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Aus Dem Bautagebuch Der NKB – Teil 4

Aus dem Bautagebuch der NKB – Teil 4

Ende Juli 1927 herrscht auf der Großbaustelle an der Nordkette Hochbetrieb. Auf der Seegrube werden zwei Wohnbaracken (eine davon ist für 32 Mann ausgelegt) aufgestellt, ebenso wird auf der Hungerburg eine Wohnbaracke errichtet. An der Hilfsseilbahn wird mit Hochdruck gearbeitet.

Am Dienstag den 2. August 1927, stellt die Bauleitung gar zusätzlich Prämien für eine schnelle Fertigstellung der Hilfsseilbahn in Aussicht: “ Prämie für 11 Schloßer, welche bei der Montage der Hilfsseilbahn tätig sind: Es wurde vereinbart, daß jeder Schloßer eine Prämie von S. 20,– [das entspricht etwa 76 Euro] erhält, sofern die Hilfsseilbahn am 13. August betriebsfertig ist, für jeden Tag vor dem 13. VIII. Fertigstellung außerdem eine Prämie von S. 10,–. Ing. Luis Erhart.“

Dessen ungeachtet konnte der Probebetrieb erst am Samstag, den 20. August 1927, beginnen: „Um 1/2 9h abends wurde der erste Wagen auf der Hilfsseilbahn von der Talstation Hungerburg zur Mittelstation ‚Seegrube‘ gefahren. Die Fahrt ging anstandslos vor sich.“ Jedoch war die Konstruktion nicht frei von „Kinderkrankheiten“, wie Bauleiter Thurner im Baubuch unter dem 22. August vermerkte:

„Beim weiteren Probebetrieb auf der Hilfsseilbahn zeigten sich die natürlichen Kinderkrankheiten, welche jedoch leicht behebbar sind. Insbesondere sind Teile der Holzkonstruktion bei den Stützen der glatten Fahrt hinderlich, dieselben wurden abgesägt.
Bei der nachmittägigen Bergfahrt schnappte die Kupplung zwischen Zugseil und Wagen und zwar zwischen den Stützen 2 und 3 aus, wodurch der Wagen mit großer Geschwindigkeit talwärts sauste und bei der Stütze 1 zu Boden fiel. Wahrscheinlich liegt die Ursache in der großen Spannweite zwischen den Stützen 1 und 2 bzw. 2 und 3, wodurch infolge des Durchhanges des Zugseiles eine Kraftkomponente entstandt, welche nicht in der Richtung des Zugseiles wirkt und dadurch die Kupplung öffnete.
Der letzte Wagen (Talfahrt) traf gegen 1/2 7 abends, beladen mit den Falschirmen, anstandslos wieder in der Talstation ein.“

(StAI, Archiv der NKB)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Richtig erfrischend wurde beschrieben, wie ‚Teile der Holzkonstruktion bei den Stützen der glatten Fahrt hinderlich waren‘.
    Auch wie es zur Öffnung der Kupplung kam wurde unkompliziert und doch präzise erklärt.
    Welche ‚Falschirme‘ wohl in der Talstation anstandslos wieder eintrafen? Wurde da Material hinaufgeflogen?
    Der leere Talboden ist sowieso immer wieder ein highlight.

      1. Herzlichen Dank Herr Egger, für diese Information. Tatsächlich entnehme ich dem Link dass ein Luftfahrtpionier eine Geschäftsidee umsetzte und mit Fallschirmen Material abgeworfen wurde. Allzu schwer durfte die Fracht wohl nicht sein, und wohl auch nicht empfindlich. So wundert es weniger dass es sich um Bretter und anderes Bauholz handelte.

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