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Aus Dem Bautagebuch Der NKB – Teil 3

Aus dem Bautagebuch der NKB – Teil 3

Die täglichen Arbeitsschritte gleichen sich im Juli 1927 oftmals. Es wird fleißig an der Hilfsseilbahn gearbeitet, Baumaterialien und Wasser vom Titschenbrunnen auf die Seegrube getragen, gegraben und planiert, u.s.w.

Am 20. Juli 1927 kann auf der Seegrube eine Motorwinde in Betrieb genommen werden, die es ermöglicht, Holz zu ziehen. Auch muss an diesem Tag bereits erstmals der Fuhrweg zwischen der Hungerburg und dem Titschenbrunnen ausgebessert werden – die Beanspruchung der letzten Tage hatte ihre Spuren hinterlassen.

Am Donnerstag, den 21. Juli 1927, wird die Latrine auf der Seegrube fertiggestellt. Außerdem wird erstmals mit der Motorwinde Holz gezogen, das für die IV. Stütze der Hilfsseilbahn bestimmt ist. Für die Träger zweifellos eine große Erleichterung.

In dieser Frühphase kommen auch Flugzeuge beim Materialtransport zum Einsatz, wie der Eintrag vom 22. Juli 1927 belegt: „Materialtransport (Bretter) durch Flieger zur Seegrube.“ Drei Tage später heißt es dort: „Material (Bretter) Abwurf durch Flieger auf der Seegrube.“

Hinter diesen lapidaren Einträgen verbirgt sich eine besondere Geschichte. Der Innsbrucker Luftfahrpionier Raoul Stoisavljevic – einer der erfolgreichsten österreichisch-ungarischen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs – führte in den Jahren 1926 bis 1928 gemeinsam mit dem Piloten Dr. Max Asam erstmals sogenannte Flugzeug-Höhentransporte durch. Die beiden Piloten versorgten vom Innsbrucker Flughafen aus Berghütten und belieferten neben der Baustelle der Patscherkofelbahn auch den Seilbahnbau auf der gegenüberliegenden Talseite mit Material. Die Bretter wurden dabei am Rumpf der Maschinen befestigt und über dem Bauplatz ausgeklinkt. An Fallschirmen befestigt, segelten sie sodann zu Boden. Diese Methode bewährte sich jedoch nicht wirklich, sodass von den ursprünglich geplanten 12 Tonnen an Material tatsächlich nur 3,9 Tonnen per Flieger angeliefert wurden.

Vielen Dank an Tanja Chraust für die Unterstützung bei den Recherchen. Mehr über die Flugzeug-Höhentransporte können Sie im aktuellen Band von Zeit – Raum – Innsbruck nachlesen.

(StAI, Archiv der NKB)

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