Johann Bock wurde am 4. April 1900 geboren und starb am 28. Dezember 1975 mit 75 Jahren. Sein Alter ging also immer mit dem Jahr, wie man sprichwörtlich sagt.
1939 schreiben die Innsbrucker Nachrichten über Bock:
„Der Alteisenhändler Johann Bock in Pradl ist im nüchternen
Zustande kein unebener Mensch, ist fleißig, arbeitsam und sorgt
für seine sechsköpfige Familie Aber wenn er die nötige Menge
Alkohol im Leibe hat, dann ist mit ihm nichts mehr anzufangen,
besonders dann, wenn ihm ein Wachmann in die Quere kommt.
Schutzleute wirken auf ihn in diesem Zustand wie das rote
Tuch auf den Stier. Die Strafkarte hat deshalb auch eine
dementsprechende Färbung und Länge. Deshalb hat er im
Stadtteil Pradl auch einen gewissenRuf trauriger Berühmtheit,
besser gesagt Berüchtigkeit.“
Bleiben wir noch etwas bei Johann Bock. Im April 1950 kam es in Pradl zu einer legendären Straßenschlacht. Die Zeitung Neues Österreich berichtet:
„33 Vorstrafen, 22 Krügel Bier und ein Liter Wein
Nachsplel zu einer Straßenschlacht in Innsbruck —- Zwei Berufsboxer schlugen zu
Innsbruck‚ 4. August
Vor drei Monaten‚ an einem bewölkten
Aprilabend, gab es im Innsbrucker Stadtteil
Pradl eine gewaltige Schlägerei: der Fuhr-
werker Johann Bock, seine beiden Söhne
Egon und Hermann, der Hilfsarbeiter Klam-
mer und der Autounternehmer Monz be-
gannen aus nichtigem Anlaß mit einem Passan-
ten zu streiten. Die Polizei schritt ein, aber
erst nach einer Stunde gelang es einem Auf-
gebot von nicht weniger als zwei Dutzend Be-
amten‚ mit den Raufbolden fertig zu werden
und damit eine regelrechte Straßenschlacht ——
zu einer solchen hatte sich die Prügelei‚ näm-
tich entwickelt —- zu beenden.
Gestern mußten slch Johann Bock‚ seine bei-
den Söhne- sie sind beide Berufsboxer —-
und Klammer wegen öffentlicher Gewalttätig-
keit vor einem Innsbrucker Gericht verant-
worten. Vergeblich versuchten dabei der Fuhr-
werker. der wegen ähnlicher Delikte bereits
33 Vorstrafen auf dem Kerbholz hat, den
Richter zu beschwichtigen. „Wir haben eben ein
wenig getrunken“‚ bemerkte er entschuldigend.
„Gott sei Dank war es kein Schnaps, sonst
wäre die Sache noch viel ärger gewesen.“
Das „Wenige“ was der rauflustige Fuhr-
werker bei der Rauferei konsumiert hatte‚ be-
stand aus 22 Krügeln Bier und einem Liter
Wein.
Johann Bock wurde zu einem Jahr, sein Sohn
Egon zu acht Monaten schweren Kerkers ver-
urteilt. Hermann Bock kam mit acht Monaten
und der Hilfsarbeiter Klammer mit zehn Mo-
naten Arrest davon. Das Verfahren gegen Monz
wurde ausgeschieden.“
1929 kam es zu Handgreiflichkeiten und Exzessen in der Pradler Straße, was zeitlich zum Titelfoto passt. An diesen Straßenexzessen war wieder einmal der sagenhafte Johann Bock beteiligt. Der Tiroler Anzeiger berichtet:
„Exzesse. In Ergänzung des gestrigen Berichtes der
Heimatwehr wird uns mitgeteilt: Am 22. April, abends
nach 10 Uhr, verursachte der polizeibekannte 29-jährige
Händler Johann Bock in der Gaswerkstraße einen
größeren Auftritt, weil er mit einem Hilfsarbeiter
wegen Wahlangelegenheiten in Streit gera-
ten war. Als ein Schutzmann erschien, ergriff Bock die
Flucht.— In der gleichen Nacht um ungefähr 12 Uhr
hat Bock, der b e t r u n k e n war, in der Pradlerstraße
fünf Mitglieder des Burschenvereines Pradl, die sich
auf dem Heimwege befanden und von denen einer
eine Windjacke trug, angestänkert und mit den
Worten „H e i m a t w e h r h u n d e“ beschimpft. Bock
befand sich in Gesellschaft eines gewissen Otto Schuch-
ter. Als die fünf Burschen die Stänkerer zurückwei-
sen wollten, wurden sie von Bock und Schuchter über-
fallen; Bock wollte einem der Burschen eine Ohr
feige versetzen, der Schlag ging jedoch fehl. Als Bock
ein plumpes, selbstverfertigtes Messer zog, ergriffen
die Burschen die Flucht und ersuchten bei der Polizei
um Schutz. Zwei Wachleute begaben sich sofort in die
Pradlerstraße: Bock wollte sich wieder auf die Bur-
schen stürzen, wurde aber durch die Schutzleute daran
gehindert. Er warf den Schutzleuten seinen Rock vor
die Füße und ergriff die Flucht gegen die Defregger-
straße. Bock wurde am nächsten Morgen ausgeforscht
und einvernommen. Er gab zu, daß er die Burschen
angestänkert hat, jedoch wußte er angeblich von der
Drohung mit dem Messer nichts mehr, da er sich in
folge seines betrunkenen Zustandes überhaupt an
nichts mehr erinnern könne. Gegen Bock und Schuch-
ter wurde die Anzeige erstattet.— Am 23. April kam
es in einer Wählerversammlung in der Clau-
diastraße abermals zu einem Auftritt, den auch Bock,
der wieder betrunken war. verursachte.— Am gleichen
Tage um 8 Uhr abends wurden drei Heimat-
wehrleute in Uniform in der Maria-Theresien-
Straße bei der Annasäule angestänkert. Es ent-
stand ein Wortwechsel, wobei sich ungefähr 30 Per
sonen ansammelten. Ein Schutzmann konnte ohne
Schwierigkeiten die Leute zerstreuen.“
Man sieht gerade noch das Dach des Hauses Pradler Straße 32. In diesem Haus hatte der Maler Raphael Thaler sein Atelier.
