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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Neue Glocken Für Den Dom – Teil 1

Neue Glocken für den Dom – Teil 1

Wer die richtigen Bestände bearbeitet, sitzt an der Quelle von Fotos für unsere Innsbruck erinnert sich Artikel. Und weil ich momentan das Glück habe, einen großen Bestand von Fotos des Fotografen Richard Frischauf aufzuarbeiten, geht es in meinen nächsten zwei Beiträgen nicht nur um zwei einzelne Bilder, sondern gleich um eine ganze Fotoreihe. Vom Fotografen selbst wurde sie „Neue Glocken zur Pfarrkirche“ genannt.

Dieser Titel gibt uns schon einen Hinweis, wann die Fotos entstanden sind. Die Innsbrucker Dompfarrkirche zu St. Jakob hieß erst ab der Erhebung zur Diözese am 6. August 1964 so. Davor trug sie nur den Namen Pfarrkirche und war Teil der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch. Folglich sind die Fotos vor 1964 entstanden. Um genau zu sein, wurden diese Negativstreifen im Jahr 1961 gemacht. Die Suche nach dem genauen Datum war sehr umfangreich, da interessanterweise in der Literatur kaum der genaue Tag der Glockenweihe zu finden ist. Doch nach einigem Blättern in der Tiroler Tageszeitung aus dem Jahr 1961, stellte sich heraus, dass sie am 1. Oktober stattfand. Schon am Tag davor gab es eine Ankündigung mit dem Titel „Morgen ist Glockenweihe in Innsbruck-St. Jakob“. Interessanterweise fand der Festumzug, der auf den Fotos zu sehen ist, ebenfalls schon am Tag davor statt, den 30. September 1961.

Die Fotoreihe umfasst 44 Fotos, auf denen ein Festzug anlässlich der neuen Glocken veranstaltet wird. Die fertig gegossenen Glocken wurden geschmückt, auf Kutschen aufgeladen und beginnend mit den kleinsten Glocken von Haflingerpferden durch die Stadt gezogen. In Anbetracht der Tatsache, dass die schwerste der Glocken 3123 Kilogramm wog (und zusätzlich zeitweilig noch sieben Personen auf der Kutsche standen), wundert es auch nicht, vier Pferde an diesem schweren Gespann zu sehen.

Abb.: Der herausfordernde Transport der Pirminus-Glocke um die Ecke zwischen der Herzog Friedrich-Straße und der Pfarrgasse zum Dom, begleitet von Schützen.

Der Festumzug führte von der Glockengießerei Grassmayr in Wilten, durch die Leopoldstraße, an der Triumphpforte vorbei, durch die Maria-Theresien-Straße und Herzog-Friedrich-Straße bis zum Pfarrplatz (heute Domplatz). Die Wiltener Schützen begleiteten den Festumzug, manche von ihnen ritten dabei sogar auf Pferden mit durch die Altstadt. Auch eine Musikkapelle durfte natürlich nicht fehlen. Es war die Wiltener Musikkapelle, die ebenfalls mitging und beim Domplatz angekommen auch noch ein wenig Musik spielte, bevor es mit dem Höhepunkt der Feierlichkeiten weiterging: Der Glockenweihe. Diese wurde vom Titularbischof Paulus Rusch durchgeführt. So weit ich es erkennen kann, ist er auf keinem der Fotos des Umzuges zu sehen.

Die Glocken wurden provisorisch auf großen Holzgestellen direkt vor der Kirche aufgehängt. So konnten sie von Interessierten betrachtet werden, bevor sie im Turm der Kirche verschwanden und nur noch zu hören aber nicht zu sehen waren. Bürgermeister Alois Lugger und ein Geistlicher sind auf manchen Fotos (u.a. auf dem heutigen Titelbild) mit einem Hammer zu sehen, während sie gerade eine der Glocken anschlagen. Bei diesem Geistlichen handelt es sich womöglich um Probst von St. Jakob Dr. Heinz Huber.

(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Frischauf-Foto, FR-NE-0041-4, FR-NE-0042-21)

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