Erinnerung an die Brennerbahn – Eine Grenzerfahrung
Mit diesem Beitrag überschreiten wir gleich mehrere Grenzen zugleich. Unsere virtuelle Reise hat den Brennerpass auf 1.370 Metern Höhe erreicht, einen Ort, der seit jeher sowohl trennt als auch verbindet.
Geografisch markiert der Brenner eine bedeutende Wasserscheide: Hier trennen sich die Einzugsgebiete von Sill und Eisack und damit auch jene von Adria und Schwarzem Meer. Gleichzeitig bildet der Pass eine natürliche Grenze zwischen den Stubaier Alpen im Westen und den Zillertaler Alpen im Osten. Als einer der wichtigsten Übergänge über den Alpenhauptkamm verbindet er zudem Nord- und Südtirol.
Einer entschiedensten Einschnitte in der Geschichte des Brenners war die in unsere Reihe gewürdigte Errichtung der Brennerbahn. Sie machte den Pass zu einer zentralen Verkehrsachse und prägte die Region nachhaltig. Während der Brenner lange Zeit lediglich eine geografische Grenze darstellte, änderte sich dies im Jahr 1920 grundlegend: Mit der neuen Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien wurde er auch politisch zu einer Trennlinie.
Diese Entwicklung hatte weitreichende Folgen für die Region, ebenso wie für den Bahnverkehr in Richtung Süden. Erst die politischen Veränderungen der 1990er Jahre, vom EU-Beitritt Österreichs bis hin zum Schengen-Abkommen, führten dazu, dass Grenzkontrollen und Zollanlagen nach und nach verschwanden.
Heute erinnern nur noch wenige Relikte daran, dass der Brenner einst ein streng bewachter Grenzübergang war. Ein besonders schönes Symbol für diese Entwicklung zeigt auch unser Titelbild: Ein Auto, das bei geöffnetem Schlagbaum kurz vor der Weiterfahrt auf Film festgehalten wurde.
In den weiteren Beiträgen werden wir so gut es unsere Sammlung hergibt auch den südlichen Teil der Brennerbahnstrecke erkunden aber zum Schluss sind unsere Leser*innen wieder gefragt, denn ich wüsste noch gerne, um welches Auto handelt es sich in der Aufnahme handelt?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-Pl-7998)