Von ihm stammen zahlreiche Fresken in Innsbruck, u.a. die Malereien am Hotel Alte Post in der Maria-Theresien-Straße und die Fassadenmalerei am Gasthof zur Linde, wo auch der Falkenträger als Person dargestellt ist. Dieses Wandbild nimmt Bezug auf die allerseits wohlbekannte Schneefigur des Falkenträgers auf der Nordkette.
Wahrscheinlich hat die Liebe den Raffael / Raphael Thaler in die Pradlerstraße geführt! Die Familie Thaler stammt ja eigentlich aus Gries am Brenner, der Vater war Werkmeister bei der Südbahngesellschaft (lt. Wikipedia). Jedenfalls war seine erste Frau eine geborene Vögele aus der Pradlerstraße 31. Das Haus sieht man gut auf dem Titelbild, es ist das letzte Haus des Dorfes Pradl an der Ostseite der Pradlerstraße, wir sahen es schon im Beitrag https://innsbruck-erinnert.at/farbenfroh/ .
In diesem Beitrag habe ich auch zwei eigene Bilder eingestellt:
https://postimg.cc/2Vr5x95J und https://postimg.cc/qzrvJDVw (Beschreibung siehe dort). Am zweiten Bild sieht man auch die Aufschrift „Farben Thaler“. Was gibt / gäbe es da für interessante Zusammenhänge? Ich gebe nun zurück an Herrn Auer – der findet sicher noch etwas!!
Dem zu spät kommenden bleiben die Restln. Aber in Pradl kenn ich mich sowieso nicht in erzählmodus-fähiger Tiefe aus. So darf ich nur an die noch zu lösende Frage nach dem launig als Tempelanlage bezeichneten Gebäude, welches ganz offensichtlich zur Gaserzeugung gehörte, erinnern.
Der „Dschungel“ wuchs auf der „Rhomberginsel“ zwischen Sill und Kleiner Sill. Jetzt Wohnbauten gewichen. Das Wäldchen rechts der Sill ist zwischen Sillpark und Pradler Sillbrücke längs des Schmiedweges noch halbwegs erhalten.
Dann war das im Gegensatz zu meiner Annahme ein ganz blasses unauffälliges gelb. Und existierte lange Zeit. Ich bin mir durch schnelles Suchen auf ebay und delcampe sogar sicher, daß ich diese Einfärbung noch selber bis in die Erwachsenenzeit hinein gesehen habe. Auf der Sammlern sicher bekannten Ansichtskarte mit der Brennerstraße und dem Reisebus sieht man sogar schon drei Hochhäuser stehen und das neue Wiltener Pfarrheim. Auf einer anderen AK stehen vor der Kirche Autos, die ich für 70er Jahre Beispiele halte.
Die alte Einfärbung ist gemessen an der fotografisch erfaßten Zeitachse die traditionelle.
alt
https://postimg.cc/k2wr1rcY
https://postimg.cc/xqQw2T4p
Richtige Bezeichnung unter Segelfliegern war GRUNAU BABY Ein Exemplar hängt im Museum
am Spitzer Berg bei Hainburg NÖ – SG- 23 könnte für die damalige Zeit stimmen.
Ich machte meine SFL Schulung auf der sog. RÖHNLERCHE …………..
Irgendwann muss ich doch hier einsteigen, nachdem schon auf mich hingewiesen wurde. Ich bin Herrn Morscher sehr dankbar für dieses Bild einer Gegend, in der ich 1936 bis 1955 ständig, dann bis 1964 größtenteils mein Leben verbracht habe. Gemein nur, dass Herr Morscher ein Nachtgespenst ist und seine Beiträge immer so spät einstellt! Ich sah diesen Beitrag gegen 23 Uhr und habe mich gegen eine Nachtschicht gewehrt und bin ohne zu schreiben schlafen gegangen. Das hat mir aber nicht viel genützt, ich habe von Pradl geträumt, habe dann ab 4 Uhr das Bild im Geiste herunterlaufen lassen und bin um 5 aus dem Bett – nochmals danke, Herr Morscher. Gut, dass Herr Auer wenigstens die Stellung gehalten und eh schon viel Wissenswertes gebracht hat, besonders zur Datierung des Bildes.
Immer wieder betrachte ich es und verzettle mich in viele Erinnerungen. Vieles ist ja in den Jahren, die ich hier verbrachte, noch in dieser Art vorhanden gewesen, für viele Gebäude, die hier noch nicht zu sehen sind, konnte ich deren Bau miterleben, über fast jedes Haus und deren Bewohner könnte ich irgendwas erzählen.
Ich weiß nicht, wo anfangen, ich weiß nicht, was anderen wirklich interessiert, meine Emotionen beim Betrachten des Bildes sind derzeit einfach noch zu groß!
Im Luftbild von 1940 sind die Lücken zwischen den Gaswerkhäusern bereits geschlossen. Auch steht bereits die Häuserzeile am Pradlerplatz:
https://tyrolean-map.legner.me/#19/47.26597/11.40870/Image_1940
Ebenso steht das Haus Gaswerkstraße 8 inzwischen, erkenntlich am großen Schattenwurf im Luftbild. Die Lücke zwischen Gaswerkstraße 2 und Gaswerkstraße 8 ist damals noch unverbaut.
Die Datierung wird wohl zwischen 1928 und 1940 zu suchen sein, vermutlich viel näher bei 1930 als bei 1940.
