Häuserzeile im Grünen
Ein Rätsel, aus der Sicht des Quizmasters manchmal recht schnell erstellt. Letzte Woche hat die Suche nach dem Obstladen Mair nicht lange gedauert, der Hinweis auf die bereits „historischen“ Bilder der Google Streetview ist besonders wertvoll, gerade bei erst in den letzten 10 Jahren stattgehabten Abriss-&Neubauprojekten.
Heute also die Zeile vor der ich ausgiebig herumgerätselt habe bevor ich das Foto hier einstelle. Klar eine Straßen-Frontseite – die Rückseiten sind nur scheinbar immer alle gleich, sondern halten diese für den Stadthistoriker viel an Informationen jenseits der repräsentativen Fassaden bereit. Im Vordergrund eine Gartenszene mit Baracke und LKW.
Ists in Pradl oder gar der Blocksaggen? Bitte um Hilfe.
Blasius Hueber Straße
So ein Einileger, Herr Hofinger! Dass es nicht in Pradl sein kann, war mir von allem Anfang an klar. Blocksaggen? Warum nicht? Habe alles abgesucht, nichts. Aber im Westen – das ist Angelegenheit von Herrn Hirsch und Co! Ist Herr Hirsch auf Urlaub?
Aber allein wegen der Hauseinfahrt von Haus Nr. 4 hätte ich früher schalten müssen!
Nö, nicht auf Urlaub, aber siehe, es geht tadellos auch ohne mich.
Ich bin grad vor einer Woche dort vorbeispaziert und hab die wuchtigen Einfassungen der Eingänge bestaunt., grb gekrönelter Stein, optische striktes Betreten unerwünscht. Die sichtbare Einfahrt ist übrigens die Nummer 6.
Meine frühen Erinnerungen beschränken sich auf die Haltestelle des Flughafenbusses, den Wohnsitz eine Freundes eines Schulfreundes, und ein keckes Birkenbäumchen, vom Aussehen her eher ein Zweiglein, welches die in den Steinklüften der Fassade des Hauses Nr. 4 für einige Jahre Boden und Verankerung gefunden hat. Immerhin war dies damals die Adresse der Bundesforste. Der TT wars ein Foto wert.
Obwohl es nach der geballten Doktorenwelt von Klinik und Universität stadtauswärts bis zum Haus Innrain 123 wieder zivil weiterging, war dieser Teil der Blasius-Hueberstraße eine kleine bürgerliche Enklave. Frau Stepanek empfand es sogar als „äußersten Stadtrand“.
Der „Garten“ gegenüber war mit der aufgehängten Wäsche eher eine Kleinstwohnung, wie auch das Häuschen in https://innsbruck-erinnert.at/mehr-fragen-als-antworten/.
Gehen schon, aber normalerweise hätte ich den Aufschrei bis Imst gehört: „Nix Pradl, nix Blocksaggen – Innsbruck! (für einen Pradler damals wirklich der äußerste Stadtrand).
Mit der Hausnummer habe ich mich verzählt, aber immer det Jenaue!
Gell, schon, Herr Roilo! Nach Westen war doch, bis auf ein, zwei „Stockzähne“ von Häusern in unserer Kindheit nix. Überhaupt nix! Ein nach Südwesten führendes Straßl, das man entweder zur Karwendelbrücke hinaus – oder wieder von ihr herein hatschte mit der Mama, wenn man in der Höttinger Au, in der heutigen Dr Stumpf Str in der Gärtnerei beim Hupfau(f) Fredl ein bißl einen Salat – oder sonstiges Gemüse – zugesteckt bekam und Erdbeeren naschen durfte.
Warum der Fredl nicht eingerückt war? Mei, er hatte ja auch nicht Maler werden können. Er hatte epileptische Anfälle.
Jedenfalls standen meiner Erinnerung nach am Innrain hinaus – wie sind wir von der Maximilianstraße eigentlich hinausgegangen? – je westlicher desto weniger -einzelne „Stockzähne“ von Häusern – und halt eben selbstgebaute Baracken.
Wie gesagt – in der Erinnerung einer noch nicht 5jährigen.
Aber die Blasius Hueber Straße in d i e s e m Zusammenhang…? Die kannte ich schon – als Heimweg vom Pritscheln im Schwimmbad Höttinger Au.
Denken Sie da nicht schon an die andere Innseite, weit draußen bei der Karwendelbrücke?
Am Innrain, früher Völserstraße, gab es die vor kurzem enträtselten Rechengasse/Innrain Häuser, dann linker Hand stadtauswärts 6 Altbauten und die auch schon länger bestehenden Ecken an der Thommenstraße. Erst dann wird schütterer. Nr. 93, 105, 113, 115, 121,123. Dahinter aber der Mandelsbergr Block und die Karwendelstraßen Häuser.
Von der Maximilianstraße kommt man am besten über die Schöpfstraße in den äußeren Innrain.
Sie haben zweimal Recht, Herr Hirsch – ein doppeltes Mißverständnis, beziehungsweise ein Fehler meinerseits.
Die Straßennaamen waren mir noch nicht so wünschenswert geläufig. Aber: Schöpfstraße könnte passen, dann (obwohl ich die Nordmauer des Westfriedhofs nicht bewußt wahrgenommen habe) kam ein abwärtsführendes Steiglein zu einem Weg – den ich am Foto mit dem Mandelsbergerblock im Hintergrund zu erkennen glaube.
Der Mandelsbergerblock – den habe ich dann „1950+..“ wiedererkannt… und, sagen Sie, die Schule? ein bombengeschädigter Rohbau…? Egal.
Und zur Karwendelbrücke sind wir ja damals die Völserstraße hinaus. Denn erst – wann war das? Mitte der 50er Jahre? – wurde der Beschluß gefaßt, diese zunehmend von der Neuverbauung betroffene Gegend auch weiter hinaus als „Innrain“ zu bezeichnen. Also m e i n Irrtum, den Weg zur Karwendelbahnbrücke nach dem Mandelsbergerblock als „Innrain“ zu bezeichnen.
Ob wir von der Gärtnerei auf der „entern“ Innseite zurück sind – möglich… Die drübere Seite habe ich als „sehr heiß“, „prallsonnig“ in (kindlicher) Erinnerung – das kann aber auch anläßlich eines Spaziergangs gewesen sein.
Und passend zum Beitrag kommt heute, am 1. Mai, ein Bild der schauerlichen Karwendelbrücke, über die damals auf dem Weg zur Gärtnerei über meinen Kopf ein Zug darübergerast ist… – einmal ganz abgesehen von den klappernden hölzernen Bodenbrettern (schräg verlegt?) mit den breiten „Klussen“ dazwischen…
(Für kleinere und größere Buben wäre das sicher ein „tolles Erlebnis“ gewesen…)
Ein wunderbares Bild des einstmals äußersten Stadtrands, wo ein damals „atemberaubend“ moderner Wohnblock plötzlich wie aus dem Boden gewachsen dastand –
– und davor noch dieser einmalige Gartenzaun existierte, unregelmäßig, selbst“gestrickt“ mit bescheidensten Mitteln. Die ausrangierte Kuchlkredenz im Freien diente -wozu? – vielleicht zum Verstauen leerer Blumentöpfe sowie, in den Schubladen, des kleineren Gartenwerkzeugs.
Ein sogenannter „Schandfleck“ also – und so schön, daß es von dieser selbstgebastelten Idylle noch ein Foto gibt.