Erinnerungen an den 11. September
Als ich mich daran machte, einen Beitrag für den heutigen Tag vorzubereiten, fiel mein Blick auf das Datum – 11. September – und da dachte ich mir, das wäre einen Beitrag wert. Früher gingen mir die alljährlichen Gedenken auf die Nerven, angesichts all dessen, was davor und danach so alles passierte, und dem keine regelmäßige Erinnerung zuteil wurde. Aber inzwischen ist viel Zeit vergangen, genau 25 Jahre, die vielen Nachgeborenen werden das Datum wahrscheinlich viel unbelasteter, oder sogar gänzlich ohne Vorbelastung(?) aussprechen, als das bei mir / uns vor allem in den ersten Jahren nach 2001 der Fall war. Es gibt ja diese Ereignisse, die auch im Freundes- und Bekanntenkreis mit den Worten thematisiert werden: „Wo warst du, als….“
Das weiß ich ganz genau: Im Hochschloss in Ambras. Das Foto stammt übrigens ebenfalls aus dem Jahr 2001. In jenem Sommer glückten mir meine ersten Ferialjobs mit historischem Bezug. Raumaufsicht auf Schloss Ambras. Einer der intensivsten Studierendenjobs, die ich je hatte, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Die Schicht dauerte von kurz vor Museumsöffnung bis kurz nach Museumsschluss. 17:00, wenn ich nicht irre. Der Terroranschlag auf den World Trade Center begann um 8:46 Ortszeit in der Früh, also dreiviertel 3 nachmittags unserer Zeit. Ich weiß also, wo ich war, kann mich aber eigentlich kaum mehr daran erinnern, wann ich davon erfahren habe. War es noch in der Arbeit? Das waren ja noch die Zeiten vor dem Smartphone. Ich weiß, dass ich einmal kurz mit einem Amerikanischen Paar gesprochen habe, die den Anschlag erwähnten und Ihre Betroffenheit zum Ausdruck brachten, aber ich glaube, das war erst einige Tage später.
Wirklich in Erinnerung geblieben ist mir, dass ich nach der Arbeit eilig heimgeradelt bin, müde, und mich auf den nächsten Tag – mein freier Tag! – freute. Ich hatte vor, einfach zu entspannen, unter anderem, indem ich mich faul vor die Glotze legte und mich berieseln ließ. Und der Plan wurde definitiv von den weltpolitischen Ereignissen vereitelt. Egal welcher Sender, er berichtete gefühlt den ganzen Abend, die ganze Nacht, den ganzen nächsten Tag nur über die Terroranschläge, Details, Analysen, Folgen. Kein Entkommen. Ich hätte natürlich auch den Fernsehplan aufgeben und mich an die frische Luft begeben können, aber soweit hat es wieder nicht gereicht.
Und ich kann mich sehr klar erinnern, dass ich am nächsten Arbeitstag am Weg durch die Stadt, da und dort (u.a. vor der Bank in der Museumstraße glaube ich) schwerbewaffnete Uniformierte stehen sah, meinem laienhaften Dafürhalten mit Maschinenpistolen. Das war schon ein seltsames und beklemmendes Gefühl, so etwas plötzlich in unserer damaligen Insel der Seligen zu sehen. Aber zum Glück sind uns damals gravierendere Folgen der weltpolitischen Verhältnisse erspart geblieben. Noch.
Und woran erinnern Sie sich? Möchten Sie erzählen? Oder möchten Sie lieber Ihre Ruhe haben – was ich auch verstehe.
(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-27624)
Ich war gerade auf der Arbeit, saß im Büro und habe es im Radio gehört. Meine Kollegen und ich waren sprachlos, fassungslos und konnten es nicht glauben. Unsere Arbeit blieb liegen und wir haben nur mehr gebannt auf den Radio geschaut. Den Moment werde ich nie vergessen….