Weil Sie, Herr Auer, Gaswerkstraße Nr. 8 angesprochen haben: Dieses Haus hat in den späten Dreißigern der Metzgermeister Heinrich Müller errichtet. Ihm gehörte auch das Eckhaus Pradlerstraße 30 mit der Metzgerei und dem Metzgerladen. Sein Sohn, ebenfalls Heinrich, übernahm später die Metzgerei, die Tochter Elsa bekam die Gaswerkstraße 8 – hier wohnt sie immer noch, sie ist mit 106 Jahren die älteste Pradlerin und noch sehr rüstig! Verheiratet war sie mit dem inzwischen verstorbenen jüngsten Spross der neunköpfigen Roilofamilie, Karl Roilo, einem Onkel von mir.
Das ist sehr interessant und aufschlussreich, Herr Roilo!
Immer wieder erstaunlich, welche Verbindungen und Beziehungen es zwischen den Familien und Häusern gibt.
Entwurf des Bebauungsplanes Nr.PR-B47, Pradl, Bereich zwischen Pradler Platz, Pradlerstraße, Gaswerkstraße und Körnerstraße (als Änderung des Bebauungsplanes Nr.PR-B42) gemäß §56 Abs. 1 TROG 2022
Geringfügige Grenzbereinigungen im Bereich Pradlerstraße 28 erfordern eie Anpassung der Straßen- und Baufluchtlinien. Dafür muß der Bebauungsplan geändert werden.
Die Negativbemalung ist mir neu. Sie scheint auch nicht lange bestanden zu haben. Es muß ein ziemlich greller Anblick gewesen sein und sicher nicht jedermanns Geschmack. Vielleicht – ohne ihm Arbeit machen zu wollen – gelingt es dem Geschick von Herrn Auer, einen einschlägigen Zeitungsartikel ausfindig zu machen.
Weiteres kleines Detail: Links neben der hell beschienenen Arkadenmauer des Friedhof steht ein kleines Häuschen, ein Kiosk.
Richtung Bierstindl sieht es aus, wie wenn da Rauch aufstiege. Der könnte von einer Lok der Igler Bahn stammen.
Hinter dem Stubaitalbahnhof sieht man ein Gebäude, welches ich als Lagerhaus in Erinnerung habe, welches noch lange Zeit bestanden hat, auf dem Winterbild sieht man links die Rückseite. Herr Haisjackl weiß da sicher mehr.
Beim Bierstindl könnte das aber eine felsige Bergflanke auch sein. Ich muss ehrlich sagen, so richtig dick dampfend kenne ich die Dampfzüge der Lokalbahnen in Innsbruck eher nicht (nicht nur ein Anzeichen der eher geringen Leistung, sondern auch des richtigen Heizens).
Das Gütermagazin der Stubaitalbahn war das am Pater-Reinisch-Weg. Auf den ersten Fotos vom Stubaitalbahnhof war dieses noch nicht vorhanden, und es ist auch noch kein Gleis dort verlaufen. Später wurde vom Gleis 1 der Remise hier eine Weiche zum Gütermagazin gelegt. Sogar eine Brückenwaage hat sich am Stubaitalbahnhof gefunden. Wenn mich nicht alles Täuscht findet man noch am Parkplatz der IVB das Grundstück eigens von der Brückenwaage. Auch gäbe es Bilder von dieser, mit dem Signalmasten, ob die Waage verriegelt oder am Wiegen ist.
Spontan fällt mir ein Farbfilm von 1945 ein, wo man die gelbe Färbelung der Fassade mit den weißen Putzstreifen besonders schön sieht. Das Video ist auf Youtube verfügbar:
Ab Minute 0:46 sieht man die Basilika Wilten mit der gelb-weißen Fassade.
Ja, Herr Auer, dieses Haus würde gut für eine Datierung des Bildes passen. Es dürfte Gaswerkstraße 2 sein und wurde von der Bau- und Wohnungsgenossenschaft Christliches Volksheim errichtet. Im Rahmen der Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs gäbe es eine Broschüre über das „Volksheim“, wahrscheinlich könnte man daraus mehr über diesen Bau erfahren
Das Eckhaus Pradler Straße 30 links unten wurde laut dem Tiroler Kunstkataster 1910 erbaut. Die Pradler Kirche hingegen wurde schon etwas früher 1905 bis 1908 erbaut.
Die genaue Funktionsweise und wo man die Blätter zum Verleimen eingelegt hat, kann uns sicher der liebe Herr Herbst kurz erläutern.
Auch aus welcher Bank das Gerät ursprünglich stammt wäre interessant zu wissen.
Ich hab unsere Wissen über die Funktionsweise kurz oben im Beitrag ergänzt – leider habe ich aber auch kein eigenes Wissen dazu. Gratulation aber zur schnellen Lösung – das hat mich wirklich überrascht.
Die Wiltener Basilika ist immer einen Beitrag wert….
Es handelt sich um ein architektonisches Meisterwerk unter der Bauleitung des berühmten Pfarrers und „Priesterarchitekten“ Franz de Paula Penz. Die Pläne stammen vom Bildhauer Joseph Stapf, welcher in der Kunstgeschichte auch für viele andere sakrale Werke bekannt ist.
Das ehrwürdige Gnadenbild in der Kirche stammt aus der frühen Gotik und ist eine etwa 90 cm hohe Muttergottesstatue mit Kind aus Sandstein.
Ich schätze, diese Leisten waren eine Art Vorläufer der heutigen Schraubzwingen und wurden verwendet, um geleimte Holzteile – von Furnier- bis Bretterstärke – zusammen zu pressen. Dann wäre Herrn Auer mit seinem Hinweis auf das „Bankwesen“ der Schalk im Nacken gesessen und er hätte eine Hobelbank sprich Tischlerwerkstätte gemeint.
Das rechte Objekt ist wirklich rätselhaft. Wurde vielleicht hochkant an die Wand montiert und das herausklappbare Fach als Telefonablage benutzt. Dann wäre das mit Klebeband reparierte Seitenteil ein Sicht- bzw. Hörschutz. Sehr viele Fragezeichen.
