Portrait eines Mastens – III
Wenn man einmal anfängt auf Fotos mit Masten zu achten, dann begegnen sie einem laufend. Diesmal ist es ein Fachkreisen bekanntes Bild. Aber es bleibt Einiges zu klären.
Wir befinden uns im Zweiten Weltkrieg. Wohl gegen Ende. Mitten in einem zerstörten Gebiet. Zwei Männer reparieren die Leitung an einem Oberleitungsmast. Der Obere könnte an einer Pfeife nuggeln. Das verwundert doch ziemlich, weil ich mir einbilde gelesen zu haben, dass es sich dabei um französische Kriegsgefangene handeln soll. Ob die Baskenkappe der einzige Hinweis ist, kann ich nicht sagen.
Wachpersonal oder weitere Gefangene sehen wir nicht. Vielleicht sind es aber auch Zivilisten oder Vertragsarbeiter.
Wo befinden wir uns? Die Bahn scheint entlang eines Baches zu führen; zumindest ahnt man Spiegelungen von Wasser. Im Hintergrund ein sehr hoher Kamin und ein zweiter etwas dickerer. Irgendwie schaut es ein bisschen nach Bahnhof und Sill aus.
Vermutlich gibt es noch viel mehr zu diesem Dokument zu sagen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Kreutz)