Wilhelm Greil – ein Aufruf in eigener Sache
Die Biografie des „deutschfreiheitlichen“ Langzeitbürgermeisters von Innsbruck, Landtagsabgeordneten, Präsidenten des Verwaltungsrates der „Bank für Tirol und Vorarlberg“, Mitglieds des Sparkassen-Vereins, Gründungsmitglieds des Kaufmännischen Vereins Innsbruck, Vorsitzenden des Kriegsanleihe-Werbeausschusses für Innsbruck, Vizepräsidenten des Landeskomitees für die Tiroler Jahrhundertfeier 1909 und Tuchhändlers Wilhelm Greil (1850-1928) hat seitens der Historikerzunft bislang erstaunlich wenig Beachtung gefunden. Die Österreichische Historische Bibliographie weist zu ihm gerade einmal einen Aufsatz aus der Feder von Franz-Heinz Hye aus. Abgesehen davon existiert eine „Hausarbeit“ aus dem Jahr 1966, die sich – weitgehend auf Zeitungsberichten gestützt – „seine[r] Amtstätigkeit als Bürgermeister, sein[em] Wirken bis 1914“ widmet. Dieser Befund überrascht dann doch, zumal seine herausragende Bedeutung „als Schöpfer des modernen Innsbruck“ unbestritten ist.
Im Rahmen der Tagung „Wege in die Moderne – Städte der späten Habsburgermonarchie im Spannungsfeld von Wandel, Brüchen und Kontinuitäten“, die in Erinnerung an Greils Zeit- und Gesinnungsgenossen Julius Perathoner (1849-1926) Anfang Oktober in Bozen stattfindet, widmen sich nun Christof Aichner und ich dem Leben und Wirken von Wilhelm Greil. Selbstverständlich lassen sich in den Sitzungsprotokollen, den Magistratsakten und Zeitungen unzählige Hinweise finden, aber persönliche Dokumente wie etwa Briefe sind äußerst rar. Auch ist es uns bislang trotz intensiver Bemühungen leider nicht gelungen, Greils Nachlass aufzuspüren (sofern er überhaupt noch existiert). Sollten Sie wissen, wo sich dieser befindet, oder gar am Dachboden noch ein paar Greil’sche Briefe oder Aufzeichnungen herumliegen haben, würden wir uns über eine Kontaktaufnahme unter post.stadtarchiv@innsbruck.gv.at sehr freuen.
(Titelfoto: StAI, Ph-A-1)