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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Gaswerk Von Oben

Gaswerk von oben

Wir haben schon einige Male über den Rapoldipark gesprochen und wohl noch öfter über das Gaswerk und auch über die Beklemmungen, die es auf manche junge Nachbarn verständlicherweise ausübte. Darum sind wir heute in sicherem Abstand über dem Gaswerk. Rhomberg-Fabrik; Schwimmbad, Klein-Rapoldipark wohl schon mit dem Brunnen mit den Saligen Fräulein in seliger (oder so ähnlich) Verzückung und beginnender Pradler Platz bilden den Rahmen dieser Aufnahme.

Also wenden wir uns dem Zentrum zu. Und da sollte der Nicht-Pradler schweigen und hoffen, dass die (ehemaligen) Eingeborenen einspringen.

Es sind einige mehr oder minder interessante Frage zu klären. Eine kleine Auswahl: Wem gehören beispielsweise die Kleingärten in der Bildmitte? Wie funktioniert eigentlich die Verarbeitung des Gases im Gaswerk? Was kommt eigentlich am Ende beim Gaswerk heraus? Gas??

Sie sehen: Fragen über Fragen…

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-23.245)

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare
  1. Oha – da muss ich mich ja fast angesprochen fühlen!
    Vorweg möchte ich mich bei Ihnen, Herr Morscher, recht herzlich bedanken für diesen Beitrag. Das Titelfoto zeigt ja von oben die beiden Tabuzonen für uns Buam, das Gaswerkareal und das Rhombergareal – also alles, was sich zwischen Pradlerplatz und König-Laurin-Straße befand. Ich möchte noch hinzufügen, dass zum Rhombergareal nicht nur die Insel zwischen alter (Rhombergkanal) und neuer Sill zählte, sondern auch die Fabrikswohnhäuser diesseits der neuen Sill in der Schmiedgasse dazu gehörten. Diese war ja schnell vom Anfang nach der Pradlerbrücke bis zum Ende hinterm Villerbauern (Pradlerstraße 14) durch Gatter mit Verbotstafel gesperrt.

    Eine Frage, Herr Morscher: Hat sich schon einmal jemand mit der Geschichte des Gaswerks bzw. der Rhombergfabrik befasst?

    Nicht ganz Ihrer Meinung bin ich mit dem Schweigen der Nicht-Pradler!

  2. Noch ganz kurz zu den Gartenanlagen, die für mich fast alle noch nie gesehene Überraschungen sind: Die Kleingärten rechts gehörten wohl zu den Fabrikhäusern in der Schmiedgasse, die in der Bildmitte zu den Häusern der Gaswerkbediensteten am Pradlerplatz. Dass es auf der Insel eine richtige Landwirtschaft gab, war für mich total neu! Wussten Sie das, Frau Stepanek? Nun ja – der Heini kam ja viel mehr umher wie ich!

    1. Zu meinem großen Leidwesen muß ich sagen: Nein!
      Von meinem Gatten habe ich niemals von keiner Landwirtschaft nichts gehört.
      Aber von meiner Mama – als ich im Maikäferjahr 1942 das ebenerdige rote Haus überm Sillkanal drüben bewußt sah und wissen wollte „Wem gehört denn dees Haus? Wer wohnt denn da?“ antwortete meine Mama „Da wohnt der Gärtner. Da dahinter..“ (was ich aber nicht sah) „..ist eine Gärtnerei.“ Daran erinnere ich mich. (War vielleicht der Grund an eine Gärtnerei verpachtet)
      Die „Fabrikhäuser“, bezw. deren Bewohner, hatten ihre Gärten südlich an die Häuser anschießend. Also zwischen „Schmiedgasse“ und „Furterzaunweg“.
      Und leider – ja, auch ich hätte mir das vorher nicht vorstellen können – hatte mein Gatte eigentlich nie Zeit, mich allzusehr heimatkundlich zu unterrichten.
      Heim – Arbeitshose anziehen – Garten,Obstbäume, Hühner – danach elterliche Wohnung (Erdäpfel durchtreiben, Vinzenzgemeinschaft, Pfarrgemeinderat, Verein Vogelwarte, Aquarianer, Männerbewegung, Vertrauensmann Gewerkschaft und.. und.. und! Sehen wir es positiv: Zeit zum Streiten blieb keine.
      Soviel zu HEIMATKUNDE PRADL, gell, Herr Roilo.
      Und bei allen anderen, die das jetzt möglicherweise irrtümlich gelesen haben, entschuldige ich mich!

      1. Oje – von Ihrer Seite bekomme ich also leider in HEIMATKUNDE PRADL keine allzugroße Hilfe. Immerhin, Ihre Mutter wusste, dass es da hinterm roten Haus eine Gärtnerei gab. Über dieses rote Haus am Rhombergkanal wurde ja schon einmal in einem Beitrag geschrieben und ich nehme an, dass der „Un-Pradler“ sofort nach dem entsprechenden Link suchen wird.
        Allerdings glaube ich nicht, dass es sich hier um eine gewerbliche Gärtnerei gehandelt hat, die Rhombergler ließen ja keinen Fremden in ihr Hoheitsgebiet hinein, das war ja eine eigene Stadt in der Stadt. Wahrscheinlich diente sie der fabrikseigenen Kantine.

