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Tapetenwechsel

Tapetenwechsel

Im 19. Jahrhundert gab es in Innsbruck Vereine für alle Belange des alltäglichen Lebens. Natürlich benötigten diese auch einen passenden Ort zur Ausübung ihrer Tätigkeit. Daher schien es nicht unüblich zu sein, dass einmal der ein oder andere Bau umgestaltet wurde, wie unser heutiges Foto zeigt.

Der Frauenverein zur Beförderung von Kleinkinderbewahranstalten und Industrieschulen wurde 1834 gegründet und widmete sich der Betreuung von Mädchen und Buben, wobei der Fokus allerdings auf den weiblichen Schützlingen lag. Es gab drei Bewahranstalten, die man heute eher als Kindergärten bezeichnen würde: In der Museumstraße, in St. Nikolaus und in Dreiheiligen. In den letzten beiden Stadtteilen gab es zusätzlich je eine Industrieschule, in der die Mädchen beispielsweise in Handarbeiten unterrichtet wurden. Insgesamt soll der Verein circa 400 bis 500 Kinder betreut haben. Die hohe Anzahl ist nicht überraschend, schließlich erfolgte die Betreuung unentgeltlich. Gelegentlich wurde die Öffentlichkeit sogar dazu eingeladen die neuesten Kreationen der betreuten Schützlinge zu bestaunen:

Am 15., 16., und 17. ds. findet in der Industrieschule zu Dreiheiligen eine Ausstellung weiblicher Handarbeiten statt, wozu die verehrten Vereinsmitglieder und alle Freunde und Wohltäter des Vereines freundlichst eingeladen sind.“ (Innsbrucker Nachrichten, 12.12.1884, S.9)

Im Übrigen wurden die Handarbeiten der Mädchen am Ende verkauft und der Erlös sollte anschließend den Schülerinnen wieder zugutekommen. Die verehrten Vereinsmitglieder stammten alle aus den aristokratischen Kreisen. Als Vorsteherin fungierte beispielsweise Antonia Gräfin Enzenberg und eine der Ausschussfrauen hieß Maria Gräfin Trapp. Der Um- und Zubau des Bruderhauses in St. Nikolaus zur Errichtung eines Kindergartens und einer Industrieschule im Juli 1880 war demnach finanziell definitiv sichergestellt. Jetzt bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wo befand sich dieses Haus? Vielleicht können Sie mir anhand folgender zeitgenössischer Beschreibung helfen. Ob hier noch immer vom selben Schulhaus die Rede ist? Gab es vielleicht noch eine bauliche Erweiterung? Was denken Sie?

„[…] entschied sich der Gemeinderath […] für das günstigere Projekt, den Bau für Kinderbewahranstalt und Industrieschule dem Schulhause gegenüber vor dem Pfründnerhause auszuführen, auf dem Platze, wo jetzt die Alkazienbäume stehen […] (Innsbrucker Nachrichten, 15.Oktober 1885, S.8)

(PL-577_2)

(Verena Kaiser)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Mansardenfenster gab es zu Planungszeiten noch nicht. Sonst scheint alles gleich geblieben zu sein in der Schmelzergasse.
    Obwohl ich es sicher schon gelesen habe, erstaunt mit die fast 200 jährige Präsenz des Kindergartens in Tirol.

    1. Lieber Herr Hirsch,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich werde des Rätsels Lösung sogleich vermerken. 🙂

      Liebe Grüße

      Verena Kaiser

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