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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Das Ging Schnell

Das ging schnell

Als am Mittwoch, den 13. April 1983, kurz vor 13:00 Uhr in der Nachrichtenzentrale der Berufsfeuerwehr die Meldung einging, dass es am Südring bei einer Tankstelle brenne, eilte nahezu die ganze Mannschaft in die Fahrzeughalle. Binnen einer Minute rückte ein Großaufgebot aus. Neben dem Einsatzleitfahrzeug (ELF), der 1. Gruppe und dem 1. Trupp machten sich auch die 2. Gruppe, das Großtanklöschfahrzeug (GTLF), das Pulverlöschfahrzeug (PLF), eine Drehleiter (DL-30) und das Körperschutzfahrzeug auf den Weg in die Amraser-See-Straße. Beim Eintreffen standen zwei Zapfsäulen und ein VW-Bus in Vollbrand. Was war passiert?

„Aus ungeklärter Ursache war beim ‚Selbstbetanken‘ eines Kleinbusses eine Stichflamme emporgeschossen, die sofort auf das Fahrzeug übergriff.“ Während sich der Lenker des VW-Busses glücklicherweise in Sicherheit bringen konnte, reagierte auch der Tankstellenpächter blitzschnell und setzte die Anlage außer Betrieb.

Die Berufsfeuerwehr griff das Feuer von mehreren Seiten an und zog sodann mit dem ELF den VW-Bus aus der Tankstelle. Entscheidend für den schnellen Löscherfolg – der Brand war binnen fünf Minuten unter Kontrolle – war der Einsatz von Light Water, wie Einsatzleiter Ing. Gottfried Peham (1939-2024) gegenüber der Tiroler Tageszeitung erklärte. Dabei handelte es sich um ein frühes „synthetisches Schaummittel, welches dem Wasser zur Schaumerzeugung, vor allem zum Löschen von Flüssigkeitsbränden, zugesetzt“ wurde. Insgesamt hatte die Berufsfeuerwehr bei diesem Einsatz 160 Liter Light Water eingesetzt.

Noch qualmt der ausgebrannte VW-Bus etwas …
Auch über das Wenderohr des GTLF wurde ein Schaumangriff vorgenommen.
Einsatzleiter Ing. Peham (mit Funkgerät in der Hand) sieht sich die Zapfsäule an, die den Brand verursacht hatte.

In den Vergangenen gut 40 Jahren hat sich die Herstellung von Feuerlöschschäumen weiterentwickelt, wobei insbesondere die möglichen Auswirkungen des Einsatzes auf Umwelt und Gesundheit Stück um Stück redzuiert wurden und werden. So steht etwa Light Wateraufgrund der kritischen Eigenschaften für Mensch und Umwelt“ seit der Jahrtausendwende nicht mehr in Verwendung …

(StAI, Archiv der Feuerwehr Innsbruck, Dia-Sammlung der BFI)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Der historische Währungsrechner öffnet uns die Augen: 9,50 Schilling für einen Liter Diesel im Jahr 1983 entsprechen heute rund 1,93 Euro – die Preise sind also durchaus vergleichbar.
    Zur Einordnung: 1983 stand der Ölpreis noch unter den Nachwirkungen der iranischen Revolution von 1979/1980 und befand sich trotz zwischenzeitlichem Rückgang weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Erst 1986 kam es wieder zu einem spürbaren Preisrückgang.
    Wenn es diesmal nur dabei bleibt, können wir uns noch glücklich schätzen.

  2. Eine Frage, gibt es diese Bilder vielleicht auch in höherer Auflösung? Ich glaube mich nämlich am mittleren Bild zu erkennen, kann mich noch genau an den Brand erinnern, als ich zufällig vorbeikam!

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