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Unscharf, Aber Gut. Besonderes Aus Der Sammlung Kreutz –X

Unscharf, aber gut. Besonderes aus der Sammlung Kreutz –X

Schon länger haben wir uns nicht mehr die Augen verdorben, indem wir auf ein unscharfes Foto aus der Sammlung von Walter Kreutz gestarrt haben. Ein guter Grund, das wieder einmal nachzuholen.

Eine Straße mit Schneehäufen am Rand. Die Schmelzspuren lassen auf einen nahenden Frühling hoffen. Ansonsten finden sich keine Hinweise auf die Jahreszeit. Und auf die Jahre? Im Hintergrund scheinen „Offizielle“ mit langen Mänteln zu stehen. Träger schleppen möglicherweise ein Möbelstück aus der Szenerie. NS-Zeit? Die Trostlosigkeit der Firmenschilder bekommt plötzlich einen Hintergrund. Dann ist das Haus im Hintergrund gar nicht in Bau, sondern eine Bombenruine. Mit dieser Beobachtung könnten die Männer in den langen Mänteln Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter unter Bewachung eines Polizisten sein. Das würde auch die schlechte Qualität der Aufnahme. Es war schwer verboten solche Fotos zu machen und konnten nur aus Mänteln und Jacken erstellt werden. Damit wird das unscharfe Foto zum wertvollen Dokument.

Wie wird sich diese Straße im weiteren Verlauf des Weltkrieges „verändern“? Und das führt so nebenbei zur Frage, wo wir uns befinden. Sie wissen es schon längst, weil wir hier schon mehrfach zu Gast waren.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Slg. Kreutz)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Das Foto könnte nach einem Bombenangriff entstanden sein. Die Unterscheidung zwischen Schnee- und Schutthaufen fällt wegen der Unschärfe schwer. Beim Eckhaus Erlerstraße wurde das Dach beschädigt, die Ruine im Hintergrund dürfte ein Teil des Hotels Kreid am Bozner Platz sein. Eine O-Bus – Fahrleitung existiert auch. Eventuell Februar 1944?

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