skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Paneuropäische Union

Die Paneuropäische Union

Heute vor 100 Jahren fand sich in den Innsbrucker Nachrichten ein Artikel über die Gründung des österreichischen Komitees der Paneuropäischen Union. Die Organisation war damals noch keine drei Jahre alt, 1923 war sie von Richard Coudenhove-Kalergi (1894–1972) gegründet worden. Die Nachrichten beschrieben das Ziel der Union als „die föderative Einigung Europas auf der Grundlage des Friedens, der Gleichberechtigung und der Zollunion.“ Das erwähnte österreichische Komitee hatte sich in Wien konstituiert, unter dem Vorsitz keines geringeren als des ehemaligen und künftigen Bundeskanzlers, Ignaz Seipel (von 1922 bis 1924 hatte Seipel die Regierung geleitet, im Oktober 1926 bekleidete er das Amt erneut). Das Komitee veröffentlichte einen Aufruf an alle Österreicher, sich der Bewegung anzuschließen, unterschrieben natürlich von Ignaz Seipel und Richard Coudenhove-Kalergi, sowie Walter Breisky, Carl Brockhausen, Marianne Hainisch, Julius Meinl, Josef Redlich, Hans Schober, Alexander Spitzmüller und Alfred Verdroß.

Bereits zu ihren Anfängen hatte die Initiative jedoch auch schon in Innsbruck Schlagzeilen gemacht. Die Nachrichten veröffentlichten im August 1923 Teile des damals noch in der Entstehung begriffenen Buches Paneuropa von Coudenhove-Kalergi. Die Redaktion stellte die Bemerkung voran: „Die Ansichten des Verfassers, die allerdings vorläufig noch recht utopisch klingen, sind in ihren Gedankengängen so großzügig und weitblickend, dass sie jedenfalls Beachtung verdienen.“ Coudenhove-Kalergi formulierte klar sein Programm:

Viele Menschen erträumen ein einiges Europa: aber wenige sind entschlossen, es zu schaffen. Als Ziel der Sehnsucht bleibt es unfruchtbar – als Ziel des Wollens wird es fruchtbar.

Die einzige Kraft, die Paneuropa verwirklichen kann, ist: der Wille der Europäer; die einzige Kraft, die Paneuropa aufhalten kann, ist: der Wille der Europäer.

So liegt in der Hand jedes Europäers ein Teil des Schicksals seiner Welt.

(Signatur sommer45_069)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche