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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Auge Um Auge (I.)

Auge um Auge (I.)

In der Stadtchronik von Carl Unterkirchner, die 1897 erschien, findet sich für den 20. April 1879 der Eintrag, dass damals die letzte Hinrichtung in Innsbruck im Kräuterturm stattfand.

Die Hinrichtung des „meuchlerischen Muttermörders Johann Kreuzer von Oberhofen“ wurde damals von den Innsbrucker Nachrichten detailreich beschrieben. Der arme Sünder wurde nicht mehr öffentlich hingerichtet, das war auf österreichischem Boden zuletzt 1868 (in Innsbruck 1861) geschehen, aber das Interesse seitens der Bevölkerung war dennoch groß. Die Zeitung berichtete, wie er das Urteil aufgenommen, wie lange er in der Nacht vor der Hinrichtung geschlafen, was er gegessen und wie er gebetet hatte. Auch erfahren wir, dass Soldaten und „eine Anzahl zugelassener Herren“ im kleinen Innenhof des Kräuterturms Aufstellung bezogen hatten und der Delinquent „gemessenen Schrittes“ zum Galgen emporgestiegen war. Als morbides Detail teilt uns das Blatt sogar mit, wie lange sein Körper „gezuckt“ und wie sich seine Gesichtszüge verfärbt hatten.

Rund um den Turm hatte sich eine Menschenmenge versammelt, an die Flugblätter mit einer Beschreibung des Verbrechens und dem Wortlaut des Urteils verteilt wurden.

Wie sich herausstellen sollte, blieb dies nicht die letzte Hinrichtung in Innsbruck, aber es zeugt von dem Optimismus, den zumindest Teile der Bevölkerung hatten, dass die Zeit der Todesstrafe vorbei gewesen sei.

(Signatur Bi-g-61)

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