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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Auge Um Auge (IX.)

Auge um Auge (IX.)

Im letzten Artikel wurden die zwei Begnadigten NS-Täter aus Innsbruck erwähnt. Ein Mitglied der NSDAP wurde allerdings in Innsbruck zum Tode verurteilt und tatsächlich hingerichtet: Friedrich Wurnig. Während des Putschversuches der Nationalsozialisten am 25. Juli 1934 erschoss er den Kommandanten der Städtischen Schutzmannschaft, Franz Hickl. Dieser hatte sich einen Namen als konsequenter Verfolger der illegalen Nationalsozialisten gemacht und war demnach schon seit längerem im Visier des NS-Terrors. Der Befehl für den Mord kam vom stellvertretenden Gauleiter der NSDAP, Friedrich Lantschner. Während Lantschner nach dem Scheitern des Putschversuchern nach Lichtenstein (und nach 1945 nach Südamerika) flüchtete, wurde Wurnig noch am selben Tag gefasst. Am 1. August wurde er für den Mord zum Tode verurteilt und eine Stunde später gehängt.

Nach dem „Anschluss“ wurde er von der NS-Propaganda als „Blutopfer der Volkserhebung“ verklärt. Am 1. August 1938 wurde die Fallmerayerstraße zum „immerwährenden Gedächtnis an den Blutzeugen“ in Wurnigstraße umbenannt.  Die andere Person, die diesen Titel in Tirol erhielt, war Josef Honomichl. Er war während des Putschversuches zusammen mit anderen bekannten Nationalsozialisten von der Heimatwehrabteilung Höttings als Geisel genommen worden. Bevor die Heimatwehr sie wieder freigab, wurde Honomichl erschossen, laut Aussage der Heimatwehr aus Notwehr. Straße bekam Honomichl allerdings keine.

(Titelbild: Franz Hickl, Kommandant der städtischen Sicherheitswache, Signatur Ph-11740)

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