Mit dem Hinweis „Leimung“ haben Sie recht, liebe Frau Stolz! Mit diesem Gerät wurde jeden Tag in einer Bankfiliale etwas zusammengeleimt. Jede der vier Holzleisten steht für einen anderen Werktag.
Ah, hat man damit vielleicht Scheckhefte zusammengeleimt? Aber nur an 4 Werktagen? Dann wäre der Freitag (oder ein anderer Werktag ) ein „leimfreier Arbeitstag“ gewesen? Ich erinnere mich, dass man z. B. Reiseschecks vorbestellen musste, die konnte man sich nicht einfach so im Vorbeigehen holen. Wahrscheinlich, weil erst der Leim trocknen musste 😉
Ja, das mit dem Leimtrocknen ist sehr richtig. Mit diesem „Buchbindegerät“ wurden die Tagesabschlüsse der Bank zusammengeleimt. Die Leimung musste wohl 4 Tage lang trocknen, deshalb die 4 Holzleisten für 4 Tage.
Mit der Umstellung auf Computer und EDV wurde das Gerät dann obsolet.
Es ist fast ein Wunder, dass dieses unscheinbare Gerät den Flaschenhals der Überlieferung überstanden hat und ins schützende Archiv gelangt ist, wo es nun für die nächsten Tausende von Jahren konserviert wird.
Diese Geräte müssen ja zu hunderten im Einsatz gewesen sein. Der Großteil wird wohl im Sperrmüll oder in einem Ofen gelandet sein….!
Ich verstehe, Herr Auer. Dann entsprach vermutlich der Abstand zwischen den beiden Gewindestangen auf einer Leiste dem Längsmaß von DinA4 = 297 mm (die Leistenlänge war auf dem Bild etwas schwierig abzuschätzen). Können Sie auch noch verraten, was es mit dem rechten Teil (Re- 26) auf sich hat? Hat man hier die wöchentlichen Tagesabschlüsse gesammelt, oder wurde das gar nicht für diesen Vorgang verwendet und ist am Ende ein komplett eigenständiges Rate-Objekt?
Auch für mich waren es schöne Erlebnisse im Winter. Wenn die Schneelage bis ins Tal reichte, dann ging es nach der Schule am Nachmittag mit der Igler bis Igls, dann zu Fuß zur Talstation der Kofelbahn, dann mit der Bahn bis zur Mittelstation. Dann ging es zur Heiligwasserwiese, wo ich die Talfahrt startete. Durch Wald, Wiesen und Felder bis zum sogenannten Hexenkessel. Nur die Mutigsten und stabilsten Schifahrer trauten sich diesen Kessel zu „schiassen“, also in Schussfahrt ohne Sturz zu bezwingen. Vor allem die Kompression im Übergang auf den Weg, und mit dem mitgenommenen Schwung die Steigung hinauf nach Aldrans, war nicht zu verachten. Unter den Buben immer eine große Mutprobe. Mit einem gewissen Stolz kann ich behaupten, diesbezüglich ohne Probleme diese Stelle stets gemeistert zu haben. Dann ging es immer weiter hinab um schlussendlich über die sogenannte Glocknerwiese in Amras abzufahren und dann nach Hause zu spuren. Das Schöne daran war, dass die Schier die gesamte Strecke nicht einmal abgeschnallt werden mussten. Gabe es doch noch kaum Zäune oder sonstige Absperrungen oder Verbauten. Erst vor meiner Haustür in der Bocksiedlung stieg ich aus den Langriemenbindungen. Das waren noch herrliche Zeiten, die ich nicht missen möchte.
Lieber Herr Bürgschwentner, leider kann ich mich nicht an eine bestimmte Zeit erinnern.
Lediglich, dass es in den 50-er Jahren gewesen sein muss. Eher spätere 50-er Jahre.
Danke Herr Auer für diesen Hinweis auf Kaplan Niedermayr, dessen Begräbnis Marie ja besucht hat (https://innsbruck-erinnert.at/8-monate-anno-1902-14/) wo sie aber nicht den erwähnten Bezug auf das Sterbebild herstellt. Und ganz herzlichen Dank auch für Ihre wertvollen Erklärungen zum Latein-Zitat. Ich konnte es mir übersetzen, aber mit einer schnellen Suche habe ich es nicht geschafft, den Hymnus exakt zu identifizieren.
Gerne, lieber Herr Bürgschwentner!
Die Serie „8 Monate 1902“ ist immer eine besondere Freude….. Das Leben und die Erlebnisse von Marie stehen exemplarisch für eine ganze Frauengeneration des Bürgertums im Alten Innsbruck.
Wahrscheinlich hatte Vater Schneidinger noch eine uneheliche Tochter namens Cäcilia Buttinger, welche ebenfalls eine wegen Bigamie ungültige Ehe schloss. Ein unschuldiger Straßenbahnschaffner ist auch involviert. Dass die Halbgeschwister Rupert jun. und Cäcilia beide eine zweifache Ehe eingingen, ist wohl ein sonst noch nie dagewesener Treppenwitz der Geschichte.
Das Grazer Tagblatt berichtet 1928:
„Zweifache Ehe.
Die jetzt 23-jährige Cäcilia Buttinger hatte vor
mehreren Jahren in Salzburg einen Straßenbahn-
schaffner namens Gruber geheiratet, die Ehe wurde nach
kurzer Dauer einverständlich gerichtlich geschieden.
