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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Das Schmiedehandwerk (III.)

Das Schmiedehandwerk (III.)

Mit dem vorbehandelten Eisen konnten die Schmiede nun ihr Werk beginnen. Messerschmiede, die entgegen ihrem Namen nicht nur Messer, sondern auch Schwerter schmiedeten, bekamen das grob vorgeschmiedete Metall von den treffend benannten Grobschmieden. Der berühmteste der Messerschmiede in Tirol war Hans Sum(m)ersberger der um 1500 in Hall lebte. Eines seiner prunkvollsten Werke ist das Lehensschwert, welches er für Kaiser Maximilian fertigte und das in der Wiener Schatzkammer erhalten ist. Wie manche der Innsbrucker Plattner lieferte er seine Meisterwerke auch an entferntere Höfe – eines seiner Punkmesser etwa kann man bis heute in Kopenhagen bewundern.

Bild des KHM – https://www.khm.at/kunstwerke/das-prunkschwert-kaiser-maximilians-i-100677

Natürlich waren die meisten Schwerter, die die Werkstatt eines Schmieds verließen, nicht ansatzweise so glamourös wie dieses Exemplar. Aber auch in die „Alltagsware“ floss ein beeindruckendes Maß an handwerklicher Fertigkeit. Im vorherigen Artikel wurde schon erwähnt, dass das Roheisen verschieden lange geröstet wurde, um den richtigen Kohlenstoffgehalt zu erreichen. Für manche Schwerter wurden verschiedene Arten von Stahl in derselben Klinge verwendet. In solchen Fällen wurde um einen Kern aus weicherem (kohlenstoffarmen) Stahl ein Mantel von härterem Metall (kohlenstoffreicher) gelegt. Somit konnte die Klinge nicht leicht brechen, war aber gleichzeitig mit einer harten Schneide versehen, die besser schnitt und langsamer abstumpfte.

(Titelbild: Siegfried schmiedet sein Schwert. Im Hintergrund steht der Schmied Mime (oder Mimir) am Feuer. Signatur Sommer-45_161)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Leiser Protest im Namen aller schnitthaltigen Klingen:
    Umgekehrt wie im letzten Absatz beschrieben wird der Kern aus Hartstahl mit weicherem Material ummantelt. Sonst kriegt man einen stumpfen und schartigen Feitel, was dann aber eh wurscht ist, weil er zeitnah bricht.

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