        1. Tut mir leid, nein!
          Aber da ICH mich natürlich selbst in „HEIMATKUNDE“ eifrig weiterbilde, habe ich jüngst (zum Thema passend) gegoogelt: „SILL“ – und kann Ihnen berichten, was da zu lesen ist:
          „Die Schwelle ist ein österreichischer Fluß, der in Tirol fließt. Es erhebt sich in der Nähe des Brennerpasses, fließt nach Norden durch das Wipptal und mündet in das Gasthaus am linken Ufer in Innsbruck.
          Länge 42km, Schwimmbad 854,8km², Auffangbecken Donau, Durchschi 24,5m³/s Durchfluß Innsbruck Reichenau.“
          (de.frwiki-wiki)

      2. Jetzt ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Meine Mutter hatte in der Bürgerschule eine Mitschülerin namens Pletka. So habe ich gerade im besten aller jemals erschienenen Innsbrucker Adreßbücher nachgesehen…
        …und finde bei der Anschrift Museumstraße 36 – Innsbrucker Spinnfabrik Herrburger und Rhomberg als HV (Hausverwalter) Pletka Hans, Maththias-Schmid-Straße 12c.
        Im Einwohnerverzeichnis auf Seite 556 lese ich allerdings „Schmidgasse 12c“

        1. Für das Stadtarchiv möglicherweise von Interesse:
          Die Pletka – Emmy hieß nach ihrer Eheschließung K L O C K E R ….
          klingelt jetzt was?

  3. Obwohl mit Schreibverbot belegt ganz kurz:
    https://innsbruck-erinnert.at/innsbruck-gibt-erdgas-teil-i/ (Ausschnitt ohne alle Kleingärten vom heutigen Titelbild)
    https://innsbruck-erinnert.at/gas-aus-tiroler-kohle/ mit Aufbau, Abbau? der Endstufe der Öfen (??)
    https://innsbruck-erinnert.at/es-werde-licht-1858/ ebenso Detail der obigen Anlage

    Das Titelfoto mit Beschriftung und Jahreszahl wäre der Hammer. Interessant ist für mich die in den 2 Links von mir befragezeichneten „Endstufenöfen“, wobei ich mich da wahrscheinlich sehr laienhaft ausdrücke. Laut Luftbilder begann man da erst 1963 mit dem Bau, 1966 sieht man die Anlagen. Was war das, dass es sich kurz vor dem Ende der Gasproduktion noch rentiert hat, oder rechnete damals niemand damit, dass das Gaswerk keine 10 Jahre mehr in Betrieb war?

    Schon wieder weg.

    1. Nochmals oje – das sitzt nun tief, Herr Hirsch! Nicht nur dass Sie den Link, in dem man das Titelbild schon seit 2022 sieht, gebracht haben, Sie haben noch dazu in Klammer sehr dezent auf die Kleingärten hingewiesen. Vielen Dank dafür – ab jetzt dürfen Sie auch wieder unter Ihren eigentlichen Namen – auch in diesem Beitrag – schreiben.

      1. Ich hab mich ohnehin geirrt, die Gärtnerei – für eine solche halte ich die Anlage auch – war auch schon 2022 zur Gänze drauf, damals aber kein Thema, das Trauma der Erinnerung an das hinten offene Koksofengebäude ließ damals den Gedanken an Kohlrabi und Sellerie keinen Platz. Außerdem ist das mit dieser Insellage ohnehin bestenfalls Halbpradl, oder Südostdreiheiligen. Oder vorarlbergerisches Annexionsgebiet und daher extraterritoriale Rätselzone.

        Im Übrigen halte ich den von Ihnen mehrfach lancierten Vorschlag einer ganzheitlichen Geschichte des Gaswerks und seiner Segnungen für die Stadt für beachtenswert. Vielleicht einmal einen Dienstgang (mit geputzten Schuhen fürs Erinnerungsfoto) vom S t a d t Archiv zu den S t a d t Werken wagen? Nach vorheriger Antragstellung und positivem Beschluss des Gemeinderates.

        1. Fein – dann sind wir wieder per Hirsch und Roilo, natürlich beide als richtige Gesamt-Innsbrucker (bei mir halt nur in jungen Jahren)!

          Trotzdem muss ich doch noch anbringen, dass diese „Rhomberg-Insel“ vor der Sillbegradigung Pradler (Amraser) Hoheitsgebiet war. Vielleicht kann uns das Stadtarchiv verraten, wie es dazu kam, dass aufeinmal die neue, begradigte Sillmitte die Grenze wurde.

          Später wurde Pradl mit den Arbeiterhäusern der Rhombergfabrik und mit der „Gasfrabrik“ beglückt. Damals haben wenigstens die Pradler Grundbesitzer ihr Geschäft gemacht. Aus heutiger Sicht war es zumindest bei der Gasfabrik ein Glücksfall – Pradl hat nun den Stadtpark!

          Ob die Gärtnerei auf der „Insel“ nicht doch für den Eigenbedarf Rhombergkantine war? Irgendwelche Innsbrucker wird es wohl noch geben, die davon wissen.

          Dass auch dieser ganze Nordzipfel inzwischen so schrecklich verbaut wurde, ist ein Jammer. Jetzt ist man, wie ich hörte, schon wieder drauf aus, möglichst viele noch im Stadtgebiet übriggebliebene grüne Lungen zu zerstören.

          Zum Schluss noch: Getraut sich wirklich kein Innsbrucker an die Geschichte des Gaswerkes oder der Rhombergfabrik? Der Sillkanal und Altpradl würden auch noch auf Historiker, Schreiberlinge und entsprechende Sponsoren warten.

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