Cäcilia kam nach Graz und lernte hier im Mai 1925
den Eisenbahnschaffner Franz Kellner kennen und
lieben, nach einigen Monaten gingen beide zum Pfarr-
amt St. Andrä um ihre Verehelichung in die Wege zu
leiten. Buttinger, die durch ihre Verehelichung zum
Namen Gruber gekommen war, wollte an ihre ver-
unglückte erste Ehe nicht erinnert werden, nannte sich in
Graz mit ihrem Mädchennamen Buttinger und er-
wähnte auch Kellner gegenüber nichts von ihrer ersten
Ehe. Sie hatte sich auch durch ihren Vater an Behörden
gewandt um die Befugnis, ihren Mädchennamen
wieder gebrauchen zu dürfen, ohne eine offizielle Er
ledigung zu erhalten. Bei ihrer Vorsprache beim Pfarr-
amt St. Andrä (Graz) gab sie sich als ledig aus, doch
wurde ihre Verehelichung mit Keller von der Auf-
hebung der Minderjährigkeit der Cäcilia, sie war da
mals erst 20 Jahre alt, abhängig gemacht. Cäcilia und
Franz warteten nun ein Jahr zu. Auf Veranlassung der
Frau erschlich inzwischen ihr Vater, Rupert Schnei-
dinger, in Salzburg die Ausstellung eines Heimat-
scheines, in welchem die Frau als ledig bezeichnet wurde.
Mit Hilfe dieses Dokumentes schlossen die beiden am
27. September 1926 in Graz die ersehnte Ehe. Kellner
wußte noch immer nichts davon, daß seine nunmehrige
Gattin eine geschiedene Frau ist. Nach der Trauung
gestand die Frau ihm ihre erste Ehe, er fand nichts be-
sonderes daran, da ihr ja auch neue Dokumente, auf
ihren Mädchennamen lautend, ausgestellt worden
waren. Durch Zufall wurde die Doppelehe der Cäcilia
aufgedeckt, vor dem Schöffensenat (Vorsitzender
DL GR. Dr. Bayer) hatten sich die beiden neuen Ehe
gatten wegen doppelter Ehe und Schneidinger wegen
der Dokumentenerschleichung zu verantworten. Cäcilia
wurde zu sechs Monaten strengen Arrestes, bedingt auf
drei Jahre, Schneidinger zu vier Monaten Kerker ver-
urteilt, Franz Kellner freigesprochen.“
Mit der Ehe Schneidinger waren sogar die Apostolische Signatur in Rom und der Oberste Gerichtshof in Wien befasst. Der Zeitungsartikel ist von 1929, das endgültige Urteil gab es jedoch erst 1936. Die Geschäftszahl beim Obersten Gerichtshof lautet 3 Ob 247 / 36 / 3.
Das Neuigkeits-Weltblatt von 1915 berichtet über den Rupert Schneidinger, Bahnpensionist und Vater von Rupert jun. eine aufregende Story:
„Aus Salzburg wird gemeldet: Seit Neujahr wurde
am Postamte Salzburg-Bahnhof eine nicht un-
bedeutende Anzahl Feldpostpakete gestohlen, ohne daß es
gelungen war, der Täter habhaft werden zu können. Post-
kontrollor Seiler bemerkte eines Tages in der Klosett-
muschel Teile von Paketkarton, worauf der Sache be-
sonderes Augenmerk zugewendet wurde. Es gelang auch
die Langfinger ausfindig zn machen und sie dem Gerichte
einzuliefern. Es sind dies der 1869 in Vöcklabruck ge-
borene Bahnpensionist Rupert Schneidinger, dessen
Mündel, der 1897 geborene Georg Rabl und der
19 Jahre alte, in Mendorf (Ob.-Oest.) geborene Franz
Hasnedl, gegenwärtig Infanterist des 59. Jnf.-Reg.
Alle drei waren am Bahnhofpostamte als Postaushilfs-
diener angestellt. Sie öffneten mehrmals Liebesgabenpakete,
welche an in Spitälern befindliche Kranke und verwundete
Soldaten bestimmt waren, und stahlen daraus Zigaretten,
Schokolade, Tee- und Kaffeewiirfel, Selchfleisch, Salami
u. dgl. m. Nun hatte sich die saubere Diebsgesellschaft,
gegen die anfänglich ein Verfahren wegen Verbrechens des
Diebstahls anhängig war, vor dem Bezirksgerichte zu ver-
antworten. Bezirksrichter Winglmaier verurteilte sämtliche
Angeklagte zn einer strengen, mit Fasttagen verschärften
Kerkerstrafe von je zwei Monaten, Hasnedl und Rabl
nahmen die Strafe an, während Schneidinger erklärte, an
das Landesgericht die Berufung ergreifen zn wollen!“
Die Eltern von Rupert jun. haben am 4. Feber 1894 in der St. Matthias Pfarrkirche in Linz geheiratet. 5 Monate später kam Rupert jun. zur Welt.
Der Vater Rupert Schneidinger sen. war Magazineur bei der Staatsbahn, 25 Jahre alt und stammte aus Vöcklabruck. Die Mutter Elisabeth Lirsch war bei der Eheschließung 19 Jahre alt.
Die kleine Bude mit dem Flachdach rechts der Bildmitte war übrigens eine Tabaktrafik.
Ob es damals bereits Zigarettenautomaten in Innsbruck gegeben hat, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Der erste öffentliche Zigarettenautomat mit dem Schild „K. k. Tabakverschleißautomat“ wurde in Österreich interessanterweise bereits 1899 im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring aufgestellt.
Die Worte „Adressbuch der Stadt Innsbruck (dazu bald viel mehr)“ klingen ja hochspannend.
Was diese kryptische Andeutung wohl bedeuten mag? Etwa die Onlinestellung der gesamten Adressbücher von Innsbruck??
Auf das „viel mehr“ bin ich jedenfalls schon sehr gespannt, was immer es auch bedeuten mag….!
In den detailliert geführten Kirchenbüchern der Pfarre Hötting finden sich dazu folgende Hinweise:
Trauung am 8. Feber 1921
Bräutigam
Rupert Schneidinger, wohnhaft in Hungerburg 5, Privatbeamter, 26 1/2 Jahre alt
zuständig nach Salzburg und geboren in Linz, Pfarre St. Matthias am 2. 7. 1894
Sohn des Rupert Schneidinger sen. und der Elise Lirsch
Braut
Maria Senecic, zuständig nach Serbien, geboren in Budapest am 30. 3. 1879
Pflegerin, 42 Jahre, uneheliche Tochter der Wilhelmine Senecic.
