiche Betriebe ihre Antriebskraft. Bis zur Mündung in die Sill war daher wohl jeder Zentimeter Gefälle von Bedeutung.
    Meiner Meinung nach liegt daher die Vermutung nahe, dass überall dort der Kanal seitlich durch aufgeschüttete, niedrige Dämme da und dort vielleicht sogar durch Mauern geführt wurde, die später überdeckt und überschüttet wurden.
    Möglicherweise geschah dies bereits ab dem Klara-Pölt-Weg, also hinter dem Kapuzinergarten, bis in die Kohlstatt. Das würde auch den Namen „Kapuzinerbergl“ erklären. Historische Karten zeigen, dass erst kurz vor 1900 die Viaduktgasse – also  die heutige Ing. Etzel Straße  in diesem Bereich errichtet wurde, und das Bergl nötig wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche