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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Aus Dem Schatten Ins Licht

Aus dem Schatten ins Licht

Hier kommt der versprochene zweite Beitrag zu den Glocken der Jesuitenkirche, die am 24. November 1901 nach Innsbruck transportiert und aufgehängt wurden. Dieses Foto zeigt drei Glocken auf einem Holzwagen vor einem Hintergrund, der durchaus die Jesuitenkirche sein könnte. Es ist nicht hundertprozentig sicher, dass dies tatsächlich die Glocken sind, die 1901 gegossen wurden, jedoch recht wahrscheinlich. Wenn dies stimmt, müsste es sich dabei der Größe nach absteigend um die Clara-, Marien- und Josephs-Glocke handeln. Außerdem wäre es bisher das einzige Foto, das wir von diesen drei Glocken haben. Sie werden in den Innsbrucker Nachrichten vom 23. November folgendermaßen beschrieben:

Clara-Glocke (1600 kg, Schlagton d, Westturm): Die heilige Clara ist die Namenspatronin von Frau Lang, einer der Stifterinnen. Deshalb wurde die Glocke nach ihr benannt. Als Nebenpatronin wurde die selige Margareta Alacoque gewählt. Die Reliefbilder zeigen die heilige Mutter Anna, die „zarten Gestalten einer Scholastika“, Gertrudis, Mechtildis, Franciscus von Assisi und Schutzengel. Der Glockenrand wird von einem Vers aus dem messianischen Psalm 44 geschmückt: „Zum Denkmal der Liebe, zum göttlichen Herz, Beruft uns Sanft Clara mit Margaret, Und Ehre und Liebe und sühnenden Schmerz, Verkündet melodisch der Glocke Gebet.“

Marien-Glocke (900 kg, Schlagton f, Im Oktogon des Ostturms): Das Hauptbild zeigt die heilige Maria. Auf Weiteren sind der heilige Ignatius, der heilige Aloistus und ein Engel zu sehen. Am Glockenhals steht: Gegrüßt seist Du, Maria, voll der Gnade!“ (Gruß des Engels Gabriel) Darunter befinden sich Medaillons der zwölf Apostel. Als Spruch am Glockenrand wurden einige Verse des Dichters Passy gewählt: „Ave Maria, Du klare, Du lichter Morgenstern! Ave Du reine, Du wahre, du leuchtest nah und fern! Erwählt von Ewigkeit, Bist Du zur Mutter Gottes, Zum Trost der Christenheit.“

Josephs-Glocke (500 kg, Schlagton a, Westturm): Auf den Reliefbildern sind „der heilige Rährvater“, die Gottesmutter, die heilige Theresia und der heilige Florian (Patron gegen Feuersgefahr) zu sehen. „Gehet zu Josef, und alles, was er euch sagt, das thuet“, steht am Glockenhals. Am Glockenrand befindet sich das Ablassgebet: „Mach, oh Josef, schuldlos und durch’s Leben geh’n, Und lass‘ durch Deinen Schutz uns stehts gesichert steh’n.“

Zwei Glocken fehlen nun noch, um das Gespann der sechs Glocken an diesem Tag komplett zu machen. Die Dreifaltigkeits-Glocke lasse ich hier außen vor, da ich sie schon im letzten Beitrag ausführlich beschrieben habe. Sie war auch die Größte von ihnen. Der Größe nach kamen anschließend die Johannes- und Lenhards-Glocke und zuletzt die drei oben Beschriebenen. Leider konnte ich zu Ersteren kein Foto finden. Zu ihrem Aussehen wissen wir dank des damaligen Zeitungsartikels trotzdem etwas.

Johannes-Glocke (beinahe 5.000 kg, Schlagton A, Westturm): Benannt wurde sie nach dem Namenspatron des Herrn von Sieberer, Johannes dem Täufer. Dieser ist auch auf einem Relief abgebildet. Gegenüber ist Christus am Kreuz mit Maria und Johannes dem Evangelisten zu sehen. Anschließend kommen Petrus und Paulus, der römische Kriegstribun Sebastian, der heilige Augustinus, der heilige Vigilius und der heilige Rochus. Folgender Vers ist auf ihr verewigt: „Aus mir tönt des Täufers Stimme, Ruft zu Christi Lehr‘ und Buße, Ruft zu sel’gem Lebensschlusse.“

Leonhards-Glocke (2.400 kg, Schlagton C, Westturm): Auch sie ist nach einem Namenspatron benannt. Und zwar demjenigen des Stifters Leonhard Lang, dem heiligen Leonhard. Die Verzierungen zeigen den Hauptpatron und mehrere Heilige (Nothburga, Barbara, Andreas, Christophorus, Nikolaus und Benedikt). Zwei Spruchbänder ziehen sich um die Glocke: „Heiliger Leonhard bitte für uns, dass wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi.“ Und: „Der Gefang’nen schwere Ketten, Löste einst Sanft Leonhard. Auch zu helfen, auch zu retten, Aus den Ketten and’rer Art, Wenn uns Gott das Leben wendet, Bitten wir Sanft Leonhard.“

(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Ph-25164)

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