Witwe nach Georg Granscac-Dikovic, gestorben 1904 in Kroatien
Ehe gestrichen über Anordnung des Landeshauptmannschaft Innsbruck vom 13. Feber 1936
Nach einem weiteren Nachtrag hat die Maria Senecic 1908 einen Paul Keresczeny geheiratet, welcher zur Zeit der Eheschließung mit dem über 15 Jahre jüngeren Rupert Schneidinger noch lebte.
Die Ehe mit Rupert war also die dritte Ehe der Braut….. was mit dem Zeitungsartikel übereinstimmt.
Auffallend ist, daß fast alle, die nicht in Gruppen herumstehen, Richtung Franziskanerbogen zu gehen scheinen. Was jetzt wahnsinnig erhellend ist :-). Corso scheint es keiner zu sein.
Die Nummerntafel der Beiwagenmaschine lese ich als E 4228
Auffallend ist, daß fast alle, die nicht in Gruppen herumstehen, Richtung Franziskanerbogen zu gehen scheinen. Was jetzt wahnsinnig erhellend ist :-). Corso scheint es keiner zu sein.
Interessant ist auch die indirekte Erwähnung des Oberkaplans Alois Niedermayr. Auf alten Sterbebildern findet man immer wieder den Text:
Möge er/sie im Himmel ewige Fronleichnam feiern.
Möge er/sie im Himmel ewige Weihnachten feiern.
Marie gehörte noch zu jener Großeltern- und Urgroßeltern-Generation, deren Glaube tief in den Traditionen der Kirche und in der Volksfrömmigkeit verwurzelt war. Die Religion bestimmte damals das Leben und den Alltag in einem wesentlich stärkeren Ausmaß, wie es heute kaum noch vorstellbar ist.
Insofern ist das Tagebuch eine aufschlussreiche Dokumentation der damals üblichen religiösen Bräuche und Gewohnheiten.
Die Bedeutung der lateinischen Zeile im Tagebuch sollte man vielleicht etwas erläutern, zumal diese Worte nicht mehr allen adhoc geläufig sein dürften:
Marie bezieht sich dabei auf den Hymnus „Adoro te devote“. Bei diesem Hymnus handelt es sich um einen von fünf Hymnen, welche anlässlich der Einführung des Hochfestes Fronleichnam (Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi) vom heiligen Thomas von Aquin verfasst wurden.
Der betreffende Satz lautet übersetzt:
In Demut bet’ ich dich, verborgene Gottheit, an, o süßer Jesus, o treuer Jesus, erbarme dich unser.
Marie hatte als fromme Katholikin bestimmt ein Schott-Messbuch, wo man die lateininischen Texte mit der deutschen Übersetzung lesen konnte.
Danke für dieses Detail. Wie man übrigens dem verlinkten Zeitungsartikel von 1937 entnehmen kann, war sein Vetter der damalige Stadtpfarrer von Wilten, Prior Domenikus Dietrich
Der Name Doganaplatz rührt vom Dogana-Gebäude in Hall her.
1907 hat es soviel geschneit, dass am 15. Jänner um 5 Uhr früh am Doganaplatz das Dach der Badeanstalt „zum weißen Kreuz“ durch Schneedruck in der Länge von 22 Metern eingestürzt ist. Dabei wurden mehrere Meter Mauerwerk mitgerissen!
Den Namen Doganaplatz findet man bereits 1892 im Annoncenteil der Innsbrucker Nachrichten:
„Als Wirtschafterin sucht ein gebildetes Fräulein gesetzteren Alters, sehr tüchtig im Haushalte, Stelle zu einem oder zwei Herren, auch Witwer mit Kinder ; geht auch auf’s Land. Gefällige Offerte an Frau Lechner in Hall, Doganaplatz.“
Ja, es ist eigentlich ein relativ kleines Zeitfenster und nur spärliche Erwähnungen: 1892 findet man diese Annoncen, 1903 die Umbenennung, aber noch 1924 taucht er als Doganaplatz auf.
Ok., das pompöse Gauhauptreichspotzblitzgebäude hätte man mit einwenig Kleinarbeit noch finden können. Ich biss mir aber zunächst die Zähne am unmittelbaren Hintergrund des Zuges aus. Das Foto ist jedenfalls von einem Haus der Etzelstraße aus gemacht worden, die Bergkulisse zeigt mit Fotobearbeitung den Glungezer mit Nebenbauten, rechts steigt zum abgeschnittenen Patscherkofel an.
Erst die Luftbildkrücke identifizierte die Adresse des Hauses mit dem Walmdach als Kapuzinergasse 10. Der Fotograf hat sich dann im Eckhaus Kapuzinerstr. 8 und Etzelstraße befunden. Mit herumtriangulieren müßte man sogar das Fenster eingrenzen können. Aber dieser Aufwand ist mir die Sache denn doch nicht wert.
Ursprünglich muß auch ein Plan bestanden haben, daß Hitler mit dem Flugzeug in der Reichenau einschweben sollte. Ich kann mich nämlich an eine Ausstellung im Stadtarchiv erinnern, in der ein paar Projektzeichnungen von der Beflaggung des Flughafens und der Straßen von der Reichenau in die Stadt gezeigt worden sind. Warum doch nichts draus geworden ist? Entweder generelle Bedenken bezüglich des kleinen Landeplatzes (es gibt aber ein Foto von der Landung Seyß-Inquarts mit einer Ju-52, die Hitler auch benutzt hätte) oder man verzichtete auf Grund der Unverhersehbarkeit des Wetters auf die kostspielige Umsetzung der Beflaggungspläne und damit auf den Flug.
Ja, von der Landung Seyß-Inquarts gibt es Fotos am Flugfeld Reichenau. Ein Foto ist in der Nationalbibliothek und zeigt Seyß-Inquart mit dem Gauwahlleiter Christoph am 3. April 1938, also kurz vor dem Hitlerbesuch, man sieht gut das Flugzeug im Hintergrund:
https://digital.onb.ac.at/rep/osd/?10E5BB01
Dieser Edmund Christoph war jener, welcher später die Villa des tragischen Pogromopfers Richard Graubart in Beschlag nahm. Eine sehr traurige Geschichte….
