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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Welt Dreht Sich Verkehrt

Die Welt dreht sich verkehrt

Auf der nicht immer einfachen Suche nach noch „unverbrauchten“ Bildern für „Innsbruck erinnert sich“, bin ich auf das oben abgebildete Plakat für den Film „Die Welt dreht sich verkehrt“ gestoßen. Der Film entstand 1946/47 in den Rosenhügel Filmateliers in Wien. Regie führte Johann Alexander Hübler-Kahla. In der Hauptrolle spielte der bekannte Wiener Schauspieler Hans Moser den älteren Wiener Angestellten Franz Xaver Pomeisl, der zu Silvester der „guten alten Zeit“ nachtrauert. Dank eines Zauberrings kann er in verschiedene historische Epochen zurückreisen und erkennt im Endeffekt, dass jede Zeit ihre guten und schlechten Seiten hat und dass man, anstatt der scheinbar „perfekten“ Vergangenheit nachzutrauern, lieber positiv in die Zukunft schauen soll.

Der Film kam beim Publikum sehr gut an und wurde in den verschiedensten Filmzeitschriften ausführlich besprochen. Ein Beispiel dafür ist folgender Artikel, der in der Zeitschrift „Mein Film“, Nummer 26, 1946 erschienen ist:

„NEUE WEGE DER WlENER FILMPRODUKTlON. Huebler-Kahla, der Regisseur der „Österreichischen Filmproduktionsgesellschaft“, dreht am Rosenhügel einen Film, der neue Wege sucht. Huebler-Kahla wagt es, in seinem Lustspielfilm mit dem Werktitel „Die Welt dreht sich verkehrt“ das Standardthema „Junger Mann liebt junges Mädchen“ auszuschalten und an seine Stelle ein Problem zu setzen. Es ist ein Problem, hochinteressant für eine Zeit, wie die unsrige, die sich für die unseligste seit Beginn der Welterschaffung hält. Es ist das Problem: Waren wirklich die vergangenen Zeiten so gut, wie sie in der Rückschau erscheinen? Waren wirklich die Menschen der Vergangenheit glücklicher als die heutigen sind? Das Buch des Films ist eine Gemeinschaftsarbeit des Regisseurs Huebler-Kahla und des Schauspieler-Dichters Kurt Nachmann. Die Handlung führt zurück in die Jahre 1880, 1814, 1683, 167 und bis zum Steinzeitmenschen. Die Zeit des Walzerkönigs, des Wiener Kongresses, die Türken- und Römerzeit wird in ihr lebendig. Hans Moser, in der Charaktergestalt eines lachenden Philosophen, zeigt uns in lockerer Form der Handlung, daß jede Zeit ihre Gefahr und Größe, ihr Glück und ihr Leid, ihre kleinlichen und niederen und ihre tapferen und überwindenden Menschen gehabt hat. Er zeigt, daß der Ruf des Lebens immer geheißen hat und heißen muß, nicht: Sehnend zurück in die Vergangenheit, sondern vorwärts in die Zukunft blicken und auf die vor uns liegende Zeit vertrauen, die wir aber selbst glücklich gestalten müssen.“

(Stadtarchiv Innsbruck, Pt-384)

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