Hat jemand eine Idee, an welchen Häusern der Hitlerzug gerade vorbeifährt?
Das Haus mit dem Walmdach könnte in der Kapuzinergasse Ecke Kohlstattgasse gestanden haben, siehe Luftbild von 1940.
Der Standort des Fotografen wäre dann wohl der 1. Stock eines Hauses, das es heute nicht mehr gibt.
Ein eher düsterer Septembertag?Jaaa, dann fährt dieser Zug tatsächlich gerade über den Viaduktbogen „Numero quarantadue“.
Wie war das Wetter damals? Ein eher düsterer Septembertag?
….ich meine, bei jenem 2. Besuch – denn an diesen Tag habe ich eine entsprechende Erinnerung – es hieß, der Führer würde durch die Maximilianstraße fahren – meine Mutter stellte mir einen Stuhl ans östliche Erkerfenster – es war alles grau, trostlos, die Straße menschenleer, kein Verkehr – dann fuhr ein einzelnes schwarzes geschlossenes Auto Richtung Klinik – dann die Mama „Das könnt er g’wesn sein…“
Genau dieser Adler findet sich lustigerweise auch am 6. April 1938 in den Innsbrucker Nachrichten. Das Foto des Adlers dient als Illustration für einen Aufsatz des Kunsthistorikers Universitätsprofessor Dr. Heinrich Hammer:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19380406&seite=17&zoom=33
In den Innsbrucker Nachrichten vom 6. April 1938 findet sich auf Seite 4 eine Textpassage, welche exakt zum Foto des Beitrags passt und die damalige Situation schildert:
„Das Rollen eines Zuges auf dem Bahnviadukt, wie ein Lauffeuer
geht es durch die Massen, der „Führer“ kommt! Tausende
Arms strecken sich zum deutschen Gruß, Jubel bricht aus, und
wirklich – der Führer zeigt sich an einem Wagenfenster und grüßt,
freundlich lächelnd, die ersten Innsbrucker, die ihm huldigen.
Es ist wenige Minuten vor acht Uhr, die Spannung wächst
ungeheuerlich.“
Demnach war es wohl gegen 8 Uhr morgens am 5. April 1938, als das Titelfoto aufgenommen wurde!
So hat das Innsbrucker Rathaus anlässlich des Hitlerbesuches vom April 1938 ausgeschaut:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19380406&seite=3&zoom=33
Der Zeitaufwand für die Dekorierung der Häuser und Straßen muss riesig gewesen sein. An welcher Adresse das Eckhaus mit der Gaupropagandastelle war, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Vor lauter Verkleidung kann man das Haus fast nicht erkennen.
Das gesuchte Haus ist, für Bewohner des Ortsteils Wilten und der angrenzenden Straßen leicht zu erkennen, dasjenige der Arbeiterkammer 😉
PS: Wir sind *nicht* auf der Suche nach mehr oder scharfen Bildern des Hitler-Besichs in Innsbruck, im Stadtarchiv haben wir buchstäblich Stapel davon.
Ach, die Arbeiterkammer ist das! Obwohl ich jeden Tag an diesem Haus vorbeigehen, hätte ich es auf Grund der „Maskierung“ nicht erkannt. Vielen Dank für die Lokalisierung, lieber Herr Hofinger!
Hier sieht man ein Foto, welches der Fotograf Heinrich Hoffmann direkt hinter Hitler stehend vom Balkon des Hotels Tirolerhof gemacht. Man sieht gut die Menschenmenge am Platz. Der Bahnhofsplatz war damals der einzige repräsentative Platz in der Innenstadt, den heutigen Landhausplatz gab es ja 1938 noch nicht:
https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/metaopac/search?id=bildarchiv90321&View=bildarchiv
Im Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek gibt es mehrere interessante und seltene Aufnahmen, welche an den Aufenthalt Hitlers 1938 in Innsbruck erinnern. U.a. dieses Fotos wie er im Sitzungssaal des Alten Landhaus begrüßt wird, man verspürt direkt eine unheimliche Aura:
https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/metaopac/search?id=bildarchiv38444&View=bildarchiv
Als angehender Politiker hielt Hitler bereits am 29.9.1920 in den Innsbrucker Stadtsälen eine Rede.
Drei Dinge möchte ich noch ansprechen, die mir so nacheinander beim Betrachten dieses Bildes eingefallen sind:
1 Die Wasserrinne links im Bild: Ich kann mich noch an etliche solcher Holzgestelle, auch oberhalb der Ellbögnerstraße erinnern – waren das Mühlen / Sägemühlen? Hat der Beitrag https://innsbruck-erinnert.at/ein-wasserfall-im-winter/comment-page-1/#comment-1638 etwas damit zu tun?
2 Wenn man den angesprochenen Weg bis zur Ellbögnerstraße hinaufging, sah man zwischen Weg und Wiese den Verlauf der ehemaligen Bobbahn – zumindest wurde uns erzählt, dass dies vor dem Krieg eine Bobbahn war – zu unserer Zeit war sie bereits verfallen. Eine Bobbahn in diesem Flachstück!!
3 Es gab noch ein besonderes Bauwerk auf dieser Strecke: Die Unterführung der 110 KV Leitung unter die Seilbahn. Inzwischen wird das ja alles weg sein. Was für Märchen wurden uns darüber erzählt! Zum Beispiel: Das ist ein Bunker, in dem viel Munition gelagert ist. Diese könnte gerade in dem Augenblick explodieren, wenn wir drüberfahren! Was hatten wir für Angst und wie froh waren wir, wenn die Gondel endlich am Patscherkofelhang war und es steil aufwärts ging.
Wow, ich bin ganz hin und weg. Habe ich doch diesen Wal seinerzeit als Bub aus nächster Nähe begutachtet.
Aus mir unbekannten Gründen war der lange Lastzug mit dem Wal kurze Zeit in der Bocksiedlung direkt vor unserem Haus
geparkt. Die ganze Siedlung war in Aufruhr und in Aufregung versetzt. So einen riesigen „Fisch“ hatte man noch nie nah gesehen.
Wenn ich daran denke, steigt mir wieder der unangenehme Geruch, der davon ausging, in die Nase. Auch kommt mir vor, war der Wal schon in einem etwas desolaten Zustand.
Aber einen bleibenden Eindruck hat dieser Säuger bei mir schon hinterlassen. Warum und wie lange genau der Laster hier stand, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich nur ein Zwischenabstellplatz. Leider gibt es keine Fotos darüber.
Lieber Herr Albert! Ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Ich bin ja eigentlich fest davon ausgegangen, dass eine oder sogar mehrere unserer StammleserInnen Jonas am Bismarckplatz erlebt haben – offensichtlich war das aber doch nicht der Fall… danke für Ihre spannenden Details zu dieser Geschichte! Wissen Sie noch, wann das ungefähr war?
Ich würde den Stock eher einem Erzabbau Betrieb zuordnen. Ev. Schwaz Silbererz. Man sieht am Stock ein sog. Pochwerk mit angschlossener Erzschmelze.
In Hall wurde das Salz mittels einer hölzernen Soleleitiung zu den Sudpfannen nach Hall befördert. Der Inhaber von diesem Stock dürfte ein höheres Tier im Bergbaugeschehen gewesen sein.
Sehr schönes Teil.
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 11:26 am
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 11:12 am
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 11:09 am
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/15 at 9:36 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 10:56 am
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 10:48 am
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/15 at 9:25 pm
From Karl Hirsch on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 9:57 am
From Karl Hirsch on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/14 at 9:40 am
From Erwin Schneider on Schule in der Luft
Go to comment2021/12/14 at 8:49 am
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 6:11 am
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 12:25 am
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/15 at 8:28 pm
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/19 at 3:33 pm
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 8:03 am
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 10:39 am
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 12:42 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 1:08 pm
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 11:53 am
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2024/03/01 at 3:10 pm
From Henriette Stepanek on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2024/03/01 at 1:44 pm
From Karl Hirsch on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/13 at 10:10 pm
From Christian Haisjackl on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/28 at 8:05 am
From Karl Hirsch on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/28 at 8:49 am
From Karl Hirsch on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/28 at 8:47 am
From Josef Auer on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/13 at 10:22 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/13 at 10:09 pm
From Manfred Roilo on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/14 at 7:52 am
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/13 at 10:07 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/13 at 10:13 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/13 at 10:04 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/13 at 10:11 pm
From Josef Auer on Nicht (nur) das Offensichtliche interessiert
Go to comment2021/12/13 at 9:53 pm
From Josef Auer on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 9:15 pm
From Christian Herbst on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/21 at 12:07 pm
From Josef Auer on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/13 at 8:18 pm
From Josef Auer on Neues Album, neues Glück XXIII
Go to comment2021/12/13 at 7:31 pm
From Ingrid Stolz on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 5:22 pm
From Josef Auer on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 5:33 pm
From Ingrid Stolz on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 6:07 pm
From Josef Auer on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 6:57 pm
From Ingrid Stolz on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 7:55 pm
From Albert P. on Talstation Patscherkofelbahn
Go to comment2021/12/13 at 5:12 pm
From Albert P. on Wer kennt Jonas?
Go to comment2021/12/13 at 4:44 pm
From Josef Auer on Das Archivding der Woche V
Go to comment2021/12/13 at 4:09 pm
From Joachim Bürgschwentner on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/13 at 10:20 am
From Josef Auer on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/13 at 11:59 am
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/13 at 12:07 am
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 11:48 pm
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 11:40 pm
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 11:34 pm
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 6:31 pm
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 6:11 pm
From Manfred Roilo on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/16 at 10:48 am
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 6:07 pm
From Karl Hirsch on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 5:28 pm
From Karl Hirsch on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 5:47 pm
From Karl Hirsch on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 5:27 pm
From Josef Auer on Nichts für Morgenmuffel
Go to comment2021/12/12 at 3:21 pm
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 3:13 pm
From Josef Auer on Wer war Rupert Schneidinger?
Go to comment2021/12/12 at 2:50 pm
From Josef Auer on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/12 at 1:43 pm
From Josef Auer on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/12 at 1:37 pm
From Markus Unterholzner on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/16 at 9:09 am
From Franziska Mair on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/12 at 10:07 am
From Joachim Bürgschwentner on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/13 at 10:12 am
From Josef Auer on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/12 at 10:00 am
From Markus Unterholzner on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/16 at 2:04 pm
From Josef Auer on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/12 at 9:49 am
From Joachim Bürgschwentner on 8 Monate anno 1902 (24)
Go to comment2021/12/13 at 10:15 am
From Karl Hirsch on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 9:36 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 9:59 pm
From Karl Hirsch on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 9:55 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 8:37 pm
From Henriette Stepanek on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2023/11/07 at 9:26 am
From Henriette Stepanek on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2023/11/07 at 9:34 am
From Josef Auer on Mit Adleraugen
Go to comment2021/12/11 at 7:45 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 6:41 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 6:29 pm
From Niko Hofinger on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 6:34 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 6:46 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 5:45 pm
From Josef Auer on Wie man Hitler entsorgt
Go to comment2021/12/11 at 5:40 pm
From Manfred Roilo on Talstation Patscherkofelbahn
Go to comment2021/12/11 at 5:14 pm
From Manfred Roilo on Talstation Patscherkofelbahn
Go to comment2021/12/11 at 5:19 pm
From Albert P. on Wer kennt Jonas?
Go to comment2021/12/11 at 3:02 pm
From Joachim Bürgschwentner on Wer kennt Jonas?
Go to comment2021/12/13 at 10:08 am
From Erwin Schneider on Das Archivding der Woche IV
Go to comment2021/12/11 at 10:39 am